Im Januar aussäen? Ja, das geht! Wärmeliebende Pflanzen wie Chilis, Auberginen und Artischocken sowie langsam wachsende Blumen wie Levkojen können jetzt vorgezogen werden. Eine frühe Aussaat auf der Fensterbank oder unter Pflanzlicht verschafft ihnen den nötigen Wachstumsvorsprung für eine reiche Ernte und prachtvolle Blüte im Sommer.
Der frühe Vogel fängt den Wurm – oder die saftigste Tomate!
Wer im Sommer reichlich ernten möchte, muss früh anfangen. Der Januar mag zwar kalt und grau sein, aber für uns Gärtner ist er der Startschuss in die neue Saison. Jetzt legen wir den Grundstein für eine üppige Ernte und ein farbenfrohes Blütenmeer. Die Voranzucht im Haus ist eine wunderbare Möglichkeit, den Pflanzen einen Vorsprung zu verschaffen und die Vorfreude auf den Frühling zu zelebrieren.
Was jetzt in die Erde darf: Eure Checkliste für die Januar-Aussaat
Nicht alles ist für die frühe Aussaat geeignet, aber einige wärmeliebende und langsam wachsende Kandidaten danken es uns mit einer besonders reichen Ernte oder frühen Blüte. Hier ist eine Auswahl an Pflanzen, die ihr jetzt schon getrost aussäen könnt.
Nutzpflanzen: Der Gemüsegarten erwacht
Artischocke Die Königin des Gemüsegartens braucht viel Zeit, um ihre prächtigen Blütenknospen zu entwickeln. Eine frühe Aussaat im Januar ist daher fast schon Pflicht, wenn man im selben Jahr noch ernten möchte.
Aubergine Als echtes Sonnenkind liebt die Aubergine Wärme. Mit der Voranzucht im Januar gebt ihr ihr genügend Zeit, um kräftige Pflanzen zu entwickeln, die im Sommer viele Früchte tragen.
Chili & Paprika Je früher, desto besser! Chilis und Paprikas haben eine lange Kulturdauer. Eine frühe Aussaat bedeutet mehr Zeit zum Reifen und somit eine schärfere oder süßere Ernte.
Lauch Für eine Ernte im Sommer und Herbst ist die Aussaat von Lauch im Januar ideal. Die langen, schlanken Stangen brauchen ihre Zeit, um heranzuwachsen.
Physalis Die Andenbeere ist ein wahrer Spätzünder. Ihre Früchte reifen langsam in den typischen Lampions heran. Wer im Spätsommer naschen will, sollte unbedingt im Januar mit der Aussaat beginnen.
Rot- und Weißkohl Frühe Kohlsorten können bereits im Januar ausgesät werden, um im späten Frühling oder frühen Sommer geerntet zu werden. So habt ihr Platz für eine zweite Kultur im selben Beet.
Blumen: Ein Vorgeschmack auf den Sommer
Levkojen Ihr betörender Duft ist ein Highlight in jedem Sommergarten. Damit die Levkojen rechtzeitig blühen, ist eine frühe Aussaat im Januar empfehlenswert.
Löwenmäulchen Diese farbenfrohen Sommerblumen sind unkompliziert, brauchen aber etwas Zeit, um in die Gänge zu kommen. Eine frühe Aussaat belohnen sie mit einer langen Blütezeit.
Das richtige Licht: Fensterbank oder Pflanzenlampe?
Im Januar sind die Tage kurz und das natürliche Licht ist oft nicht ausreichend. Eine helle Südfensterbank kann für einige Pflanzen genügen, aber um wirklich kräftige und gesunde Keimlinge zu ziehen, ist eine Pflanzenlampe die beste Wahl. Sie sorgt für die nötige Lichtintensität und verhindert, dass die jungen Pflanzen vergeilen, also lange, dünne und schwache Triebe bilden.
Vom Samen zum Keimling: Die richtige Handhabung
Verwendet hochwertige Anzuchterde und haltet sie gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Eine Abdeckung aus Klarsichtfolie oder ein kleines Zimmergewächshaus hilft, die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten. Sobald die ersten Keimblätter zu sehen sind, brauchen die Pflänzchen viel Licht und etwas kühlere Temperaturen, um kompakt zu wachsen.
Weitere Fragen
Welche Erde ist am besten für die Aussaat? Für die Aussaat eignet sich spezielle
Anzuchterde[/b] am besten. Sie ist nährstoffarm, was die Wurzelbildung anregt, und feinkrümelig, damit die zarten Keimlinge leicht durchbrechen können. Zudem ist sie in der Regel keimfrei, um Pilzkrankheiten vorzubeugen und den jungen Pflanzen einen gesunden Start ins Leben zu ermöglichen.
[b]Wie tief muss ich die Samen säen? Als Faustregel gilt: Säe die Samen etwa doppelt so tief, wie sie groß sind. Sehr feine Samen, sogenannte Lichtkeimer, werden nur auf die Erde gestreut und leicht angedrückt, da sie zum Keimen Licht benötigen. Beachte hierzu am besten immer die Angaben auf der Samenpackung für optimale Ergebnisse.
Wann dürfen die vorgezogenen Pflanzen ins Freie? Die vorgezogenen Pflanzen dürfen erst nach den Eisheiligen, also Mitte Mai, ins Freiland. Vorher müssen sie langsam an die Außenbedingungen gewöhnt werden. Stelle sie dazu an milden Tagen für einige Stunden an einen schattigen Platz und hole sie nachts wieder herein. Dieser Prozess wird Abhärten genannt.