Zitat geschrieben von Tantabiddy
@ Kebon-Alami
@ Plumi-Steffen und Scally
Schäden durch Überdüngung bzw. Verbrennungen durch Düngen auf ausgetrockneten Boden sehen Sonnenbrand-Flecken sehr ähnlich. Daher meine Frage nach dem Düng-Verhalten.
Hallo Tantabiddy,
Vielen Dank für Deine hilfreichen Hinweise. Verbrennungserscheinungen scheinen mir jetzt die wahrscheinlichste Erklärung zu sein. Allerdings nicht durch Sonne: Ich habe zwar eine Menge Schäden in diesem Jahr durch zu viel frühe Sonne im Frühjahr an anderen Pflanzen gehabt (Yucca, Araukarie). Aber als ich die Plumies ziemlich früh in volle Sonne (schon im Mai noch vor den Eisheiligen) gestellt habe, waren da kaum erst Blätter dran, weil ich in der Winterruhe dafür sorge, dass fast alle Blätter fallen (komischerweise bleiben dann nur die Blütenstände - "Inflorescenses" habe ich indr Literatur gefunden - aber ohne Blüten bestehen und fangen dann im Frühjahr wieder an zu blühen, neben den neuen Dolden, die an den Spitzen entstehen). Allerdings habe ich beim Umtopfen in ein Erde-Sand-Gemisch extra sehr Phosphor-haltigen Langzeitdürnger untergemischt - viel Phosphor soll ja gut fürs Blühen sein. Kann sein, dass ich es da etwas zu gut gemeint habe.
@kebon_alami
Was die Feuchtigkeit des Substrats angeht, so bin der Meinung, dass Licht und Temperatur sozusagen als "magisches Dreieck" auch stimmen müssen: Wenig Licht und geringe Temperatur bedeutigen weniger Stoffwechsel und somit geringerer Wasserbedarf. Außerdem ist in den Tropen häufig auch die Luftfeuchtigkeit höher, was bedeutet, dass die Pflanzen sich nicht so sehr vor Feuchtigkeitsverlust durch Schließen der Spaltöffnungen schützen müssen, Gasaustausch und Photosynthese also ordentlich funktionieren und entsprechend mehr Wasser als Transportmittel von unten nach oben gebraucht wird (sind so meine Erklärungen für gutes oder schlechtes Wachstum). Auf der anderen Seite habe ich Plumies am Originalstandort gesehen, die einfach aus einer Felsspalte rauswuchsen, wo fast keine Erde war und somit die Wurzeln wohl eher immer wieder ziemlich schnell trocken waren. Ich denke , eine SEHR gute Drainage (wo beim Gießen das Wasser nach ein paar Sekunden unten wieder rauskommt und nur wenig im Substrat hängen bleibt) ist wichtig. Und: In der kalten und vor allem auch dunklen Jahreszeit so gut wie kein Wasser - ich gebe vielleicht einmaml im Monat ein paar Tropfen, so dass die Wurzeln nicht absterben, aber Ziel ist, dass alle Blätter fallen (schon wegen der Spinnmilben, die sich sonst ansiedeln). Diese Ruhezeit ist wichtig für die Bildung von Blütenständen. Im Frühjahr habe ich dann die Plumies ausgetopft, alle trockenen Wurzeln entfernt (manchmal blieb dann vom Wurzelballen nicht viel übrig), und bei der größeren 11 Jahre alten Plumie habe ich sogar ganze Segmente des Wurzelballens rausgeschnitten, diese Segmente mit neuem Substrat aufgefüllt und wieder eingetopft (war ein Tip aus einem Plumie-Pflegebuch). Ich weiß nicht, ob dieser Aufwand wirklich nötig ist - aber ich bekomme an jeder Spitze tatsächlich Blütenstände und, wenn die Zeit bis zum Herbst reicht, auch Blüten daran - sonst blüht dieser Blütenstand eben nächstes Jahr.
Ich hoffe, dass ich Dir hier und da eine Idee geben konnte, wie noch weiter zu experimentieren ist - ein Experiment bleibt es ja schließlich immer.
Liebe Grüße aus Heidelberg
Steffen