Zitat geschrieben von Pflanzenboy
...so wie das aufen Bild aussiehtv wird das Loch direkt in der Mitte des Kaktus gebohrt oder soll das die Kindelbildung anregen ?
Genau richtig.
Allerdings sollte das nicht durch "bohren" geschehen, sondern durch ausschneiden des Scheitels.
Dies wird häufig praktiziert, vor allem bei der Vermehrung von seltenen Echinopsen.
Bei Echinocacteen dagegen habe ich dies noch nie gesehen, und erst recht nicht mit einer Bohrmaschine. Das Buch scheint mir fachlich nicht sehr ansprechend...
Welcher Verlag/Autor/Titel hat das Buch denn? (Habe mir den vorherigen Text nicht genau durchgelesen, sorry also, wenn ich dies überlesen haben sollte).
Zitat geschrieben von Pflanzenboy
Ein Kaktus bei mir hat sogar ohne anbohren reichlich Kindel gebildet ca .20 Stück .
Natürlich kommt das auch vor.
Es gibt Kakteen (nehmen wir mal Echinopsen), die vermehren sich vorwiegend durch Sprossbildung, andere dagegen nur durch Bestäubung (also durch Blühverhalten). Bestes Beispiel ist hier die Echinopsis BEX 104 von Ingo Bartels. Diese Pflanze kindelt ohne Hilfe nicht, hier wird entweder eine Rippenpfropfung gemacht (man schneidet eine Rippe in der Schräge ab, und pfropft dieselbe waagrecht auf eine Echinopsisunterlage), oder es wird der Scheitel konisch ausgeschnitten und mit Hohlkohlepulver behandelt. Da hier der Vegetationspunkt zerstört ist, wird die Pflanze gezwungen, durch ein, oder mehrere Sprosse sich weiterzuentwickeln.
Ebenso kommt es auf das Gieß, bzw Temperaturverhalten an, ob sich hier bei unserer Pflanze eine Knospe, oder ein Spross entwickelt.
Andere Pflanzen dagegen, wie alte, rosablühende Echinopsen vermehren sich massenhaft über Sprossen. Solche Pflanzen müssen nicht im Scheitel ausgeschnitten werden.
Da muss ich nochmal einhacken.
Meistens kann man nur mit diesen "Foltermethoden" solche, schwer kindelnde Pflanzen vermehren.
Egal ob bei Uhlig, Haage, Wessner etc, überall wird man massenweiße solche Pflanzen vorfinden, bei denen der Scheitel ausgeschnitten ist.
Aber trotz allem mein Resümee: Mit Bohrer den Scheitel zu verletzten ist auf keinen Fall eine geeignete Methode. Hier können leicht Pilzsporen eindringen, oder die Pflanze stark verletzt werden.
Wenn solch eine Methode praktiziert wird, sollte nur der Scheitel großflächig, konisch ausgeschnitten werden, und nachher vorsorgehalber mit Holzkohle die Schnittstelle bedeckt werden.
Grüße,
Echinopsis