mein Obstgarte - Antworten eines Fachmannes vor Ort

 
See
Azubi
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mein Obstgarte - Antworten eines Fachmannes vor Ort

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Gepostet: 21.02.2010 - 08:11 Uhr  ·  #1
Hallo zusammen,

nachdem gestern ein Fachmann vor Ort in meinem Garten war, sehen die Sachen nicht mehr so rosig aus.

Zwetschgen:
er schätzt beide auf eine hohes Alter und das der eine soviel Ertrag hatte, läge daran, dass er sich kurz vor seinem Ende nochmal aufbäumt. Er schätzt dass dieser noch 2-5 Jahre steht.
Der andere verkahlte wäre nicht zu retten, da starker Rückschnitt von Zwetschgen nicht gern gesehen wird und er unten eh nicht mehr kommen wird. Zumal scheinbar ein Fäulnisbefall vorliegt.
Den gesunden würde er auslichten (hat mir gesagt wie ich es machen soll) und dann solange stehen lassen, wie es geht.

Apfel:
Ebenso ziemlich alt und schlecht geschnitten. Mit viel Arbeit könnte man ihn wieder runterholen. Er würde ihn aber entfernen, da es schneller und einfacher geht und die andere Methode ungewiss ist.

kleine Bäume:
Hier ist er der Meinung, dass fast alle in sehr schlechtem Zustand sind und teilweise auch die Rinde verlieren. Er meine sogar, dass die so aussehen, als hätte diese der Vorbesitzer selbst gezogen! (Was meiner Meinung nach sogar sein könnte) Da keine Veredelungsstelle auf den ersten Blick zu finden war (wir haben noch 10 cm Schnee) und der Wuchs sehr untypisch für ein Baumschulenbäumchen wäre. Er würde hier auch zur Schere greifen und abzwicken.

Kirsche:
Hier selbiges, scheinbar keine Veredelung und deshalb vielleicht so anfällig.


Er hat zu Anfang betont, dass er normal nicht der Mensch ist, der Bäume einfach absägt. Aber er rät es mir, da es hier auch keinen Sinn mache, nochmal 300-400 Euro in einen Fachmann reinzustecken. Für das Geld wären zumindest die kleinen schnell ersetzt...


Mein Plan:
Zuersteinmal werde ich die Veredelungsstellen suchen
Die kleinen Bäumchen werde ich nochmal schneiden, da ja die Birnen zumindest sehr viel Ertrag hatten und auch gesund und gut geschmeckt haben!
Die verkrüppelten werde ich auch nochmal schneiden und sehen ob etwas kommt.
Die alte gammelige Zwetschge werde ich demnächst entfernen. Die andere wird geputzt.
Die Kirsche bekommt natürlich nochmal eine Chance, da guter Zustand in meinen Augen. (Wenn sie wieder Pilze bekommt, werde ich sie entfernen - fehlende Veredlung)
Den Apfel werde ich waaahrscheinlich auch entfernen.

Etwas erschüttert über diesen Vortrag bin ich schon, aber er war ehrlich. Was denkt ihr?

Danke für eure Hilfe!

viele Grüße

vom See
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Re: mein Obstgarte - Antworten eines Fachmannes vor Ort

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Gepostet: 21.02.2010 - 09:30 Uhr  ·  #2
wenn Du Wert auf die alten Sorten legst, solltest Du erst neue, kleinbleibende Bäume pflanzen und dann auf diese draufveredeln. Bei der Größe Deines Grundstück's ist es eh empfehlenswert auf einen Obstbaum mehrere Sorten aufzupfropfen. Ich mache das dieses Jahr bei meinem Apfel. Man möchte ja auch mal nen anderen Geschmack haben als nur von einer Sorte. Und dann kannste die alten umhauen

vlG Lapismuc
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Re: mein Obstgarte - Antworten eines Fachmannes vor Ort

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Gepostet: 21.02.2010 - 12:59 Uhr  ·  #3
Hallo See,
grundsätzlich ist es einfacher vor Ort Pflanzen zu beurteilen als anhand eines Fotos.
Allerdings: die große Zwetsche ist aufgrund ihres Verzweigungsmusters absolut nicht abgängig sondern vital und wüchsig, das ist auch per Foto gut erkennbar, hier irrt der Fachmann vor Ort auf jeden Fall! Wenn der verjüngt wird, sollte der noch viele Jahre halten. Auch der große Apfel kann nicht so schlecht sein, sonst hätte er an dem abgeschnittenen unteren Ast keine Neutriebe.
Zum Zustand der kleinen Birnen fällt mir ein, dass vielleicht nicht jeder die Rindensymptome des eher harmlosen Birnenschorfs von anderen Rindenschäden unterscheiden kann.
Ob der Vorbesitzer die kleinen Bäume selbst angezogen hat oder nicht ist ohne Belang, entscheidend ist die Art der Früchte. Bei kleinen Bäumen werden auch Fehler beim Kronenaufbau eher verziehen als bei großen Bäumen, zur Not kann man Fehlformen auch stützen. Nicht bei allen Unterlage/Sorten-Kombinationen ist die Veredlungsstelle wulstartig verdickt.
Bei der Neupflanzung kleiner Baumformen kann man im dritten Jahr mit einem ersten Ertrag rechnen, bei der Sanierung bestehender Bäume ebenso, das gibt sich also nichts, außer dass man bei Neupflanzungen die Sorten kennt und von Anfang eine ordentliche Erziehung durchführen kann, es wäre also durchaus zu überlegen. Ist eigentlich ein Platzproblem, ob man evtl es mit den alten versuchen und trotzdem den einen oder anderen neuen Baum pflanzen kann/will.
Grüße H.-S.
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