Frage zur Gartengestaltung

 
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Frage zur Gartengestaltung

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Gepostet: 26.03.2023 - 12:28 Uhr  ·  #1
Hallo zusammen,

ich habe eine Frage zur Gartengestaltung.
Bisher war das so, das meine Eltern aus Altersgründen jedes Jahr eine Gärtnerei damit beauftragt haben und jedes Jahr waren sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden, was vermutlich auch daran liegt, dass sie vorher gar nicht genau überlegt haben, was sie eigentlich wollen und fanden, der Gärtner macht das schon.
Diesmal war ich bei der Besprechung dabei und es ging auch um einen pflegeleichten Garten. Der von der Firma machte nur ein paar Fotos, notierte sich nichts und redete ziemlich oft von den "tollen" Geräten, die die Firma hat.
Jetzt kam der Kostenvoranschlag und da taucht der pflegeleichte Teil gar nicht mehr drin auf. Plötzlich ist die Rede von intensiver Rasenpflege, für die dann alle 2 Wochen einer kommen soll und u.a. Rasen mähen. Davon abgesehen sind alle anderen Tätigkeiten sehr allgemein beschrieben. Damit haben wir schlechte Erfahrungen gemacht und ohnehin wirkt das so, als wär es das Standardangebot der Firma.
Gehölzschnitt taucht auch darin auf, aber da dann wohl diese "tollen" Geräte zum Einsatz kommen, weiß ich nicht, ob ich das gut finde, weil ich 0 Ahnung hab, wie das dann hier mit dem Nestbau aussieht. Teilweise wächst das hier so dicht, das man gar nichts erkennen kann. Die Gärtner würden auch nicht morgen anfangen, sondern wahrscheinlich Anfang Mai oder so.
Darüber hinaus ist dieser Kostenvoranschlag mal eben über 1.000.- höher als die Rg vom Gärtner aus dem letzten Jahr.

Meine Frage:
Meine Eltern hätten das jetzt einfach so hingenommen. Ich bin mit dem Angebot nicht zufrieden, aber leider hab ich auch keine Ahnung, was angemessen ist, was man als Kunde fordern kann usw.
Was sollte ich jetzt am besten tun?
Azubi
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Re: Frage zur Gartengestaltung

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Gepostet: 26.03.2023 - 14:22 Uhr  ·  #2
Ich würde weitere Angebote zum Vergleich einholen. Hast Du ein Foto oder eine grobe Zeichnung vom Garten? Weißt Du, welche Sträucher und Gehölze im Garten sind?
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Re: Frage zur Gartengestaltung

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Gepostet: 26.03.2023 - 14:26 Uhr  ·  #3
Einfachste Antwort: ein neues Angebot einholen von einer anderen Gärtnerei. ;-)

Grundlegende Gehölzeschnitte sind nur bis zum 1. März legitim, danach nur Pflegeschnitte bis zum Oktober. Und bestimmte Bäume sollte man derzeit überhaupt nicht schneiden!

Pflegeleichter Garten heißt auch: Wie pflegeleicht er für wen werden soll?
Meine Eltern haben rund 600 qm Gartenfläche, davon sehr viel Wiese. Theoretisch kannste da aller 14 Tage mal eben einen kompletten Tag bei der Rasenmahd einplanen. Auf der anderen Seite: Wenn diese Fläche komplett mit Stauden bepflanzt wäre, müsste ich auch mindestens 3 Wochen im Frühjahr einplanen, um den Ausputz zu machen, dann im Laufe der Saison auch noch zwei/drei Male ran, damit es "schön" bleibt.

Fakt ist auch, dass die Firmen auch leben wollen und gerade diese Dienstleistungen sehr teuer geworden sind.

Es wäre schön, wenn du noch ein paar Bilder vom aktuellen Garten reinsetzen könntest, denn dann kann man bessere und detaillierte Empfehlungen geben, damit du bei der nächsten Angebotserstellung drauf dringen kannst, dass eben dieses fixiert wird.
Gärtner*in
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Re: Frage zur Gartengestaltung

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Gepostet: 26.03.2023 - 22:56 Uhr  ·  #4
Hallo Mathilda und Loony Moon!
vielen Dank für eure Antworten. :)

Gehölzschnitt:
Wie gesagt, dem Gehölzschnitt jetzt/Anfang Mai stehe ich kritisch gegenüber, weil ich denke, dass dann die wenigen Vögel, die hier noch sind, mitten im Nestbau sein könnten/werden. Da ständig die "tollen" Geräte erwähnt wurden, würden die dann wohl zum Einsatz kommen und zb ein Laubbläser kann einen Höllenlärm machen. Mag sein, dass die andere haben, die wenig Krach machen, aber lautlos wird das auch nicht werden.
Da bin ich eindeutig "Pro Vogel" und finde, das kann auch bis zum Herbst warten. 😎

Sträucher:
Im Internet hab ich einen Artikel gefunden, in dem steht, welche Gehölze jetzt auf keinen Fall geschnitten werden sollen. Davon haben wir hier (soweit ich weiß) Zaubernuss und Magnolie.

Dann steht hier noch eine Forsythie, eine Cornelkirsche, 2-3 Sträucher, wo wir nicht wissen, was das ist (aber da wollte ich mal mit der App plant.net hin zwecks grober Bestimmung), Goldregen, mehrere Rhododendron, Eibe, weitere ungeklärte Sträucher (zb einer mit Blättern wie eine Kastanie, aber eben nur in Strauchgröße), Zierkirsche, ein chinesischer Strauch (den Namen hab ich wieder vergessen, kann ich aber mit der plant.net-App rausfinden), Korkenzieher-Hasel und Kirschlorbeer.

Pflegeleichter Teil:
Pflegeleicht für meine Eltern - und damit dann auch für mich.
Das ist so gedacht, dass Stauden gesetzt werden sollen, die dann zu unterschiedlichen Zeiten blühen und wenn nix blüht, dass die dann zb durch verschiedene Blattformen und -farben Abwechslung reinbringen.
Die Rasenfläche soll weg und durch eine "Insektenfreundliche Blumenwiese" ersetzt werden, weil die einige Monate nicht gemäht werden muss/kann/darf, sonst wird das nichts mit Blumenwiese. Leider ist der Boden hier eher sauer (liegt wohl auch an den Rhododendron), d. h. das ist teilweise zugemoost. Vertikutieren und kalken würde also Sinn machen.
An einigen Stellen ist der Boden auch getauscht worden, deshalb hätte ich das gut gefunden, wenn sich einer auch mal den Boden angesehen hätte.
Stattdessen kommen die mit einem Angebot für intensive Rasenpflege. 👿 Die wollen alle 2 Wochen zum mähen und pflegen (Kanten stechen und mit Freischneider bearbeiten) kommen und dafür jeden Monat über 300€ kassieren. Da fällt einem echt nix mehr ein. So viel Grünfläche ist das nicht, das wär also ein stolzer Stundenlohn. Da kann ich gleich n Anwalt fragen, ob der mal hier Rasen mäht.

Im Vorgarten (Eingangsbereich):
Ca. 4-5 Rosen. Da nistet nie ein Vogel drin, weil nur ca. 80cm hoch. Also die könnte man problemlos runterschneiden. Kann man wahrscheinlich auch selbst, wenn man weiß, wie das geht.

Im Hintergarten soll erstmal nichts gemacht werden, außer die neuen Triebe der Haselnuss entfernen.
Die Sträucher, die da mal waren, sollten auch nur einen Formschnitt kriegen - am Ende wurden die alle komplett abgeholzt und uns wurde erzählt, das hätten wir so gewollt. Natürlich hatten wir das keinesfalls gewollt! Der ganze Sichtschutz ist weg! Das war aber auch wieder ein sehr allgemeiner Angebotstext und da ließ sich dann auch nichts mehr machen.
Die Rasenfläche hinten ist auch ziemlich schattig mit Sonne ab Mittag. Eine insektenfreundliche Blumenwiese würde vermutlich nicht (nicht so gut) funktionieren. Das könnte auch bleiben, wie es ist.

Ist klar, dass auch diese Tätigkeiten teurer geworden sind, aber mich ärgert das wirklich, dass 0 auf unsere Vorgaben eingegangen wurde. Kein Wunder: Der Typ hat sich nix notiert! Fand ich damals schon befremdlich, aber gibt ja auch Leute mit nem mega Gedächtnis. Vermute aber ohnehin, das war dem egal, was wir gesagt haben.
Das ist auch keine kleine Firma, wo nur 2 Leute arbeiten. Das ist eine ziemlich große Firma, die können also anders kalkulieren als kleine(re) Firmen.

Sollte ich dem Gärtner mitteilen, dass das so nicht brauchbar ist und wir die Angebote anderer Gärtner abwarten?

BTW: Wir hatten auch mal ein Angebot zur Gartenumgestaltung bekommen, da sollte dann aber in den Eingangsbereich ein Strauch, der schnell wächst und locker bis zu 3-4m breit werden kann - "super" Idee. Direkt vor die Haustür sollte ein Gehölz, das zwar hübsch aussieht, aber leider giftig ist.
Pflanzendoktor*in
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Re: Frage zur Gartengestaltung

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Gepostet: 26.03.2023 - 23:40 Uhr  ·  #5
Also besteh als erstes drauf, keinerlei Hecken/Baumschnitt derzeit!

Rosen kannste nächste/übernächste Woche schneiden. Wenn es normale Strauchrosen sind bis zum 3 Auge (Austrieb) runter. Ist gerade die richtige Zeit. Gut wässern, Langzeitdünger dran und sie sollten im Sommer blühen.
Forsythia kann stark nach der Blüte zurückgeschnitten werden.
Die neuen Triebe der Haselnuss würde ich stehen lassen, die sind dein künftiger Sichtschutz im "Hintergarten".

Rasenflächen zur "Blumenwiese" wandeln erfordert nur Zeit und wenn Rasenschnitt dann in einer möglichst hohen Schnitteinstellung. Moos ist nicht sooo schlimm. Wenn du abgeblühte Gänseblümchen findest, verkrümeln ... eine gute Basis. Das, was als "insektenfreundliche" Blumenwiese verkauft wird, ist in meinen Augenwischerei. Dann lieber eine Rabatte mit Stauden machen. Wichtig wäre zum Beispiel, eine kleine Ecke im Garten totel verwildern zu lassen, um eben dort den heimischen Insekten Unterschlupfmöglichkeiten zu bieten.
Bitte keine Rasendüngung, auch wenn durch die Rhododendren der Boden sauer ist. Die brauchen das ... und wenn du den Rasen kalkst, nehmen die das stark übel. Die wollen es sauer.
Pflanzendoktor*in
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Re: Frage zur Gartengestaltung

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Gepostet: 27.03.2023 - 15:07 Uhr  ·  #6
So, jetzt nochmal bei Tageslicht und klarere Birne. ;-)

Um wieviel Fläche handelt es sich denn insgesamt, die ihr gepflegt haben wollt, carelle?

So wie ich dich verstehe, wollt ihr am liebsten eine Fläche, die maximal 2-3 Male im Jahr irgendwie gepflegt werden muss. Kann man mit einer wilden Wiese erreichen ... ABER: selbst deren Wachstum ist witterungsabhängig! Sprich, in Dürrejahren wie die letzte 5 Jahre ist das ( mit max. 2-3 Mahden) erreichbar ... aber wehe, es wird regnerisch und die Wiese sprießt wie Hulle. Da muss man durchaus wöchentlich mit dem Rasenmäher ran. Keine Bange Gänseblümchen und Klee überstehen solche Torturen. ;-) Lass auch Moos zu, das schützt den Boden und hält auch Feuchtigkeit drin.
Als wir im letzten Jahr in Schottland waren haben wir einmal so einen extrem hochgepflegten Rasen bewundert, welcher letztendlich bei genauerem Betrachten überwiegend aus Moos bestand! Lagetechnisch: dicht am Wasser und mehrfach täglich natürlich beregnet!
Auf der anderen Seite war in Dryburgh Abby das genaue Gegenteil zu bewundern ... Wiese wuchs wie sie wollte und dazwischen waren lediglich breitere Wege freigeschnitten und kurzgehalten! Muss man sich in Natura ansehen ...


Ich würde mir jetzt im Laufe des Jahres mehrere Aufnahmen vom Garten machen, ehe ich anfangen würde, dass ich da mit Axt und Sense und Bagger rangehe zur Umgestaltung. Persönlich empfinde ich Rhododendren als sehr schön in der Blüte, aber ansonsten sind es ... naja, schön grün auch im Winter.

Komplett pflegeleichte Gärten wird man nie finden. ist so. ;-)
Ich würde immer wieder versuchen als Neuling mit kleinen Schritten den Garten umzugestalten. Also erstmal einen Streifen als Rabatte mit Frühblühern und mehrjährigen Stauden. Im Herbst eine Ladung Narzissen, Tulpen, Iris und Hyazinthen versenken. Für den Sommer gehen dann Karthäusernelken, Pfingstrosen, Salbei, Lavendel, Minze, Frauenmantel, Thymian an den Start. Im Sommer fette Henne pflanzen, die werden schnell größere Tuffs, sind für die Insekten Nahrungslieferant im Spätsommer/Herbst.

Und wie schon geschrieben, fragt einfach mal bei anderen, kleineren Firmen an, was die euch empfehlen würden.
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