Hallo,
für die in Taxonomie und Genetik der Lithops interessierten Personen möchte ich an dieser Stelle auf eine in einer der nächsten Ausgaben von "Plant Biology" erscheinenden Arbeit hinweisen, genau gesagt auf "Genetic differentiation in the genus Lithops L. (Ruschioideae, Aizoaceae) reveals a high level of convergent evolution and reflects geographic distribution" von Kellner und anderen. (Ein Abstract ist unter http://www3.interscience.wiley…0/abstract zu finden).
Die Autoren haben im Rahmen dieser Arbeit die genetischen Verwandtschaftsbeziehungen im Genus der Lithops durch Analyse nichtkodierender DNA aus den Chloroplasten und Ribosomen zu erforschen versucht. Unter anderem kam AFLP zum Einsatz.
Jedenfalls war ich neugierig genug, um mir den Artikel für nicht ganz billige 36 Euro downzuloaden. Einige Erkenntnisse daraus möchte ich den geneigten Lesern hiermit zur Verfügung stellen.
Bitte beachtet jedoch: Die Analysen bezogen sich nur auf die oben genannten nichtkododierenden DNA-Abschnitte, weitreichendere Analysen könnten zu anderen Ergebnissen kommen.
1.) AFLP hat neun Gruppen im Genus der Lithops ausgespuckt, das sind folgende:
a) L. francisci + gesinae + gracilidelineata
b) L. aucampiae ssp. aucampiae + coleorum
c) L. aucampiae ssp. euniceae + bromfieldii + hookeri
d) L. dinteri + karasmontana + dorotheae
e) L. fulviceps + schwantesii
f) L. pseudotruncatella + ruschiorum + localis + steineckeanis
g) L. hallii + julii + salicola
h) L. geyeri + herrei + marmorata + meyeri + olivacea + optica + otzeniana
i) L. verruculosa + villetii
Die restlichen Untersuchten (u.a. helmutii, lesliei, divergens) liessen sich keiner dieser "Familien" zuordnen.
2.) Die Vermutung, L. steineckeana sei ein Hybrid aus pseudotruncatella und ruschiorum WIRD bestätigt.
3.) Schwantes' vorgeschlagene Einteilung in Leucolithops und Xantholithops deckt sich NICHT mit den Ergebnissen dieser Arbeit.
4.) Dinteranthus gehört eventuell zu den Lithops
Das war eigentlich das wesentliche, was ich rauslesen konnte. In der Arbeit selbst steht natürlich alles genauer, auch sind nette Graphiken dabei (z.ß. detaillierte Verwantschaftsbäume). Inwieweit einem diese 14 Seiten jedoch knappe fünfhundert Schilling wert sind muß jeder selbst wissen.
Ach ja: Bitte nicht nachfragen wegen einer PDF-Kopie. Das Teil ist sicher mittels Wasserzeichen oder ähnlichem irgendwie markiert, das Risiko wäre mir zu hoch.
Stets einen grünen Daumen wünschend grüßt
Iwan
für die in Taxonomie und Genetik der Lithops interessierten Personen möchte ich an dieser Stelle auf eine in einer der nächsten Ausgaben von "Plant Biology" erscheinenden Arbeit hinweisen, genau gesagt auf "Genetic differentiation in the genus Lithops L. (Ruschioideae, Aizoaceae) reveals a high level of convergent evolution and reflects geographic distribution" von Kellner und anderen. (Ein Abstract ist unter http://www3.interscience.wiley…0/abstract zu finden).
Die Autoren haben im Rahmen dieser Arbeit die genetischen Verwandtschaftsbeziehungen im Genus der Lithops durch Analyse nichtkodierender DNA aus den Chloroplasten und Ribosomen zu erforschen versucht. Unter anderem kam AFLP zum Einsatz.
Jedenfalls war ich neugierig genug, um mir den Artikel für nicht ganz billige 36 Euro downzuloaden. Einige Erkenntnisse daraus möchte ich den geneigten Lesern hiermit zur Verfügung stellen.
Bitte beachtet jedoch: Die Analysen bezogen sich nur auf die oben genannten nichtkododierenden DNA-Abschnitte, weitreichendere Analysen könnten zu anderen Ergebnissen kommen.
1.) AFLP hat neun Gruppen im Genus der Lithops ausgespuckt, das sind folgende:
a) L. francisci + gesinae + gracilidelineata
b) L. aucampiae ssp. aucampiae + coleorum
c) L. aucampiae ssp. euniceae + bromfieldii + hookeri
d) L. dinteri + karasmontana + dorotheae
e) L. fulviceps + schwantesii
f) L. pseudotruncatella + ruschiorum + localis + steineckeanis
g) L. hallii + julii + salicola
h) L. geyeri + herrei + marmorata + meyeri + olivacea + optica + otzeniana
i) L. verruculosa + villetii
Die restlichen Untersuchten (u.a. helmutii, lesliei, divergens) liessen sich keiner dieser "Familien" zuordnen.
2.) Die Vermutung, L. steineckeana sei ein Hybrid aus pseudotruncatella und ruschiorum WIRD bestätigt.
3.) Schwantes' vorgeschlagene Einteilung in Leucolithops und Xantholithops deckt sich NICHT mit den Ergebnissen dieser Arbeit.
4.) Dinteranthus gehört eventuell zu den Lithops
Das war eigentlich das wesentliche, was ich rauslesen konnte. In der Arbeit selbst steht natürlich alles genauer, auch sind nette Graphiken dabei (z.ß. detaillierte Verwantschaftsbäume). Inwieweit einem diese 14 Seiten jedoch knappe fünfhundert Schilling wert sind muß jeder selbst wissen.
Ach ja: Bitte nicht nachfragen wegen einer PDF-Kopie. Das Teil ist sicher mittels Wasserzeichen oder ähnlichem irgendwie markiert, das Risiko wäre mir zu hoch.
Stets einen grünen Daumen wünschend grüßt
Iwan