Pflanzen und Solarzellen

 
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Viech83

Hallo zusammen,

ich möchte gern mit einem Freund einen Tomaten Ertragsvergleich machen (Er in Hamburg, ich in Bayern).
Dazu möchten wir ebenfalls die vorhandene Sonneneinstrahlung übers Jahr vergleichen.
Zu diesem Zweck habe ich eine Schaltung entworfen, welche die Energiemenge aus einer Solarzelle (neben den Tomaten) über das Jahr addiert.

Die große Frage lautet nun (vor dem Start des Vergleiches):
Gibt es einen LINEAREN Zusammenhang zwischen der Energie aus einer Solarzelle und dem Pflanzenwachstum ?
ich bin nicht sicher, ob einer Tomate nicht eventuell eine bestimmte Lichtmenge föllig ausreicht und dann die darüber vorhandene Lichtmenge zwar vorhanden, aber nicht genutzt wird ?
Dann hätte ich nach der Messung zwar evtl. 25% mehr Licht zur Verfügung, welche die Pflanzen evtl. nicht nutzen können?

Ich freue mich auf eure Antworten !!
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Roadrunner

 [M]
Pflanzen aus den Tropen hören tatsächlich nach zwölf Stunden auf zu assimilieren, auch wenn sie in anderen Gegenden (oder künstlich) länger Licht bekommen. Das weiß man zumindest von Wasserpflanzen. Da Tomaten auch aus Gegenden mit ausgeglichenerem Tag/Nacht-Rhythmus stammen (Mittel- und Südamerika), ist das durchaus auch bei ihnen möglich. Ob es darüber aber genaue Daten oder überhaupt irgendwelche Untersuchungen gibt, kann ich dir leider nicht sagen.
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firemouse

Sehr interessante Idee!

Roadrunner, das wusste ich bisher nicht! Das ist ja faszinierend, woher wissen die Pflanzen, dass 12 Stunden rum sind, und warum machen sie danach "Pause"? Ist das für die Stoffwechselvorgänge nötig?

Ich kann mir trotzdem vorstellen, dass die Lichtmenge einen Unterschied macht. Denn es ist ja nicht nur die Sonnenscheindauer, sondern auch die Stärke, die sich von Ort zu Ort unterscheiden kann. Auch bei 8 (oder 12) Stunden Sonnenschein kann es am Ort A günstigere Wachstumsbedingungen als am Ort B geben, weil z.B. der Boden wärmer / temperierter ist oder der Staubgehalt der Luft niedriger oder... oder...

Und da sehe ich auch gleich die große Herausforderung bei dem Versuch: Die anderen Umgebungsvariablen (Wind, Temperatur, Wasser, Düngung...) müssten gleichbelassen werden, was wohl schwer zu überprüfen ist.
Viech83, ich will Dich aber auf gar keinen Fall davon abbringen, dieses Experiment durchzuführen! Ich finde diese Überlegung klasse und bin gespannt, was bei dem Versuch herauskommt!
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Carl-Ludovique

Hallo

Worauf ist dieser Versuch ausgerichtet, welche Erkenntnis soll er bringen? Für einen Ertragsvergleich legt Eure Tomaten-Ernte einfach auf die Waage.
Der Ertrag an Tomaten und das Wachstum der Tomatenpflanze sind zwei verschiedene Dinge.

Ihr habt verschiedene Gartenböden, unterschiedliches Klima und Höhenmeter (über Meer), Pflege, ..... und unterschiedliche Sonneneinstrahlung, die Ihr (als einzigen Parameter) messen wollt. (und zusätzlich andere Einflüsse wie Pflegefehler, Schädlinge, Krankheiten).
Einen linearen Zusammenhang kann es so gar nicht geben.

Selbst, wenn man nur Lichtmenge und Photsyntheserate (unter Laborbedingungen misst und) verrechnet ist die Kurve nicht linear. Deine 'Befürchtung', daß eine gewisse Lichtmenge 'ausreicht' ist berechtigt.
Hier ein Link zu Wiki: Photosynthese: Abiotische Faktoren: Licht (+ Temperatur, Co2, ...)

http://de.wikipedia.org/wiki/Photosynthese#Licht

oder habe ich die Frage falsch verstanden?
Gruß, CL
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Roadrunner

 [M]
Die Pflanzen 'wissen' das natürlich nicht wirklich. Sehr wahrscheinlich hat sich dieses 'Verhalten' so entwickelt, weil es einen evolutionären Vorteil bringt. Warum die Lichtsättigung bei solchen Pflanzen ziemlich genau bei Einbruch der Dunkelheit in den Tropen eintritt, ist ja nicht so schwer vorzustellen. Sie nutzen eben sehr effektiv das vorhandene Licht und die zur Verfügung stehende Zeit. Danach macht es einfach keinen Sinn mehr.

Genauso 'wissen' Pflanzen ja auch, wann sie ihre Blüten öffnen müssen. Denn das machen die nicht zufällig, sondern oft nur zu ganz bestimmten Tageszeiten (Blumenuhr).
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Viech83

Nabend zusammen und danke für eure Antworten.

Das wir keine Laborbedingungen und 100% gleiche Vorraussetzungen haben ist uns durchaus bewusst.
Zu 95% dient die Angelegenheit einfach dem Spaß an der Sache und bringt ein wenig Ehrgeiz zur Pflege der Pflanzen mit sich.

Wir haben zwar unterschiedliche Erde, jedoch nutzen wir die gleichen Schichtungen:
Holz,Grassoden,Pferdemist,Grünschnitt,Grobkompost,Feinkompost

Das mit der Sonne ist ebenfalls eher ein persönliches Interesse (und Spaß am basteln des Meßgerätes).
Auch wenn wir die Sonne nicht als Hauptgrund für das Wachstum und die Ernte betrachten dürfen, ist es dennoch interessant.

Hauptfrage für dieses Forum:
Ich habe mich halt einfach nur gefragt, wie es generell mit dem Zusammenhang Sonne/Wachstum aussieht.
Speziell ob die zur verfügung stehende Lichtstärke ab einer bestimmten Intensität einfach nicht genutzt wird oder je mehr desto besser?
Ich denke eher das alles was sie bekommt auch in dem möglichen Wirkungsgrad genutzt wird.
Die Frage kommt daher, da wir in dieser Region im Sommer teils extreme Sonneneinstrahlungen haben.
Im letzten Jahr (wir wohnen erst 2 Jahre hier, vorher ebenfalls in Hamburg) sind meine Tomaten förmlich explodiert !!
Ich war begeistert wie viel Ertrag eine Pflanze bringen kann und woran genau es liegt..

PS:
Im letzten Jahr lag meine Ausbeute bei 484 Cocktailtomaten (mit 2 Pflanzen)

Gruß,
Philipp
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Carl-Ludovique

Zitat geschrieben von Viech83

Hauptfrage für dieses Forum:
Ich habe mich halt einfach nur gefragt, wie es generell mit dem Zusammenhang Sonne/Wachstum aussieht.
Speziell ob die zur verfügung stehende Lichtstärke ab einer bestimmten Intensität einfach nicht genutzt wird oder je mehr desto besser?
Ich denke eher das alles was sie bekommt auch in dem möglichen Wirkungsgrad genutzt wird.


Hast Du Dir den Wiki-Link mal angeschaut? Ergänzend hierzu:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lichts%C3%A4ttigungspunkt

Lichtsättigungspunkt Tomatenpflanze: (angeblich) 60 - 70 klx, bis dahin nimmt das Wachstum also theoretisch zu

Gruß, CL
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Viech83

Hallo,

Vielen dank, danach hatte ich gesucht.
Ich werde die Ergebnisse im Herbst/Winter vorstellen

Gruß,

Philipp

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