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Alles von Biologie bis Zytologie, Natur und Umwelt, neue Energien, Ökologie...
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Ausgestorbene/-sterbende Pflanzen/Tiere in heim. Wäldern |
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Racker  Hauptgärtnerin

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Plantsman  Pflanzendoktor

Beiträge: 2718
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vom: Mo 28 Dez, 2009 20:11 |
Moin,
das unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt nicht mehr das ist, was sie vor ein paar hundert Jahren noch war, ist sicher, aber die von Dir genannten Pflanzen, bis auf den Holz-Apfel, sind eigentlich in den Wäldern noch ziemlich häufig zu finden. Die Vogel-Kirschen sind eher unauffällige Beibäume, aber doch recht häufig. Schlehen nicht, das sind eher Sträucher warmer Waldränder und offengelassener Wiesen bzw. Wildhecken aber nicht unbedingt selten. Sicher ist auch der Landstrich, in dem man wohnt ausschlaggebend, welche Pflanze man findet. Ich denke, wenn Du einen Ausflug ins Sauerland machst, wirst Du sehr viel sehen, vor allem von März bis Mai, danach wird es in den Wäldern eher "langweilig".
Eine Ansiedlung der genannten Pflanzen ist nicht nötig und auch problematisch. Viele wirklich seltene Waldpflanzen sind anspruchsvoller an ihren Standort und die kleinklimatischen Bedingungen und lassen sich sehr schwer ansiedeln (z.B. viele Orchideen). Deren Erhalt ist von der Biotop-Pflege und der Nutzung abhängig. Ein ansiedeln sollte immer mit den Botanikern der örtlichen Naturschutzbehörde abgesprochen und koordiniert werden, da sehr viele Dinge beachtet werden müssen (z.B. Grund des Aussterbens, gibt es autochtones, also ortsnahes, Pflanzmaterial, Zeitpunkt). Deshalb nicht einfach den Waldmeister aus dem Garten auspflanzen, das ist kontraproduktiv und eventuell ökologisch gefährlich. Für viele seltene Pflanzen und Standorte existieren teilweise auch schon durchdachte Pflege-Konzepte.
Genieße die Natur, halt die Augen auf und fotografiere viel, eventuell schließ Dich einer örtlichen Naturschutz-Gruppe an, da bekommst Du noch mehr Infos.
Ciao
Stefan
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Scrooge  Pflanzendoktor

Beiträge: 4289
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vom: Mo 28 Dez, 2009 20:15 |
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Wir haben in der Nähe hauptsächlich nur Nutzholzwälder - häßliche Nadelbäume und darunter nur toter Boden.
Viele Wälder leiden wohl auch unter viel zu dichtem Wildbestand - Rehe fressen alles ab, und wo mal eine Wildschweinhorde drübergelatscht ist, wächst nicht mehr viel.
Walderdbeeren werden angeblich schon mancherorts durch verwilderte Exemplare der indischen Scheinerdbeere verdrängt - bewiesen ist das aber nicht, es könnte auch sein, daß sie co-existieren.
Das mit dem Wiederansiedeln würde ich den Profis überlassen (gab hier auch irgendwo mal einen Thread zu dem Thema ) - die wissen, was sie tun.
Man muß wissen, welche pflanzen wo heimisch sind, und man muß sich bei dem, was man hat, sicher sein können, daß es eine genetisch reine Wildpflanze ist - so was können Leute wie Du und ich gar nicht leisten. Außerdem besteht noch die Gefahr, daß man mit "Privataktionen" Schädlinge, Pilze oder Viren eischleppt, die dann den Rest des ursprünglichen Wildbestandes einer gefährdeten Pflanze auch noch dahinraffen.
Weil Du aber "Nutzpflanzen" erwähnt hast:
etwas anderes ist es, wenn Du einen eigenen Garten hast, und dort selten gewordene Bauerngartenstauden oder historische Beeren anpflanzen willst - oder z. B. alte Apfelsorten, die nicht mehr "in" sind. Viele von diesen drohen nämlich auch, verlorenzugehen.
Es gibt zu dem Thema viele Internetseiten, Baumschulen und online-Shops
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Racker  Hauptgärtnerin

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Rouge  Hadassa

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Racker  Hauptgärtnerin

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Rouge  Hadassa

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Racker  Hauptgärtnerin

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Rouge  Hadassa

Beiträge: 11334
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vom: Mo 28 Dez, 2009 21:59 |
Das beste Beispiel für "Laßt-die-Natur-sich-selbst-überlassen" ist der Nationalpark Bayrischer Wald ... da bleiben sogar Baumriesen, die der Sturm umgenietet hat, liegen, um als Nahrung für Insekten und Pilze zu dienen. Hin und wieder sieht man sogar einen jungen Baum, der den Alten als Keimplatz auserkoren hat. Und komischerweise, obwohl - oder sollte ich besser sagen: gerade weil - die kaputten Bäume nicht entsorgt werden, hats im Nationalpark wesentlich weniger Probleme mit Borkenkäfern als in den Fichtenmonokulturen ringsum. Da ist einfach die Natur noch intakt. Der Mensch greift nicht ein und es gibt genug Spechte, die sich um die Larven baumschädigender Insekten kümmern können. Wo es nur eine Sorte gibt (sei es Bäume oder Getreide) können Nützlinge gar nimmer aktiv werden, um Schädlinge zu bekämpfen.
Bestes Beispiel für menschliches Versagen sind die Flurbereinigungen der 70er Jahre. Um mehr Anbauflächen für Getreide zu erhalten und größere zusammenhängende Felder zu erzielen, wurden einfach die Gehölzhecken gerodet (u.a. waren das die oben als fehlend bemängelnden Schlehen, Weißdorn, Vogelbeer und sonstige Sträucher). Und was auf der Strecke blieb, waren die "Nischenbewohner" unter den Insekten, Pflanzen und Kleintieren
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Roadrunner  Druidin

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Racker  Hauptgärtnerin

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pokkadis  Pflanzenprofessorin

Beiträge: 5777
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vom: Di 29 Dez, 2009 16:46 |
das mit den walderdbeeren ist tatsächlich so...bei meinen eltern im garten wuchsen früher als wir kinder waren, ganz viele walderdbeeren. heute wachsen an denselben stellen nur noch die, die nach nix mehr schmecken und wo die kerne abgehen, ich glaub, die heißen knackerdbeeren, vielleicht auch scheinerdebeeren. jedenfall nicht mehr lecker. einfach ersetzt worden, die wilden erdbeeren, aber ohne menschliches zutun...
und waldmeister wuchs dort immer wild unter der buchenhecke. meine eltern wohnen auf ehemaligem waldboden, der waldmeister wächst dort auch immer noch, aber total ohne aroma. meine mutter sagt, daß sie als kind dort früher waldmeister geerntet hat. das ist wirklich merkwürdig.
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Roadrunner  Druidin

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