Gartengestaltung trotz Frühblüher

 
Avatar
Herkunft: Biblis
Beiträge: 1381
Dabei seit: 08 / 2010
Blüten: 20

SandraD

Hallo Gartenfreunde,
ich habe ein Problem, das mich schon das ganze letzte Jahr über begleitet: Der Garten meines Freundes ist ein wahres Frühblüher-Paradies. Es wachsen dort unheimlich viele Schneeglöckchen und Krokusse. Das ist wunderschön, und wenn ich sage, dass es unheimlich viele sind, dann könnt Ihr Euch wahre Wiesen vorstellen.

Nun das Problem: Wir haben angefangen, den Garten umzugestalten, denn außer den Frühblühern wuchs bislang nicht viel. Etliche Stauden sind zwar gesetzt, aber in ganzen Bereichen verzweifle ich regelmäßig, weil bei jedem Spartenstich dutzende Blumenzwiebeln zutage kommen. Ganze Tuffs steche ich aus und muss sie dann wieder einpflanzen. Das ist frustrierend.

Ich müsste eine ganze Fläche umgraben, weil ich Beete anlegen will. Was soll ich nur machen?
Avatar
Beiträge: 4702
Dabei seit: 03 / 2009
Blüten: 21977

snif

das selbe Problem hat mein Vater auch. Eine Lösung haben sie noch nicht gefunden.
Ich würde das Beet anlegen, alles dort jäten, lockern oder sogar umgraben wie gehabt. Die Zwiebeln raussammeln, möglichst sortieren (soweit das halt möglich ist). Dann die Stauden setzen und in den Zwischenräumen die Zwiebeln wieder verteilen.
Viel Arbeit..... Aber Stück für Stück wirste vermutlich wahnsinnig.
Avatar
Beiträge: 364
Dabei seit: 11 / 2008

Aquachris

Hallo Sandra!

Mach`s Dir doch einfach und stich nur an dem Standort, an dem Du eine neue Pflanze (Staude / Gehölz) setzen möchtest, die Zwiebeln ab.
Dann kannst Du den Rest der Frühblüher lassen, wo er ist und musst sie nicht `rausholen und wieder einsetzen. Die neuen Pflanzen kannst Du vorher auf der Fläche verteilen, so wie Du Dir Dein neues Beet vorstellst. So würde ich`s machen.

Viele Grüsse, Christian
Avatar
Beiträge: 4702
Dabei seit: 03 / 2009
Blüten: 21977

snif

allerdings ist das Beet dann nicht "richtig" vorbereitet, sprich gejätet, evtl. gedüngt, manchmal Sand oder sonst was mit eingearbeitet und gründlich durchgelockert. Je nach dem, was du für Stauden setzen willst und was da sonst schon wächst, macht das überhaupt nix, oder ist fatal.

Wenn du vor allem größere Pflanzen setzen willst, die viel Platz um sich brauchen, also pro Fläche nur ein paar wenige, lohnt es sich vermutlich. Die kriegen dann eben einen kleinen Bereich um sie rum, der entsprechende vorbereitet wird.

Wenn du aber einen Haufen Kleinpflanzen setzen willst, ist es vermutlich tatsächlich einfacher, den ganzen Bereich auf ein Mal durchzugehen.
Avatar
Herkunft: Biblis
Beiträge: 1381
Dabei seit: 08 / 2010
Blüten: 20

SandraD

Hallo Leute,
dankee für die Antworten. Das Problem ist, dass der Boden gerade in diesem Bereich sehr verdichtet ist und dringend mal aufgearbeitet werden müsste. Auch ist die Gestaltung sehr schwierig, wenn man immer nur hier und da eine Staude setzt. Ich will ja auch Pflanzen direkt säen beziehungsweise nach der Anzucht flächig setzen. Das geht alles nicht.
Unkraut und Moos sind auch gut vertreten. Der Garten braucht einfach mal eine Kur. Aber die ganzen Frühblüher will ich ja auch nicht missen...

Snifs Vorschlag macht mich nicht glücklich...
Avatar
Beiträge: 4702
Dabei seit: 03 / 2009
Blüten: 21977

snif

das kann ich mir vorstellen

hab vor ner Weile ein Stückchen Beet neu angelegt - davor war's Hahnenfußwiese. Das war auch ohne noch Zwiebeln raus zu lesen ein Mordsgeschäft
Aber es hat sich gelohnt
Avatar
Beiträge: 364
Dabei seit: 11 / 2008

Aquachris

Hi Sandra!

Plan B:

Leih Dir einen Mini-Bagger (gibt`s schon mit ca. 0,8 to Gewicht, 80 cm breit), in Fachkreisen Schnullerbagger genannt , aus.
Es ist beim Verleih in der Regel immer eine Planierschaufel mit dabei. Damit kann man wunderbar den Boden oberflächig relativ (je nach Routine auf dem Bagger) gerade
in gewünschter Stärke "abschälen". Das "Schälgut" direkt in einen Entsorgungs-Container füllen.
Vorher müßtest Du Dich entscheiden, ob es Sinn macht, die Zwiebeln herauszuprokeln oder besser neue zu kaufen. Dann könntest Du je nach gewünschtem Bodentyp Blumenerde / Humus / Sand flächig verteilen und das ganze einmal durchfräsen.
Das sollte dann eine ordentliche Grundlage für eine Neugestaltung sein.

Erscheint radikal, ist aber in der Regel eine gute Alternative zur "Handarbeit". Ich weis ja nicht wie gross die zu bearbeitende Fläche ist.
Avatar
Herkunft: Düsseldorf
Beiträge: 294
Dabei seit: 11 / 2007

Gartenplaner

Hallo Sandra,

ehrlich gesagt beneide ich dich um die Frühblühervielfalt!!!!

Bedenke, dass es, bis sich solche Massen etabliert haben, Jahrzehnte gedauert hat!

Ehrlich gesagt stellen sich bei Aquachris' Vorschlag bei mir die Nackenhaare auf

Gut, verdichteter Boden ist vielleicht erst mal schwierig, aber um bessere Vorschläge machen zu können, bräuchten wir vielleicht eine genauere Beschreibung der Problemzone, vielleicht mit Foto?

Mein Alternativ-Vorschlag wird vielen hier auch nicht so gefallen, ist aber nicht so invasiv wie der mit dem Bagger:

Ich rate erst mal vom Umgraben ab, auch vom Bodenauflockern.
Das wird eh meist überbewertet und zerstört oft mehr, als dass es was bringt, vor allem auf gut eingewachsenem Boden.
Ich würde überlegen, nächstes Jahr im Sommer, wenn alle Frühblüher wieder eingezogen sind, also das Laub abgestorben ist, die Bereiche, in denen du etwas Neues pflanzen willst, mit Roundup oder einem anderen Totalherbizid, welches nur über grüne Pflanzenteile aufgenommen werden kann, zu gießen.
Das eliminiert dann schon mal das Unkraut und das Moos.

Dann würde ich 2-3cm dick Kompost auf dem nackten Boden verteilen und entweder jetzt die Stauden, die du setzen magst, pflanzen.
Oder, wenn du dem Boden was Gutes tun willst, den Kompost 5cm dick mit Rindenmulch abdecken und bis zum Jahr darauf mit der Neupflanzung warten - Kompost und die gleichmäßige Feuchtigkeit unter dem Rindenmulch werden das Bodenleben aktivieren und Regenwürmer anziehen, die den Boden dann auch lockern.

An Ort und Stelle Pflanzen auszusäen ist für ein Staudenbeet keine so gute Idee - besser aussäen, vorziehen und dann auspflanzen.

Da du von Moos sprichst, schätze ich mal, dass es sich um eine halbschattige oder schattige Stelle handelt?
Wald- und Waldrandstauden sind meist recht hart im Nehmen, auch wenn der Boden vielleicht nicht ideal ist - wenn du sie im ersten Jahr gut feucht hälst und regelmäßig für Humusnachschub durch Rindenmulch sorgst, macht das aber das wett.
Und wenn du jetzt an Bodendecker denkst - ich habe in meinem Eibenwäldchen Walderdbeeren flächig als Bodendecker und habe diesen Herbst 20 Säcke Rindenmulch wieder nachverteilt - teilweise die grünen Walderdbeerbereiche komplett zugedeckt - und nach 2 Wochen haben die sich schon wieder durchgearbeitet, sogar noch im späten Oktober/November.

Auch wenn es schmerzt, wenn du viele Stauden setzen willst und dabei auch viele Frühblüher mit ausgräbst, so würde ich die ausgegrabenen Zwiebeln doch nicht wieder einsetzen, erstens wegen der vielen Arbeit, zweitens sind ja noch ganz viele in der Erde und drittens schaffst du wieder Freiräume, wo sie sich neu ausbreiten können, und das geht ratzfatz, wenn eine starke Ursprungspopulation da ist.

Oft ist es aber so, wenn man versucht, so ein Bild neu zu pflanzen, dass es Jahre dauert, bis die kleinen Diven wirklich merklich anfangen, sich zu vermehren - und wenn man Pech hat, zieht der wunderbar umgegrabene Boden Wühlmäuse an und dann kann man lange darauf warten, dass die Frühblüher wiederkommen

Beste Grüße,

dar Gartenplaner
Avatar
Beiträge: 5470
Dabei seit: 03 / 2009
Blüten: 40

Hesperis

Zitat geschrieben von Sandra.Doerr
Der Garten braucht einfach mal eine Kur. Aber die ganzen Frühblüher will ich ja auch nicht missen... (

Kennst du sicher: "Wasch´ mich aber mach mich nicht nass!"
Eine Gartengestaltung die sich mit den Zwiebelpflanzen verträgt mußt du ohne große Eingriffe in den Boden erreichen, sonst sind sie weg. Gartenplaners Methode klingt da schon ganz gut. Aus dem Bereich der Wildstauden wird sich einiges für die vorhandenen Bodenverhältnisse finden was sich auch mit Frühjahrsblühern verträgt, so dass du einige Bereiche abwechslungwreicher gestalten kannst.
Auf Beeten für Pflanzen mit höheren Ansprüchen an den Boden wirst du auf die Zwiebelpflanzen verzichten müssen. Entweder sammelst du sie raus und pflanzt sie an geeigneter Stelle neu, oder sie gehen halt unter.
Es ist jetzt übrigens eine sehr ungünstige Zeit sie auszugraben, da sie schon eingewurzelt sind, den Verlust an Wurzeln werden sie nur schwer verwinden. Das wäre besser im Frühsommer zu machen, kurz bevor das Laub abstirbt.
Auch für die Aufarbeitung des Bodens für andere Pflanzen halte ich die jetzige Jahreszeit für denkbar ungeeignet. Gerade ein lehmiger Boden sollte jetzt nicht bearbeitet werden. Die Struktur nimmt dauerhaft Schaden. Wer von Hand arbeitet wird selbst merken dass es gerade jetzt dafür keine gute Zeit ist, der Einsatz von Maschinen verhindert solche Einsichten allerdings in der Regel.
Ich kann dir also keinen Rat geben jetzt etwas zu machen.
Ich würde an deiner Stelle die Blütezeit abwarten und dann eine Bestandsaufnahme vornehmen, auch von den vorhandenen Unkräutern. Dann ergibt sich vielleicht, welcher Gartenteil am ehesten für welche Nutzung geeignet ist.
Grüße H.-S.
Avatar
Herkunft: Köln USDA-Zone 8a
Beiträge: 28599
Dabei seit: 10 / 2006
Blüten: 59310

Roadrunner

 [M]
Hier in der Nähe ist ein Vorgarten mit wunderschönen, flächendeckenden Frühlingszwiebelgruppen. Sie haben dort einfach Bodendeckerrosen ('The Fairy', was sonst?) zwischen den Zwiebeln verteilt und an den Beeträndern noch ein paar Stauden gepflanzt. Der Vorteil der Rosen ist, das sie zu der Zeit der Zwiebelblüte noch keine Blätter tragen, und so das Bild nicht stören und den Zwiebeln auch kein Licht wegnehmen.

Ich würde die Zwiebeln auch stehen lassen und ggf. nur dort den Boden lockern, wo du etwas anderes pflanzen willst. Die Idee mit dem Unkrautvernichter ist gar nicht so übel, denn Roundup ist wirklich relatv umweltverträglich und man kann es auch von anderen Herstellern als Monsanto kaufen (falls jemand darüber diskutieren möchte, dazu gibt es bereits einen Thread). Auch zum Säen kannst du den Boden vorsichtig oberflächlich lockern.

Kompost und Flächenmulchung ist super, denn mit etwas Nahrung kammst du vielleicht die Regenwürmer dazu überreden, deinen Boden zu lockern. Kaffeesatz lieben sie übrigens auch sehr.
Ausserdem unterdrückt das auch das Unkraut. Möglicherweise säst du im ersten Jahr einfach mal eine gute Gründüngermischung. Das dauert zwar bestimmt länger als roden oder umgraben, könnte aber weniger Arbeit und die Rettung der Zwiebeln bedeuten.

Vielleicht kannst du uns aber noch etwas über die Lage (sonnig, halbschattig etc.) der geplanten Beete und die Bodenart (sandig, lehmig etc.) sagen. Denn das ist nicht ganz unerheblich...
Avatar
Herkunft: Biblis
Beiträge: 1381
Dabei seit: 08 / 2010
Blüten: 20

SandraD

Hallo Leute,
vorab: Danke für die tollen, ausführlichen und informativen Antworten. ich möchte gerne auf einige direkt eingehen und weitere Infos liefern, bin aber gerade so im Stress, dass ich dem nicht gerecht werden kann.
Bitte habt ein bisschen Geduld mit mir.

Liebe Grüße
Sandra

Ähnliche Themen

Gewählte Zitate für Mehrfachzitierung:   0

Registrierte in diesem Topic

Aktuell kein registrierter in diesem Bereich

Die Statistik zeigt, wer in den letzten 5 Minuten online war. Erneuerung alle 90 Sekunden.