Wie düngt man richtig? Ein Leitfaden (von Experten)

Autor: GREEN24   
Veröffentlicht: 23.12.2025 - 08:43 Uhr
 
 
Richtig düngen bedeutet, Pflanzen zur richtigen Zeit, meist von Frühjahr bis Spätsommer, mit passenden Nährstoffen zu versorgen. Wässern Sie immer vor dem Düngen und vermeiden Sie Überdosierung. Organische Dünger wirken langsam und nachhaltig, mineralische schnell. Die Wahl hängt von der Pflanze und dem Bodenzustand ab, um optimales Wachstum zu sichern.



Hallo zusammen,

ich habe das Gefühl, dass das Thema Düngen oft für Verwirrung sorgt. Man will seinen Pflanzen ja etwas Gutes tun, aber die Sorge, etwas falsch zu machen, ist groß. Zu viel, zu wenig, zur falschen Zeit? Als ob man ein kompliziertes wissenschaftliches Experiment durchführt. Aber keine Sorge, das ist es nicht. Setzen Sie sich mit einer Tasse Tee hin und wir plaudern einfach mal darüber, wie man seinen grünen Freunden die beste Nahrung gibt. Es ist einfacher als Sie denken.

Die goldenen Regeln des Düngens

Bevor wir ins Detail gehen, gibt es ein paar Grundsätze, die immer gelten. Wenn Sie diese im Kopf behalten, sind Sie schon auf dem besten Weg.

  • Erst Wasser, dann Dünger: Düngen Sie niemals trockene Erde. Die Nährsalze im Dünger können die feinen Wurzeln verbrennen. Gießen Sie Ihre Pflanzen also zuerst ganz normal und geben Sie erst danach die Düngerlösung dazu.
  • Weniger ist oft mehr: Eine Überdüngung schadet der Pflanze und der Umwelt mehr als eine leichte Unterversorgung. Wenn Sie unsicher sind, nehmen Sie lieber die Hälfte der empfohlenen Dosis.
  • Frische Erde als Basis: Dünger ist kein Allheilmittel für ausgelaugte oder schlechte Erde. Die beste Grundlage für gesunde Pflanzen ist und bleibt hochwertiges, frisches Substrat.

 



Der perfekte Zeitpunkt: Wann Ihre Pflanzen Hunger haben

Das Timing ist alles. Pflanzen haben, genau wie wir, ihre aktiven Phasen und ihre Ruhezeiten. Gedüngt wird nur in der Wachstumsphase, der sogenannten Vegetationszeit. Für die meisten Pflanzen ist das von April/Mai bis etwa August/September. Düngen Sie nicht bei praller Sonne oder bei Temperaturen über 30 Grad, das stresst die Pflanzen nur unnötig. Ein bewölkter Tag oder die kühleren Morgenstunden sind ideal.

Frühling: Der Startschuss für das Wachstum

Im Frühjahr erwacht alles zum Leben. Jetzt brauchen die Pflanzen einen kräftigen Schub, um Blätter und Triebe zu bilden. Eine stickstoffbetonte Düngung ist hier genau richtig, um ihnen den besten Start zu ermöglichen. Sandige Böden düngen Sie am besten schon zwischen Februar und März, bevor die Pflanzen austreiben. Bei schweren Böden warten Sie besser bis April oder Mai, wenn der erste Wachstumsschub nachlässt.

Sommer: Energie für Blüten und Früchte

Im Sommer laufen die Pflanzen auf Hochtouren. Wer Blüten und eine reiche Ernte möchte, sollte jetzt auf eine ausgewogene Nährstoffversorgung achten. Gegen Ende des Sommers, so ab Juli, ist es klug, die Stickstoffgabe zu reduzieren und mehr auf Kalium zu setzen. Das stärkt die Pflanzen und bereitet sie auf die kältere Jahreszeit vor.

Herbst und Winter: Zeit der Ruhe

Im Herbst fahren die Pflanzen ihren Stoffwechsel herunter. Eine Düngung würde sie nur dazu anregen, neue, weiche Triebe zu bilden, die den ersten Frost nicht überstehen würden. Stellen Sie die Düngung also rechtzeitig ein und gönnen Sie Ihren Pflanzen ihre wohlverdiente Winterpause. Organische Dünger können Sie notfalls noch im frühen Herbst ausbringen, da sie ohnehin langsamer wirken.



Organisch oder Mineralisch? Die Qual der Wahl

Im Gartencenter stehen Sie vor Regalen voller verschiedener Dünger. Aber die grundlegende Entscheidung ist eigentlich ganz einfach: organisch oder mineralisch?

 

  • Organische Dünger (wie Kompost, Hornspäne, Pferdemist) sind die natürliche Wahl. Sie geben ihre Nährstoffe langsam und schonend ab, weil sie erst von den Mikroorganismen im Boden aufgeschlossen werden müssen. Sie verbessern langfristig die Bodenqualität und die Gefahr einer Überdüngung ist sehr gering. Sie sind die Seele eines gesunden Gartens.

  • Mineralische Dünger (oft als Blaudünger bekannt) sind wie ein schneller Energieriegel. Die Nährstoffe sind sofort für die Pflanze verfügbar. Das ist praktisch, um akute Mangelerscheinungen schnell zu beheben. Aber Vorsicht: Hier kann man leicht überdosieren und die Salze können sich im Boden anreichern oder ins Grundwasser ausgewaschen werden.


Viele Gärtner nutzen eine Kombination aus beidem: eine solide organische Grundversorgung und gezielte mineralische Gaben bei Bedarf.



Die richtige Dosierung: So viel brauchen Ihre Pflanzen

Die Menge macht das Gift, das gilt auch beim Düngen. Eine gute Faustregel für Flüssigdünger: Geben Sie etwa 10 bis 20 Prozent des Wurzelvolumens als Düngerlösung. Eine Kübelpflanze mit 10 Litern Erde bekommt also 1 bis 2 Liter verdünnten Dünger. Für größere Pflanzen rechnen Sie einfach: Pflanzenhöhe in Metern mal Pflanzenbreite in Metern mal 3 bis 4 Liter fertige Düngermischung.

Bei jungen Pflanzen und empfindlichen Gewächsen starten Sie mit der halben Dosis. Sie können später immer noch nachlegen, aber eine Überdüngung rückgängig zu machen ist schwierig.



Häufige Fehler beim Düngen vermeiden

Aus Fehlern lernt man, aber noch besser ist es, sie gar nicht erst zu machen. Hier die klassischen Stolperfallen:

  • Trockene Erde düngen: Das verbrennt die Wurzeln. Immer erst wässern!
  • Bei Hitze düngen: Über 30 Grad können die Pflanzen die Nährstoffe schlecht aufnehmen.
  • Im Winter düngen: Die Pflanzen ruhen und brauchen keine Nahrung.
  • Frischen Kompost verwenden: Nur gut ausgereifter Kompost gehört an die Pflanzen.
  • Die Dosierung ignorieren: Mehr hilft nicht mehr. Halten Sie sich an die Angaben.

 



Weitere Fragen

Was bedeuten die NPK-Angaben auf der Verpackung?
NPK steht für die drei Hauptnährstoffe: Stickstoff (N) für das Blatt- und Triebwachstum, Phosphor (P) für die Blüten- und Wurzelbildung und Kalium (K) für die Widerstandsfähigkeit und den Wasserhaushalt der Pflanze. Die Zahlen geben das prozentuale Verhältnis dieser Nährstoffe im Dünger an.

Kann ich Leitungswasser zum Düngen verwenden?
Ja, in den meisten Fällen schon. Sehr hartes, kalkhaltiges Wasser kann bei säureliebenden Pflanzen wie Rhododendren oder Hortensien aber den pH-Wert des Bodens unerwünscht anheben. Regenwasser ist hier immer die bessere, weil weichere Alternative. Die reine Düngerwirkung wird durch den Kalk aber nicht direkt beeinflusst.

Wie erkenne ich, ob meine Pflanze Dünger braucht?
Typische Anzeichen für einen Nährstoffmangel sind gelbe Blätter (besonders die älteren, unteren), ein kümmerlicher Wuchs oder ausbleibende Blüten. Eine genaue Diagnose kann schwierig sein, aber eine ausgewogene Grunddüngung beugt den meisten Problemen von vornherein vor. Beobachten Sie Ihre Pflanzen, sie zeigen Ihnen, was sie brauchen.

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