Ein Schädlingsbekämpfungsmittel - Fragen

 
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BloomMaster

Hallo alle zusammen,

ich habe ganz junge Chilipflanzen und etwa ein Jahr alte Zitronenpflanzen auf meiner Fensterbank stehen.

Seit mehreren Monaten habe ich mit Trauermücken zu kämpfen. Die Biester sind überall und um denen den Gar auszumachen habe ich zu einem Mittelchen gegriffen.

Dabei handelt es sich um "Kombi-Schädlingsfrei" von Bayer. Das beinhaltet Thiacloprid und dieser Stoff gehört zu den Neonicotinoiden. Leider habe ich darüber auch herausgefunden, dass das Gift sehr lange brauch, um zu zerfallen. Das ist schlecht, da ich irgendwann mal meine Habarenos auch essen möchte. Habe mir vorgenommen, die Töpfe gründlich zu spülen, sobald die Mückenplage beseitigt ist. Bis die ersten ausgefreifen Chilis dran wachsen, wird auch noch Zeit vergehen. Die größte Chilijungpflanze ist jetzt etwa 6 cm hoch. Vielleicht werde ich auch die ersten Blüten bewusst entfernen, um den Erntezeitpunkt hinaus zu zögen. Das hätte de Vorteil, dass die Pflanzen dann mehr Energie in den Wuchs stecken.

Auf alle Fälle jetzt zum eigentlichen Problem. Das Produkt stammt aus einem Baumarkt. Sollte ja unwahrscheinlich sein, dass die mir ein 5 Jahre abgelaufenes Insektizid in die Hand drücken. Aber auf der Flasche, knapp über dem aufgeklebten Beipackzettel steht "EV61000211 18.06.2007". Nirgendwo steht "haltbar bis, spätestens aufzubrauchen bis". Da das Produkt ja sogar im Boden kaum zerfällt, frage ich mich ob es in der luftdichten Plastikflasche überhaupt zerfallen kann und falls ja, wann wurde das Produkt denn dann abgefüllt? Etwa zu einem Zeitpunkt, als ich noch nicht geboren war? Ich meine, da kommt ja nichts dran, außer Temperaturschwankungen.

Weiß von euch jemand ob dieses "EV61000211 18.06.2007" das Haltbarkeitsdatum ist? Ich hab schon überlegt, ob es an dem o. g. Datum verpackt wurde. Ich bin mir da leider nicht so sicher, weil wie kann ein riesiger Baumarkt, in einem Ballungszentrum, ein Produkt 5 Jahre überm Haltbarkeitsdatum im Schrank stehen haben?

Auf alle Fälle habe ich es benutzt und das in sehr großen Dosen, weil es nicht so wirkte, wie ich es wollte.

Jetzt ist Samstag. Am Mittwoch hatte ich es Ordnungsgemäß benutz und alle Gelbsticker entfernt, weil meine Freundin vorbei kam. Diese Gelbtafeln sahen einfach zu ekelig aus. Trauermücken kommen allerdings immer noch aus der Erde. Daher habe ich heute großzügig das Mittel nochmal eingesetzt. Bei einer Zitronenpflanze kann man wunderbar so kleine weiße faden-artige Würmer sehen. Sehen ein bisschen anders aus, als Trauermückenlarven. Aber ich sag mal, was da drin kreucht und fleucht, sollte doch sterben von dem Zeug. Aber selbst jetzt, nach dieser hohen dosis, die gute 2 Stunden her ist, sind die Würmchen noch am leben. Wann fängt denn das Prudukt an zu wirken? Angenommen das Produkt wirkt ordnungsgemäß, wie lange dauert es denn, bis es alles killt? Ich meine, wenn ich die Ficher mit dieser weißen Emulsion halb ersaufe, sollten die doch nach ein paar stunden tot in der Erde liegen, oder nicht?

Ich weiß jetzt nicht, ob ich zum Baumarkt fahren soll, um es umzutauschen oder ob ich warten muss, damit es wirkt. Und ich weiß nicht, ob das Produkt abgelaufen ist, oder ob es nur an dem Datum verpackt wurde.
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resa30

Hallo!

Mit der Haltbarkeit von Schädlingsbekämpfungsmitteln kenne ich mich leider nicht genauer aus... Aber das EV61000211 sieht mir sehr nach der Batch-Nummer (auch Lot-Nummer oder Chargen-Nummer genannt) aus. Wenn die Qualitätssicherungsabteilung bei Bayer etwas wert ist, müssen sie die Dokumente mindestens 10 Jahre aufbewahren. Ich würde bei deren Kundenservice anfragen, denen die Batch-Nummer nennen und sie bitten, dir das Herstelldatum zu nennen und Auskunft über die Haltbarkeit des Mittels unter nicht immer ganz geeigneten Bedingungen zu nennen. Die Zerfallszeiten werden im Zuge der Produktentwicklung sicher getestet. In der Pharmaindustrie nennt man das Stabilitätstest, ich denke, das heisst bei Schädlingsbekämpfungsmitteln sicher genauso? (wenn nicht, lass ich mich gerne korrigieren )

Das angegebene Datum ist ja entweder das Herstelldatum (was ich eher annehme) oder das Verfallsdatum. Auf meinem Spomil (gegen Spinnmilben) steht das Herstelldatum drauf... Hab grad nochmal geguckt.

Bin gespannt, was sie dir sagen!
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BloomMaster

Die haben eine sehr teure Service-Telefon-Nummer. Da werde ich auf keinen Fall anrufen. Aber ich war auf den ihrer Internetseite und habe das Kontaktformular genutzt. Ich habe sowas schon oft gemacht und das Resultat war immer erschreckend. Meistens bekommt man keine Antwort oder eine Antwort, die nichtssagend ist.
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resa30

Die Erfahrung machte ich bislang leider auch meistens... Drücke dir die Daumen!

Das Zeug heisst heute übrigens "Schädlingsfrei Calypso"

Link

Link

Zur Haltbarkeit finde ich in Google leider auch nicht wirklich was....
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BloomMaster

Das ja schon einmal ein schlechtes Zeichen. Eine Namensänderung geschieht nicht alle Tage. Wird es wohl doch abgelaufen sein. Das erklärt dann auch, warum keine nennenswerte Wirkung vorhanden ist.

Auf meiner Verpackung steht sogar noch drauf, dass es gut verträglich für Bienen sei. Im Internet steht zu dem Wirkstoff, dass er im Verdacht stünde, mitverantwortlich zu sein, für das Bienen-Massensterben der letzten Jahre.

Auf meiner Verpackung steht auch nicht drauf, dass das Mittel bei Gemüsepflanzen eingesetzt werden kann, was aber auf der neuen Verpackung dick angepriesen wird. Der Wirkstoff ist aber der selbe und die Konzentration in der Emulsion ist identisch.

Ich glaub, dass ist das erste und das letzte Mal, dass ich mir ein Gift ins Haus geholt hab. Beim nächsten Trauermückenbefall gibt es Nematoden.
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bethik

Es sind kaum Mittel mit Haltbarkeitsdaten ausgewiesen, Grund ist, dass die Mittel immer nur auf bestimmte Zeit zugelassen ist. Die Zulassung muss immer wieder erneuert werden. Und sehr häufig bekommen Pflanzenschutzmittel die Zulassung nicht mehr. Es kann sein, dass es das abfülldatum ist oder aber das Zulassungsdatum.
Wenn du so Probleme mit Trauermücken hast, dann kann ich dir ein Prima Tipp geben. Ich habe meine Trauermücken ganz gut in griff bekommen. Ich habe auf das Substrat einfach Quarzsand (aus dem Baumarkt) so ca 0,5 - 1 cm bedeckt und gießen tue ich nur in den Untersetzer, damit der Sandschutz effektiv bleibt, durch die Kapilare kommt das Wasser schon bis ganz oben.
Durch den Quarzsand, haben die Trauermücken keine Nahrung mehr für ihre Larven und sterben nach und nach aus.
Der größte Vorteil am Quarzsand ist, dass es wesentlich billiger ist als Pflanzenschutzmittel. Außerdem braucht man dann die ausdünstenden Mittel nicht einatmen.
Ich gebe dir den Tipp, weil ich bin auch eher der Pflanzenschutzmittel Mensch, aber Trauermücken habe ich NIE sicher bekämpfen können, egal welches Mittel. Jetzt mit dem Quarzsand und Gelbtafeln ist es alles super.
Ich wünsche dir noch viel erfolg.
MFG
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derFloris
 
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derFloris

@BloomMaster: Ja, mach das mal lieber mit dem Sand.
Bei deiner haarsträubenden Vorgehensweise und deinen Schlußfolgerungen ist es schon richtig, dass du in Zukunft lieber die Finger von Pflanzenschutzmitteln läßt.
"Viel hilft viel" gilt leider manchmal nicht
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BloomMaster

Das Unternehmen hat geantwortet. Das Datum auf der Flasche ist das Herstelldatum. Der Wirkstoff ist 4 Wochen im Boden aktiv vorhanden.

Nach meiner starken Dosierung hat es geholfen. Habe jetzt kein Problem mehr mit den Trauermücken. Wahrscheinlich ist über den 5 Jahren etwas vom Wirkstoffgehalt verloren gegangen. So erkläre ich mir, dass ich die Dosierung so viel höher als auf der Verpackung ansetzen musste, damit es hilft.

Wenn ich wieder Erde aus dem Keller hoch hole, landet die erstmal in der Mikrowelle. Sorgen wegen dem Verzehr, der im Sommer wachsenden Chilis, mache ich mir jetzt keine mehr.
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Roadrunner

 [M]
Es ist ganz normal, das es nicht an einem Tag wirkt. Du erwischst ja nicht direkt alle Gelege und Puppen, sondern erst, wenn sie schlüpfen. So ein Mittel wirkt über einen langen Zeitraum, und zwar mit gutem Grund, aber nicht schlagartig.
Und das tut es auch ohne das man es sinnlos überdosiert.
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Jule35

Zitat geschrieben von BloomMaster
... Der Wirkstoff ist 4 Wochen im Boden aktiv vorhanden.
....

Und wie lange ist er in der Pflanze wirksam? Wird der Stoff abgebaut?
Hat das Mittel eine Zulassung für Chilis?
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BloomMaster

4 Wochen nach dem Verwenden des Produktes können auch die Früchte gegessen werden. Das Produkt existiert heute unter einem anderen Namen. Der Wirkstoff ist der selbe und das Produkt unter dem aktuelleren Namen ist auch für Gemüsepflanzen zugelassen. Ich werde die Töpfe in den nächsten Wochen mit Wasser durchspülen und bis zur Ernte sind es noch viele Monate.

Unter dem Strich sollten dann in jedem Biogemüse mehr Pestizide nachweisbar sein, als in meinen kommenden selbst gezüchteten Chilis.
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Hesperis

Auch diesen Beitrag finde ich sehr bedenklich. Du hast offenbar nicht genau gelesen und ziehst weiterhin unzutreffene Schlüsse.
Laß das mal lieber
Das von dir verwendete Mittel ist weiterhin zugelassen, es gibt aber etliche andere Produkte mit diesem Wirkstoff oder verwandten Wirkstoffen. Eine Zulassung zur Gießanwendung hat keines dieser Mittel. Wenn du die Töpfe durchspülst, hast du immer noch die durch die Gießanwendung enormen Wirkstoffmengen in den Pflanzen.
Guten Appetit!

@Roadrunner: Die Nicotinoide wirken langsam, da sie in den Stoffwechsel eingreifen und diesen in Unordnung bringen. Das dauert halt etwas. Also kann auch eine direkt getroffene Blattlaus noch einige Tage leben.
Die früher vorhandenen K.O.-Mittel aus der Gruppe der Phosohorsäureester zeigten sehr schnell Wirkung, waren aber auch für den Anwender höchst gefährlich. Wenn man hinten fertig war mit der Spritzung, lagen die Läuse vorne schon auf dem Boden. Wer keinen Vollschutz trug lief Gefahr sich dazuzulegen.
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Roadrunner

 [M]
Ja, Hesperis, und verpuppte Larven oder Gelege stoffwechseln ja obendrein kaum. Ich frage mich gerade ob das auch in den Packungsbeilagen steht. Das wäre ein ziemlich wichtiger Hinweis und es könnte solche Aktionen wie diese hier möglicherweise verhindern.

Aber vielleicht steht es ja auch in der Anleitung. Die werden ja leider zu oft nicht richtig gelesen...
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BloomMaster

@ Hesperis

Originalzitat aus der E-Mail vom Unternehmen selbst: "Der aktuelle Name des Produktes ist
Schädlingsfrei Calypso. Die Gießanwendung ist an
Zierpflanzen in Pflanzgefäßen zulässig. Die Wirkung des Mittels
beträgt dann ca. 4 Wochen im Boden."


Habe dabei jetzt auch auf die genaue Wortwahl geachtet. Zierpflanzen steht da und nicht Gemüsepflanzen. Kann also durchaus sein, dass es nicht zum Gießen bei Gemüsepflanzen zugelassen ist.

Aber meine Aussage, dass es für Gemüsepflanzen auf irgend einer Art und Weise geeignet sei, ist nicht falsch. Denn auf den ihrer Homepage steht, dass das Calypso, was halt der neue Name sein soll, laut der E-Mail, auch für Gemüsepflanzen geeignet sei.

Ich hatte auch in einem Chemieforum nachgefragt. Dabei kam eine ähnliche Antwort heraus, wie bei der oben genannten E-Mail.

Habe auch noch folgendes herausgefunden:

Für uns Menschen hat der Wirkstoff das Gefahrenstoffkennzeichen xn. Das stand mal für "mindergiftig". Da dieser Begriff verharmlosend war, wurde die Bezeichnung in "gesundheitsschädlich" abgeändert. Zum Vergleich, Nikotin und Alkohol haben das Gefahrenstoffkennzeichen "sehr giftg" und selbst Coffein hat das Gefahrenstoffkennzeichen "mindergiftig".

Nachträglich hinzugefügt:
Also Zitate zum Schädlingsfrei Calypso:
- "zugelassen an Zierpflanzen und Gemüse"
- "Dosierung Gießanwendung in Containern:
5 ml Produkt in 100 ml Wasser (reicht für 1 Liter Erdsubstrat)"

Quelle: Homepage vom Hersteller
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Roadrunner

 [M]
Es geht hier eigentlich nicht mehr wirklich um den Wirkstoff, sondern um den Umgang mit Pflanzenschutzmittel und falschen Schlüssen.

Auch mindergiftige Stoffe sind bei starker Überdosierung giftig. Denn wie Paracelsus schon wusste, die Menge macht das Gift.

Deine Einstellung zu diesen Wirkstoffen ist einfach erschreckend leichtsinnig und sorglos.
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