Substrat - eines für alle?

 
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Mäusle

Hallo zusammen,

in einiger Zeit werde ich umziehen und habe dann nur noch sehr wenig Platz um Sachen für meine Pflanzen, insbesondere Substrat, zu lagern. Daher wäre meine Frage, ob es ein Substrat gibt, das ich bei allen meinen Pflanzen verwenden kann.
Ich nehme mit:
- einen Eimer Sand (wahrscheinlich Vogelsand)
- einen Sack Perlite (der aber nur für das Zimmergewächshaus gedacht ist)
- einen Beutel mit Blähton
- einen Sack Substrat
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annewenk

Mäusle ,

so viel Ahnung hab ich auch nicht,kann Dir daher nur von meiner Erfahrung berichten.

Ich mische mir immer einen großen Eimer mit guter Blumenerde und Perlite,und ich denke auch,dass das reicht. Ausser natürlich für Kakteen und Orchideen !

Zwar habe ich auch noch Blähton und Kokohum....meine aber,das ist nicht unbedingt notwendig!
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Gluggsmarie

(Das ist ein bisschen so wie die Frage "Welche 3 Dinge würdest du auch eine einsame Insel mitnehmen")

Ich hätte jetzt auf Perlite verzichtet und stattdessen Quelltöpfchen genommen (wenns sowieso nur für die Anzucht ist, dann ist das platzsparender). Statt Blähton würde ich Seramis nehmen (ich schwöre auf das Zeug, außerdem ist es vielseitiger als Blähton verwertbar). Und dann noch was für deine Kakteen. Da in deiner aktuellen Kombination auch noch nix speziell für die Stachler bei ist, müsstest du ohnehin noch was in der Richtung holen.
Auf Blumenerde würde ich komplett verzichten, die nimmt wirklich viel Platz weg und ist muss auch immer recht frisch verwertet werden (wg. Langzeitdünger in der Erde, Schimmel usw.). Wozu Vogelsand? Kakteenbewurzelung oder TM-Bekämpfung?
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Mäusle

Hallo zusammen,

und danke für die bisherigen Antworten.
Mit Blumenerde habe ich leider schlechte Erfahrungen gemacht. Für die Schefflera war Blumenerde beispielsweise zu torfig, die ist fast hops gegangen, bzw. die Scheffleras von meiner Mutter sind alle hops gegangen.
Um das Ganze zu präzisieren:
Perlite und Blähton habe ich bereits, das kommt auf jeden Fall mit, da ich damit bei einigen Pflanzen gute Erfahrungen gemacht habe. Das steht also nicht zur Debatte.

Dann brauche ich eine Erde, die für alle der obigen Pflanzen geeignet ist. Wie gesagt keine Blumenerde, weil sie zu sauer ist. Eher Palmenerde wegen der vielen Palmen? Oder Kakteenerde? Oder sonst irgend etwas? Was lässt sich mit den Bedürfnissen aller neun Pflanzen am besten vereinbaren?
Und den Sand verwende ich dazu, um ihn bei den Kakteen und den Aloen beizumischen. Damit habe ich ebenfalls gute Erfahrungen gemacht.

Grüßle!
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Scrooge

Hallo,

für Vogelsand gibt es zwar auch Verwendungszwecke (Stecklinge, u. ä.), aber ins Substrat sollte man ihn nicht mischen (zu fein).

Im wesentlichen brauchst Du zwei Dinge: einen humosen Ausgangsstoff (Erde) und mineralische Zuschlagsstoffe.

Da Du die Erde auch für Sukkulenten-Substrate verwenden willst, muß sie torffrei sein.
So ziemlich die einzige torffreie Erde, die ich bei uns kriegen kann, ist Neudohum von Neudorff (entweder Blumenerde oder Pflanzerde); bei Toom, und i. d. R. auch im Bauhaus. (20 Liter für 5€; 45 Liter für 8€; 75 Liter für 12€)


Mineralische Zuschlagsstoffe gibt es viele verschiedene.
Für Dich bietet sich Perlite an, da ich Dich so verstanden habe, daß Du eh' einen Sack für Anzuchten vorrätig haben willst. Ich selbst mag Perlite im Substrat nicht so sehr, da ich das Gefühl habe, daß es sich beim Gießen immer nach oben spült, aber ich scheine hier der einzige mit diesem Problem zu sein.

Da Du ohnehin Blähton vorrätig halten willst, könntest Du Dir aber auch selbst je nach Bedarf "Blähtonbruch" herstellen: einfach Blähtonkugeln (keine gebrauchten) in zwei oder drei ineinandergestülpte Gefrierbeutel geben und vorsichtig mit einem Gummihammer draufhauen. Dieser Blähtonbruch ist ein ganz hervorragender Zuschlagsstoff, aber es ist viel Arbeit und eine ziemliche Sauerei.
Wenn Du den Platz hast, könntest Du Dir statt dessen Blähtongranulat kaufen ["Rigips Ausgleichsschüttung" vom Praktiker; ich glaube 50 Liter für 13 Euro].

Ansonsten könntest Du auch feinen Aquarienkies als Zuschlagsstoff nehmen; die Beutel gibt es unterschiedlichen Größen, die 2 oder 2,5 Kg Beutel nehmen z. B. nicht viel Platz weg.

Lava-Splitt ist auch ein beliebter Zuschlagsstoff, den man im Winter manchmal auch schon in kleinen 10-Kg-Beuteln bekommt (beim Streugut - bitte darauf achten, daß kein Salz oder ähnliches mit beigemischt wurde). Ist dann natürlich im Verhältnis teurer, als in den größeren Säcken.

Viele Zuschlagsstoffe, wie Lava, Bims, etc. bekommst Du im Internet (Uhlig; Haage; etc.) schon in kleinen Beuteln (z. B. 5 Liter) - das nimmt auch wenig Platz weg.



Aber Du siehst, wenn es hart auf hart kommt, könntest Du mit einem Sack Neudohum, sowie dem Perlite und dem Blähton, die Du ohnehin haben willst, auskommen.




Deine humose Ausgangserde mischst Du dann wie folgt mit den mineralischen Anteilen:

- Aloe vera
- Kakteen
- Yucca
humos:mineralisch = 30:70 (bei Kakteen stark abhängig von der Art)



- Washingtonia
- Phoenix
humos:mineralisch = 50:50 (kommt aber, gerade bei der Phoenix, auch ein wenig auf die genaue Art an)

Die Zamioculcas liegt irgendwo zwischen diesen beiden Gruppen - das hängt auch ein wenig von Deinem Gießverhalten ab.



- Grünlilie
- Schefflera
- Calathea zebrina
humos:mineralisch = 100:0 (wobei ich persönlich immer 10-15% mineralischen Anteil mit druntermische, um das Substrat lockerer zu halten; hängt aber auch vom persönlichen Gießverhalten ab)
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Gluggsmarie

Ach ja, das mit dem Sand hast du ja oben schon geschrieben.
Frage dazu: Vogelsand ist kalkhaltig. Das macht deinen Pflanzen ganz sicher nichts?
Mit Palmenerde wäre ich recht vorsichtig, die saugt einfach viel zu viel Wasser. Dann eher in Richtung herkömmliche Kübelpflanzenerde. Aber eigentlich gibt es nichts, was die Bedürfnisse aller Pflanzen deckt. Auch Zamioculcas ist schwierig, was die Erde angeht. Ihr Substrat muss sehr durchlässig sein, also Erde ordentlich mit Perlite o.ä. durchmischen.

PS Ich bleib bei meinem Seramis-Tipp. Bis auf die Kakteen (Info von Dieter) und evtl. Dattelpalme kann man alle deine Pflanzen darin kultivieren.

lg marie
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Gluggsmarie

Zitat geschrieben von Scrooge

Da Du die Erde auch für Sukkulenten-Substrate verwenden willst, muß sie torffrei sein.
So ziemlich die einzige torffreie Erde, die ich bei uns kriegen kann, ist Neudohum von Neudorff (entweder Blumenerde oder Pflanzerde); bei Toom, und i. d. R. auch im Bauhaus. (20 Liter für 5€; 40 Liter für 8€; 75 Liter für 12€)


Es gibt da noch eine von Compo. Eventuell könnte die leichter zu kriegen sein.
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andi.v.a

hallo,
hab ich das richtig verstanden, du brauchst wenig platz für substrate, die du je nach bedürfnissen selbst mischen kannst?
ich empfehle da perlite, seramis und blumenerde. anspruchslosere sukkulente kommen in einer mischung aus perlite und seramis und ganz wenig blumenerde zurecht, die anderen mögen dann eine mischung mit mehr blumenerde. ich finde das aber trotzdem nicht ganz optimal und empfehle, bei jeder pflanze auf deren substratbedürfnisse einzugehen, man kann ja auch mal etwas gartenerde dazumischen, auch mal quarzsand kaufen, oder bei säureliebenden mal etwas weisstorf bereithalten...
aber perlite ist für mich mitlerweilen ein gutes allzweckssubstrat für fast alles geworden, das man mit diversen zusätzen zu gutem pflanzsubstarat mischen kann.
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DieterR

Vogelsand ist definitiv zu fein. Der kann fürs Bewurzeln von Kakteen und Sukkulenten genommen werden, aber nicht als Zuschlag zu anderen Substraten.

Zudem sollte dieser nur für Pflanzen genommen werden, die Kalk vertragen, die meisten gehen dann
mit der Zeit ein. Darum sollte ja auch kein zu kalkhaltiges Wasser zum Gießen genommen werden.
Weiterer Aspekt gegen Vogelsand ist der, dass dieser zu fein ist und mit der Zeit das Substrat zu sehr verdichtet. Kalkfreier Aquarienkies so ab 1mm Größe ist da eher zu empfehlen.

Bei Kakteen und Sukkulenten kommts ganz drauf an, ob diese Starkzehrer sind oder nur in rein mineralischem Substrat gedeien. Ein generelles Mischungsverhältnis 30% Humus 70 minaralische Anteile,
kann da nicht empfohlen werden.
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angemeldeter Gast

Zitat geschrieben von Mäusle
in einiger Zeit werde ich umziehen und habe dann nur noch sehr wenig Platz

also ich finde, um den spagat zwischen platzsparen und universal-substrat hinzubekommen, eignet sich seramis am besten. es speichert wasser, wird durch seine struktur trotzdem gut durchlüftet und ist für fast alles einsetzbar. viel wichtiger als das substrat selber, ist, wie du dein gießverhalten darauf abstimmst. zudem kannst du es, wenn du mal eine alte pflanze entsorgen willst, auswaschen und wieder verwenden. bevor du dann am ende doch wieder drei oder vier verschiedene säcke substrat rumstehen hast, wäre das die konsequenteste lösung. mit aussaaten in seramis hab ich auch schon gute erfahrunge gemacht, aber da kann man ja zur not auch mal einen block kokohum kaufen und den bei bedarf quellen lassen. als block ist der auch schön platzsparend.
perlite gefällt mir persönlich nicht so. da bin ich ganz bei scrooge. zudem hab ich immer angst, dass meine lunge komplett zustaubt wenn ich damit hantiere.
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Scrooge

Zitat geschrieben von DieterR
Ein generelles Mischungsverhältnis 30% Humus 70 minaralische Anteile,
kann da nicht empfohlen werden.
Deswegen ja die Einschränkung.

Obi hatte, glaube ich, auch noch eine torffreie Erde (Eigenmarke), aber nur im 20-Liter Sack, der dann auch gleich wieder 4,50 oder 5 Euro gekostet hat. Ich empfehle das nur nie gern, weil ich immer Angst habe, die Leute gehen dann zu Obi, verlangen was "ohne Torf", und irgendein unfähiger Mitarbeiter drückt ihnen dann einen Riesensack mit den Holzfasern in die Hand, die die dort als Torfersatz verkaufen. Das wäre nicht der Sinn der Sache.....
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Mäusle

Hui,

da sind ja ganz schön viele und gute Tipps dabei! Nun bin ich noch mehr unentschlossen.

Mit Seramis habe ich bisher gar keine Erfahrungen gemacht. Bislang halte ich meine Pflanzen in Humus-Mischungen, teils mit Sand oder aber in Blähton. Daher tendiere ich nun zu torffreier Erde und einem Beutelchen Aquarienkies gemäß den Mischungsverhältnissen von Scrooge.
Trotzdem eine Frage zu Seramis, weil das nach "Allzweck-Substrat" klingt:
Könnte ich die Pflanzen, die momentan in Erde sind, einfach zu Seramis umgewöhnen? Oder ist das wie die Umgewöhnung von Erde zu Blähton problematisch? Inwiefern muss das Gießverhalten angepasst werden?
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Gluggsmarie

Ne, Seramis kann man mit Hydro nicht vergleichen. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass beide anorganisch sind und dadurch kaum Lebewesen (TMs, SPringschwänze, Tausendfüßer) ermöglichen.

Pflanzen aus Erde braucht man in Seramis nicht umgewöhnen. Entweder man topft den Ballen direkt in einen (größeren) Topf Seramis, oder man entfernt die Erde ganz oder teilweise von der Erde und topft sie dann um.
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gudrun

 [M]
Das Gießverhalten mußt du insofern anpassen, da Seramis Wasser mehr speichert als Erde und du daher eher seltener gießen mußt
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Yaksini

Eins für alle geht gar nicht , weil jede Pflanze ihre eigenen Bedürfnisse hat. Wenn man es sich ganz einfach machen wollte, könnte man sich auf eine Pflanzenart spezialisieren.
Die bisherigen Vorschläge sind wirklich gut und hilfreich.
Nur bei den meisten Kakteen würde ich z.B. eher auf rein mineralisch gehen. Einige vertragen aber auch leichte humose Beigaben.
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