Schattenbeet - Was pflanzen?

 
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contessa

Hallo!
Soeben hat mich meine Freundin angerufen und mich gebeten, euch eine Frage zu stellen.
Sie hat im Garten einen 25 Jahre alten Walnussbaum, der natürlich viel Schatten wirft. Unter dem Baum befindet sich ein ovales Beet, ca. 4 m lang und 1,5 m breit. Dieses Beet möchte sie gerne mit Sommerblühern bepflanzen, weiß aber nicht, was für so viel Schatten geeignet ist. Die Pflanzen können bis zu etwa 50 cm hoch werden und sollen nicht rot oder orange, dafür aber eher groß blühen.
Bitte helft ihr weiter.

Lg
Gudrun
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tartan

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Junie

oh,ein Walnußbaum ist natürlich nicht besonders gut geeignet um unter ihm ein Bett anzulegen. Je nachdem wie nah das Bett sich am Baum befindet kann es leicht sein, dass alle Pflanzen eher kümmern werden, da die Walnuß Hemmstoffe abgibt. Dies bezeichnet man als Allelopathie.. Versuchen kann es deine Freundin auf jeden Fall, aber sie sollte keine zu großen Erwartungen haben..
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nazareno

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stella_riamedia

hi gudrun,

ich würde mich da junie anschließen. nicht alles, was im schatten wächst, gedeiht unter jedem baum. walnuss ist da schon eher problematisch. die enthaltene gerbsäure hat fast herbizidcharakter.

veronicastrum ist übrigens nicht nur groß, sondern auch noch ein sonnenkind (aber eine tolle pflanze ). ich würde da versuchen, evtl ein paar unkomplizierte bodendecker einzusetzen.

was bei mir ganz gut unter problembäumen klappt (manches wurde auch schon angesprochen), ist epimedium (ist allerdings ein frühjahrsblüher), versch. campanula, hosta, aster divaricatus (die erweist sich wirklich, in manch hoffnungsloser situation, als ein absoluter goldschatz) lamium galeobdolon, chiastophyllum oppositifolium, das schnuckelige goldtröpfchen,digitalis, tiarella (wenn der boden durchlässig ist), gräser, wie luzula, carex morrowii, evtl manche farne.

aber alles mit keinerlei garantie auf nachhaltigkeit.

schönen gruß, stella
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belascoh

wichtig ist in solchen fällen, das laub restlos vom beet zu entfernen!
und evtl. kann man ja den ein oder anderen ast soweit auslichten, dass ein bisschen mehr licht auf das beet fällt!
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stella_riamedia

Zitat geschrieben von belascoh
wichtig ist in solchen fällen, das laub restlos vom beet zu entfernen!


klar, bei walnuss sollte man das schon tun, aber da bei der walnuss die wurzelausscheidungen nicht vermeidbar sind, & auch über den regen auswaschungen aus dem belaubten baum in die erde gelangen, würde das liegengebliebene laub im herbst das ganze zwar nicht besser machen, ist aber auch nicht wirklich ausschlaggebend.
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contessa

Vielen Dank für die vielen umfassenden Antworten.
Da werde ich meine Freundin am besten zu mir einladen, damit sie am PC auch alle Bilder sehen kann. Ich bin sicher, dass sie bei der riesigen Auswahl ihr Beet schon voll bekommen wird.
Nochmals danke!

Lg
Gudrun
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nazareno

Veronicastrum verträgt angeblich Halbschatten. Genaueres kann ich noch nicht sagen, da sie bei mir gerade erst getestet wird

Stellaria, bist du sicher, dass auch die Wurzeln gerbsäure ausscheiden? Blätter und früchte zu entfernen sollte ansonsten genügen, glaubte ich bisher.

Grundsätzlich würde ich aber auch an gehölze für diesen schwierigen standort denken, sie hätten auf dauer wohl bessere chancen.
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stella_riamedia

Zitat geschrieben von nazareno

Stellaria, bist du sicher, dass auch die Wurzeln gerbsäure ausscheiden? Blätter und früchte zu entfernen sollte ansonsten genügen, glaubte ich bisher.


definitiv! da es andere aber besser erklären können, hier aus einem artikel von der fh-weihenstephan, die sogar speziell die walnuss als beispiel aufführen.

Zitat
Ein bekanntes Beispiel ist hier der "Walnusbaum", Schwarze Walnuss und Echte Walnuss (Juglans nigra, J. regia), hier wird ein in den Blättern gebildetes, ungiftiges Glucosid über die Wurzeln abgegeben bzw. gelangt über Auswaschungen seitens der Blätter in den Boden. Durch einfache chemische Reaktionen (Hydrolyse, Oxidation) wird der ehemals inaktive Stoff in das aktive Juglon umgewandelt. Dieser Stoff hemmt nun sehr effektiv das Wachstum bzw. die Keimung zahlreicher Pflanzenarten (dieser Effekt ist bereits von Plinius dem älteren, 23-79 n. Chr., beschrieben worden).

quelle: http://www.fh-weihenstephan.de…utz-1.html


schönen gruß, stella
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nazareno

danke, alles klar.
Es scheint zwar keine gerbsäure, sondern eine zucker-alkohol-verbindung zu sein, aber der effekt ist offenbar der gleiche.

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