Hallo zusammen,
ich wollt' jetzt einfach noch ein paar Gedanken zur Giftigkeit der ursprünglich mitfavorisierten Eibenhecke einbringen. Ganz klar, Eibe ist giftig - für Mensch und vorallem Tier (Pferd!). Bei Tieren kann es auch tatsächlich mal passieren, dass die das Grünzeug anknabbern - bei Menschenkindern ist das eher die Ausnahme. Vorallem ist das Grünzeug der Eibe für Menschen nicht schon beim Ablutschen so giftig, dass mit schwereren Vergiftungserscheinungen zu rechnen ist. Werden Eibennadeln gekaut, dass sollen sie sehr bitter schmecken und werden in aller Regel wieder ausgespuckt. So viel zum Grün, nun zu den leuchtend roten Beeren. Die sind da sicherlich schon viel verlockender für Kleinkinder. Hierbei sollte man wissen, dass der rote Fruchtmantel nicht giftig ist, er schmeckt süß und aus ihm wurde früher in manchen Gegenden sogar ein marmeladeähnlicher Brotaufstrich gemacht. Die Kerne der Früchte enthalten jedoch wieder die gefährlichen Alkaloide. Damit diese aber freigesetzt werden, muß der Kern zerkaut werden - was wiederum einen sehr bitteren Geschmack nach sich zieht, so dass häufig ausgespuckt wird oder zumindest keine weiteren Beeren aufgenommen werden.
Ich möchte die Gefahr sicherlich nicht runterspielen, aber ich denke man sollte es schon realistisch einschätzen. Durch die Medien gehen eigentlich jedes Jahr mehrere schwere Vergiftungsfälle von Kindern durch Pflanzen, meist ist es jedoch der Goldregen oder bei Jugendlichen die Engelstrompete. Ich habe bisher noch nie von einem Fall einer schweren Vergiftung (bei einem Menschen) durch die Eibe gehört.
Als ich mein Haus gekauft habe, stand im Garten eine bereits fast 2m hohe Eibenhecke und das obwohl der Erstbesitzer selber Kinder hatte. Auch die Mieter, die die letzten vier Jahre im Haus gewohnt hatten und kleine Kinder hatten, haben nie Probleme damit gehabt. Meine eigenen Kinder waren beim Einzug acht und fünf Jahre alt und ich hatte ihnen beigebracht, dass man grundsätzlich keine Beeren isst, die man nicht genau kennt bzw. die man mir vorher gezeigt hat.
So habe ich die Eibenhecke stehen lassen. Das einzige, was ich heute mache, ist auf der 'öffentlichen' Seite immer wieder die Beeren in Kinderreichweite abpflücken. Die Eibenhecke ist nämlich Sichtschutz zu vier/fünf Parkplätzen, die tagsüber von Kindergartenmuttis angefahren werden (KiGa ist direkt gegenüber). Und weil die Mamas beim Abholen oft noch ein kleines Schwätzle halten und die Kiddies da dann schon mal recht unbeaufsichtigt sind, will ich einfach ganz auf Nummer sicher gehen.
Lieben Gruß
orlaya
PS: Bei regelmäßigem Schnitt setzt die Eibe nur sehr wenige Früchte an....
... und Liguster ist eigentlich auch giftig ...