Einblatt kurz vor dem Ableben

 
Azubi
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Einblatt kurz vor dem Ableben

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Gepostet: 11.04.2021 - 10:29 Uhr  ·  #1
Hallo zusammen. Ich bin neu registriert hier, habe aber bereits viel mitgelesen und finde diese Community super!

Letzten Juli haben wir zur Hochzeit ein Einblatt (Spathiphyllum) geschenkt bekommen. Die Pflanze sah wunderschön aus (vgl. Foto). Ich hatte sie relativ bald in einen grösseren Topf umgetopft (derjenige beim Kauf war eher klein) und fälschlicherweise stellte ich diesen Topf an ein Fenster zur Südseite mir direkter Besonnung.

Mehr und mehr Blätter wurden braun und ich stellte die Pflanze etwa im Oktober weg vom Fenster an der Südseite an einen hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung. Die Pflanze ist/war immer in Pflanzenerde. Der Zustand verschlechterte sich jedoch weiter und ich topfte die Pflanze im Februar in frische Erde um, da ich das Gefühl hatte die Erde vorher war eher „matschig“ und der Zustand der Pflanze wurde immer schlechter. Vor einer Woche fingen die Blätter an zu hängen (vorher waren sie „lediglich braun“) und ich trennte die Pflanze auf drei Töpfe an verschiedenen Standorten auf, in der Hoffnung zumindest ein Teil überlebt. Beim Umtopfen hatte die Pflanze relativ wenige Wurzeln; diese sahen jedoch nicht soooo schlecht aus.

Hier nun die Bilder des aktuellen Zustandes. Habt ihr Empfehlungen, wie noch etwas zu retten ist? Ich habe mir auch überlegt, ob ich
- einen Teil in ein Wasserglas stellen soll; in der Hoffnung sie zieht kräftig Wurzeln
- eher kräftig giessen soll, die Erde sollte ja immer ein wenig feucht sein
- eher spärlich giessen soll, da sich die Pflanze so eher erholen kann?

Ich habe regelmässig normalen Pflanzendünger gegeben und ca. alle 1-2 Wochen kräftig gegossen (das Wasser stand jedoch nie; es konnte in den Unterteller abfliessen).

Danke!
nach dem Kauf
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nach dem Kauf
Zustand 2. April 2021
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Zustand 2. April 2021
Aktueller Zustand 1
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Re: Einblatt kurz vor dem Ableben

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Gepostet: 11.04.2021 - 14:21 Uhr  ·  #2
Solch große Töpfe können Wasser für 1 bis 2 Monate speichern. Wenn du kräftig gießt, war es der Pflanze wohl deutlich zu nass und die Wurzeln haben schaden genommen. Normalerweise kann man sich beim Gießen eines Einblatts daran orientieren, ob die Pflanze die Blätter wieder hängen lässt und erst dann wieder gießen. Ist natürlich schwierig, wenn die Blätter permanent nach unten hängen. Ich würde die Wassermenge auf ein wenig Wasser alle 2 Wochen reduzieren. Außerdem neben die Wurzeln gießen, statt direkt darauf. Es kann sehr lange dauern, bis sich die Pflanze wieder erholt.

Auf ebay kann man Feuchtigkeitsmessgeräte für Pflanzen für 6-10€ kaufen. Suche nach: Feuchtigkeitsmessgerät Pflanze
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Re: Einblatt kurz vor dem Ableben

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Gepostet: 11.04.2021 - 19:11 Uhr  ·  #3
Hallo Ralf

Spathiphyllum sind sehr pflegeleicht und zeigen sehr gut, ob sie wegen zu viel oder zu wenig Wasser hängen. Deine zeigt das total typische Bild von zu viel Wasser: Die Blattstiele stehen schön aufrecht, nur die Blattspreite hängt schlaff.

Für diese Pflanze brauchst du definitiv keinen Rappen (oder Cent) auszugeben für irgendein «Feuchtigkeitsmessgerät», denn sie ist selbst das beste: Giesse jeweils erst, wenn sich die Blätter (als Ganzes) abzusenken beginnen. Spathiphyllum überstehen auch mal zu trocken mit komplettem «Flachliegen» mit ein paar gelben Blättern ganz gut. Bis die Pflanzen wieder ihren normalen Habitus zeigen, kann es dir auch helfen, den Topf vor dem Giessen anzuheben und via Gewicht den Feuchtigkeitsgehalt im Topf abzuschätzen.

Die Topfgrösse sollte übrigens immer dem vorhandenen Wurzelballen angemessen gewählt werden, da undurchwurzeltes, nasses Substrat in nicht atmungsaktiven Töpfen sehr lange brauchen kann, bis es abtrocknet. Dies erhöht die Gefahr von Fäulnis und Sauerstoffmangel.

Auch wenn Spathiphyllum recht viel Lichtarmut erdulden, stelle die Pflanzen jetzt unbedingt schön hell ans Fenster, damit sie nicht unnötig leiden müssen und sich besser erholen können.

LG
Vroni
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Re: Einblatt kurz vor dem Ableben

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Gepostet: 12.04.2021 - 21:55 Uhr  ·  #4
Vielen Dank für eure Rückmeldungen. Gerne halte ich euch mit dem „Fortschritt“ auf dem Laufenden.

Ich habe die Pflanzen nun an einen hellen Platz ohne direkte Sonneneintrahlung (ich denke das ist auch besser so?) gestellt. Mittlerweile hängen auch fast alle Blattstiele bis auf den Topfrand hinunter. Soll ich mit giessen noch zuwarten (damit sich die Pflanze vollständig erholen kann), obwohl ich aufgrund des Gewichts des Topfes denke, dass keine Feuchtigkeit mehr drin ist? Oder besser bereits leicht giessen (nicht direkt auf die Wurzeln)?

Danke!

Und ja, richtig geahnt; hier würde ich eher mit Rappen statt Cent bezahlen :-)
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Re: Einblatt kurz vor dem Ableben

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Gepostet: 14.04.2021 - 08:28 Uhr  ·  #5
Hallo Ralf

Die Pflanzen in ihrem gestressten Zustand sehr hell, aber absonnig stellen, ist gut. Wenn sie wieder fit sind dürfen sie aber ruhig auch etwas Sonne abbekommen.

Wenn die gesamten Blätter inklusive Blattstiele flachliegen und auch das Topfgewicht sagt, dass das Substrat trocken ist, ist es allerhöchste Zeit zu giessen! Ich hoffe, ich hatte mich nicht missverständlich ausgedrückt: Das Flachliegen sollte nicht angestrebt, sondern gegossen werden, wenn das Absenken beginnt. Jedoch stirbt ein Spathiphyllum nicht gleich, falls es mal passieren solllte (mein über dreissigjähriges Exemplar hat das schon wirklich oft erleben müssen >_<). Dauernässe ist ungesünder.

Giessen tut man durchdringend, d.h. mit einer grosszügigen Menge, sodass der ganze Topfinhalt befeuchtet wird. Überschüssiges Wasser sollte nach nur wenigen Sekunden unten rausfliessen und kann nach etwas Zeit weggekippt werden. Wenn dieses Giessverhalten zu zu lange anhaltender Nässe im Topf führt, dann hat das Substrat schlechte Eigenschaften oder der Topf ist im Verhältnis zur Wurzelmasse deutlich überdimensioniert.

LG
Vroni
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Re: Einblatt kurz vor dem Ableben

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Gepostet: 14.04.2021 - 14:38 Uhr  ·  #6
Und wenn du dir unsicher bist, wie feucht dein Substrat ist, einfach mal mit dem Finger reinbohren oder an der Oberfläche etwas tiefer kratzen.

Ich habe durch meine Selbstmischung der Substrate manchmal mich auch verschätzt mit dem Wasser. Notfalls Übertopf richtig voll machen, eine Zeit (30 Min. bis eine Stunde) stehen lassen und dann wieder raus und abtropfen lassen. Wenn Substrate richtig trocken sind, zeigen sie das auch, dass Wasser uU fix durchläuft.
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Re: Einblatt kurz vor dem Ableben

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Gepostet: 23.04.2021 - 19:38 Uhr  ·  #7
Ich wollte nach knapp zwei Wochen kurz ein Update geben. Mittlerweile liegen alle Blätter und Stiele ganz flach und beginnen auszutrocknen.

Irgendwie habe ich das Gefühl, die Pflanze kann wie kein Wasser (mehr) aufnehmen. Das Substrat (Pflanzenerde aus dem Baumarkt) war erst heute wieder richtig trocken. Nun habe ich soeben (ohne Düngemittel) gegossen und hoffe, die ausgetrocknete Pflanze weiss etwas mit der Feuchtigkeit anzufangen.
heutiger Stand
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Re: Einblatt kurz vor dem Ableben

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Gepostet: 25.04.2021 - 09:22 Uhr  ·  #8
Hallo Ralf

Oh weh, das sieht ja richtig übel aus! :( Hatte die Pflanze denn überhaupt noch intakte Wurzeln, als du sie eingetopft hast? Wenn ich nochmals lese, …
Zitat geschrieben von ralf37
Beim Umtopfen hatte die Pflanze relativ wenige Wurzeln; diese sahen jedoch nicht soooo schlecht aus.
… beschleicht mich nun das Gefühl, dass die Relativierung möglicherweise noch etwas geschönt war. Ich tue mich angesichts der aktuellen Situation etwas schwer, einen Rat zu geben. Wahrscheinlich würde ich jemand anderem einen Neukauf empfehlen, aber dieses Exemplar hat ja sentimentalen Wert, weshalb jetzt schon aufgeben wohl keine Option ist. Sehen eigentlich alle drei Teile so aus?

Folgende «experimentellen» Ideen gehen mir durch den Kopf:
– Verdunstung sollte auf ein Minimum reduziert werden. Blätter aufrichten, Tüte drüber oder Stäbe in den Topf, mit Folie umwickeln, oben offen lassen.
– Was würde passieren, wenn die Blätter bis auf ca. halben Blattstiel (oberhalb Blattscheide, woraus ja die neuen Blätter entspringen) eingekürzt würden? Da die Blattstiele ja auch grün sind, dürften sie ja auch ein gewisses Mass an Photosynthese betreiben können. An einem seeehr hellen Standort ausreichend für Neubildung von Wurzeln und Regeneration?
– Ausgraben, von Erdresten befreien und ins Wasser stellen. Hätte den Vorteil, dass man sehen kann, was sich tut.

Hmm, da du drei Teile hast, würde ich wahrscheinlich mit einem die Wassermethode ausprobieren. mit den beiden anderen den ersten Ansatz. Viel Geduld wird es aber auf jeden Fall brauchen. Ich drück die Daumen!

LG
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Re: Einblatt kurz vor dem Ableben

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Gepostet: 25.04.2021 - 13:10 Uhr  ·  #9
Hallo Vroni

Vielen Dank für deine wertvollen Tipps.

Zu deiner Frage: Die Wurzeln sahen beim
Umtopfen effektiv nicht katastrophal aus. Ich würde sagen auf einer Skala von 1-10 (1: alle Wurzeln abgestorben; 10: wunderbare und zahlreiche Wurzeln) war ich vielleicht bei einer 3 oder 4. Vielleicht war natürlich auch noch ein wenig Wunschdenken dabei...

Ich habe deine drei Vorschläge umgesetzt (vgl. Fotos) und alle stehen nun an einem sehr hellen Ort (ohne direkte Sonneneinstrahlung):
1. Das schlechteste Exemplar steht nun im Wasser.

2. Beim 2. schlechtesten wurden die Ballstiele in der Mitte abgetrennt.

3. Das „beste“ Exemplar wurde in Folie gewickelt.

Dazu 2 Fragen:
- Giessen der Exemplare 2 und 3: Soll ich erst giessen, wenn die Erde ausgetrocknet ist oder die Erde immer leicht feucht halten? Düngemittel einsetzen oder nicht?
- Um das Exemplar 3 zu giessen, hebe ich einfach die Folie unten ein wenig an und giesse so. Korrekt?

Lasst mich bitte einfach wissen, falls ihr zusätzlichw Tipps habt! Ich halte euch auf dem Laufenden :-)
Wurzeln Exemplar 1
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Wurzeln Exemplar 1
Exemplar 1 im Wasser
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Exemplar 1 im Wasser
Exemplar 2
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Exemplar 2
Exemplar 3
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Exemplar 3
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Re: Einblatt kurz vor dem Ableben

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Gepostet: 26.04.2021 - 07:34 Uhr  ·  #10
Bei den wenigen Wurzeln ist es kein Wunder, dass sie schlapp machte.


Ich würde vorläufig nicht düngen, damit die Wurzelbildung nicht gestört wird..
Variante 3 steht ja hoffentlich in frischer Blumenerde, die idR vorgedüngt ist.

Tauch den einen Erdtopf, wenn er dir leicht erscheint (Waage! als Vergleich) lieber in einen großen Wassereimer ... das dürfte besser sein.
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Krankheit oder Schädling? Braune Blätter, kleine Tiere, was tun?
Neben den verbreiteten Schädlingen wie Blattläuse, Spinnmilben, Wollläuse, Schmierläuse, Schildläuse, Thripse, Weiße Fliege und Trauermücken gibt es auch häufige Pilzerkrankungen wie echten und falschen Mehltau, Rost und Schimmel, die zu Flecken und Schäden an der Pflanze führen. Neben den chemischen Mitteln wie Insektizide und Fungizide gibt es auch oft gute Hausmittel zu Bekämpfung der Krankheiten oder Schädlinge. Ein optimaler Standort bezüglich Licht und Boden, die richtige Erde oder ein neues Substrat sowie regelmäßiges Düngen können eine Pflanze stärken und unanfälliger gegen Schädlingsbefall und Krankheiten machen.

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