Werde meinem Calamondin das Kompliment ausrichten
Also, das ist so mit dem Veredeln: Zum einen kann man dann als Unterlage tatsächlich schnell wachsende Sorten mit besonders robusten, für die jeweiligen Böden/ das Klima geeigneten Wurzeln nehmen.
Ein weiterer Vorteil ist in der Tat die Zeitersparnis: Wird der Edelreis von einem blüh- und fruchtfertigen Baum genommen, ist das veredelte Bäumchen ebenfalls sofort blüh- und fruchtfähig. Bei aus Kernen gezogenen Pflanzen dauert das nach Angaben in der Fachliteratur durchaus auch mal 10 - 15 Jahre.
Ein dritter Vorteil ist, dass durch Ableger - ob nun bewurzelt oder veredelt - im Grunde ein "Klon" der Mutterpflanze entsteht, also eine genetisch 100% gleiche Pflanze.
Das ist natürlich vor allem dann erwünscht, wenn man eine Sorte gezüchtet hat, die genau so ist, wie man sie haben will. Deren exakte Eigenschaften lassen sich dann eben nicht zielsicher über Kerne vermehren, da Kerne ja das zufällige Ergebnis einer Kreuzung sind, die also Pflanzen mit ganz verschiedenen Eigenschaften hervorbringen, zumal die Bestäubung der Blüten, also der Ursprung der einen Hälfte des Erbguts, ja nicht leicht zu kontrollieren ist.
Das heißt, eine aus Kernen gezogene Pflanze muss nicht unbedingt schlecht sein, nur eben unberechenbar und abweichend von der Mutterpflanze. (Obwohl man oft liest, das bei Zwillingen - zwei Pflanzen aus einem Kern - eine immer das exakte Abbild der Mutterpflanze ist).
Der Vorteil von Kernen: man ist von Anfang an dabei, kann die kleenen Pflänzchen über Jahre hinweg hochpäppeln und Freude an ihrem Wachstum haben, und es kostet nüx.