Hallo,
muß Euch eine kleine Geschichte, die gestern Nacht passiert ist, erzählen.
Um 1.30 klingelt es an der Tür. Draußen steht ein flüchtiger Bekannter mit einem kleinen roten Kätzchen auf dem Arm: er wisse nicht, wohin damit, ob ich die wohl aufnehmen könnte, sie sei über die (Hauptdurchgangs-) Straße gerannt und geradewegs in die offene Tür eines Dönerlokals neben unserem Haus.
Wohin damit um diese Uhrzeit?!
Also hab ich sie mit in meine Wohnung genommen. Versuchte sie im großen Keller mit Katzenklo, Fressen und Körbchen einzuquartieren - aber sie schrie und schrie. Meine beiden älteren Katzen, Mobbel (der gemütlichste und gutmütigste), hat sich überhaupt nicht um sie geschert, außer daß er sie mal kurz beschnüffelt hat. Krümel (18, blind und astmathisch) hat einen Anfall bekommen, wie das immer der Fall ist, wenn er etwas Fremdes riecht.
Rabatz gemacht hat nur der Kleine, der sich aufgeplustern und gefaucht hat, als wäre er der Größte. Schließlich habe ich ihn wieder in die Wohnung geholt, im WC den Vorhang abgemacht, Blumentöpfe in Sicherheit gebraucht und in da einquartiert. Noch eine volle Stunde hat er mehr oder weniger getobt. Dann war Ruhe.
Als ich dann gegen 7 Uhr heute Morgen vorsichtig die WC-Türe öffnete, blinzelte mein Übernachtungsgast zufrieden aus dem Körbchen, lief dann durch die Wohnung und inspizierte alles, was ihm in den Weg kam. Leider mußte ich ihn bald darauf wieder wegsperren, weil ich zur Arbeit mußte.
Fast gegenüber ist ein Lidl und dort brachte ich an der Türe ein entsprechendes Schild an. Auf meinem Anrufbeantworter befand sich bei meinem Nachhausekommen auch eine Nachricht von einem kleinen Mädchen, die das Tier genau beschrieb und auch erwähnte, daß der Kleine ein blaues Geschirrchen umhätte.
Schließlich holte die Mutter LEOPOLD wieder ab.
Bin ja froh, daß er jetzt wieder zuhause bei seiner Familie ist, obwohl wir uns sofort in den kleinen Feger verliebt haben und schon darüber sprachen, ihn in unsere Crew aufzunehmen, wenn sich nach einer Woche noch niemand gemeldet hätte.
Das war eine sehr unruhige Nacht, ein paar lustige Stunden am Nachmittag und geblieben sind mir ein paar (wie ich meine) zauberhafte Bilder.
Liebe Grüße, Ruth