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Orchideen-Notfall: faulige Wurzeln

Die richtige Pflanzenpflege, Pflanzenschnitt, Veredelung ...
Worum geht es hier: Richtige Pflanzenpflege, schneiden und veredeln...
Die richtige Pflege von Pflanzen umfasst das Düngen (welcher Dünger und wie oft düngen), Schneiden (wie schneiden und wann wird geschnitten), Wässern (wieviel Wasser und wie oft gießen), Standort der Pflanze (wieviel Licht oder Schatten), Boden (welche Erde oder Substrate), Überwinterung (wie überwintern und bei welchen Temperaturen, winterharte oder nicht), Veredelung (welche Technik zum veredeln, okulieren, anplatten oder pfropfen).
Azubi
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Hallo und herzlichen Dank für die Aufnahme hier!

Ich habe mich angemeldet, weil ich einen sehr dringenden Notfall mit Orchideen habe.
Eigentlich habe ich überhaupt keine Erfahrung mit Pflanzen, hatte auch noch nie eine um die ich mich kümmern musste.

Seit einigen Monaten arbeite ich in einem Büro, wo gerne mit Orchideen geschmückt wird. Vorzüglich zusammen mit Bromeliaden, ich schönen arrangements... in Glassschüsseln und generell Töpfen ohne Abtropfmöglichkeit. Es ist nicht überraschend dass dies dazu führt, dass die Pflanzen ein paar Wochen, oder auch Monate lang weiterblühen und wunderschön aussehen, dann geht es aber ziemlich bergab. Die Pflanzen werden regelmäßig entsorgt und neue gekauft.

Da es mir ziemlich leid tut, eine lebende Pflanze einfach weg zuschmeißen, habe ich mir einige davon jetzt nach hause geholt in der Hoffnung, ihnen eine zweite Chance geben zu können. Der Schaden ist allerdings ziemlich groß und ich befürchte dass es nur noch schlimmer wird, daher hätte ich gerne etwas Rat.

Ich würde gerne meine Orchideen vorstellen und ihre Vorgeschichte beschreiben. Das wird zwar sicher etwas langatmig, aber vielleicht quält sich ja jemand durch. Ich möchte anmerken dass ich bisher nach Gefühl gehandelt habe und mir klar ist dass einiges davon wohl falsch war.

Ich habe im Moment 4 Phalaenopsis, 1 Dendrobium und 1 Frauenschuh, die beiden letzten machen mir allergings wenig Sorgen. Diese und eine der Phal. hab ich bereits vor fast 4 Monaten mitgenomen, und bei der Phal. schaut es echt duster aus.

Sie war anfangs in einem Topf mit einer Bromeliade, und das "Substrat" ist so komischen gelbliches Mooszeug, das unglaublich lange braucht bis es durchtrocknet und sehr ecklig war als ich sie herausholte.

Die meisten Wurzeln waren verfault.
Ich habe die verfaulten Wurzeln enfernt und sie einfach drausen gelassen zum trocknen. Wasser bekam sie in Form von Tropfen direkt auf die Wurzeln. Das ging ein paar Wochen so.
Alles schien gut, nichts faulte mehr, das Substrat war auch endlich getrocknet, also habe ich sie wieder eingepflanzt. Einmal die Woche sparsam gegoßen und aber nicht lang später sind noch mehr Wurzeln hin, also wieder raus, wieder trocknen.

Dieses mal habe ich neues Substrat besorgt, darauf stand speziell für Orchideen. Es ist grobe Rinde und wurde mir von meinem Onkel empfohlen, der wunderschöne Orchideen hat, seine leben allerdings draußen, relativ "wild" (wir leben in Florida, Klimatechnisch geht das).

Auch habe ich neue Töpfe besorgt, online gefunden, selbstgießend und ideal für Orchideen stand da, mit Innentopf mit Schlitzen, perfekt, dachte ich.


Zu diesem Zeitpunkt kamen meine 3 anderen Phal. dazu, waren alle zusammen (vorher auch noch mit Bromeliaden die bereits alle tot waren) in einem großen Plastiktopf ohne Löcher. Es gab mehr oder weniger Schaden auch bei diesen, aber nicht so schlimm, daher war ich guter Dinge. Alle 4 also in ihre schicken neuen Töpfen mit der guten Orchideenrinde.

Es schien gut zu laufen, die eine neue bekommt ein frisches Blatt (hat aber auch eins verloren), die andere kriegt scheint mir eine neue Luftwurzel.
Auch mit dem selbstgießen schien es zu klappen, man führt eine dicke Schnur durch Löchen am Boden der Innentopfes, so dass die Schnur durch ihn durch geht und die beiden Enden im Wasser des Außentopfen hängen. Habe sie alle am 21.12 da eingetopft, einem richtig gut gegoßen und abtropfen lassen, und von dem abgetroften Wasser nur ca einen Finger breit drin gelassen, dass es auf keinen Fall in Kontakt mit dem Innentopf kommt. Hatte auch seit dem nicht mehr gegossen, nur hin und wieder den Wasserstand überprüft (es war noch genug drin), und das was ich an Wurzeln sehen konnte schien mir schön grün.

Vor ein paar Tagen ist der Wasserstand stark gesunken (davor kaum) und gerstern habe ich bemerkt, dass Kondenz außen am Innentopf war als ich ihn anhob. Habe also schnell die Orchideen rausgeholt und wie befürchtet schon wieder verfaulte Wurzeln gefunden. Ich nehme an dass das wasser aus dem Topf zwar abtropfen konnte, aber nicht verdunsten ist da der Innentopf den Außentopf komplett verschließt, und daher das Substrat viel zu feucht blieb... Im Nachhinein ist ma schlauer.

Nun sind sie alles 4 draußen, ich versuche sie mal wieder trocken zu kriegen, aber die Wurzeln werden weiß und ich bin hin- und hergerissen zwieschen gießen (wurzeln befeuchten) wollen, und der Angst, sie zu überwässern.


Meine erste Orchidee. Sie hat die wenigsten Wurzeln übrig, und ihre Blätter sind ziemlich schlaff (bei den anderen NOCH schön fest). Es kam ein neues Blatt und ich sah das als gutes Zeichen, aber jetzt ist sie schon sein Monaten so.


In diese hier habe ich die meiste Hoffnung, da sie die meisten Wurzeln und sehr kräftige Blätter hat. Aber jetzt sind die Wurzeln ganz weiß und ich will nicht zu viel gießen. Auch sie hatte faulige.



Nicht sehr hübsch, aber ich mache mir um das Blatt weniger Sorgen, das ist seit Monaten schon so und trotzdem noch sehr fest, scheint genug kontakt zu haben. Ich will es lieber nicht abschneiden.



Hier hatte ich auch HOffnung, da ein neues Blatt kommt, das noch ganz klein ist.



Ein bisschen habe ich mich schon schlau gemacht und gehe morgen durchsichtige Plastiktöpfe mit Löchern/Schlitzen besorgen, die ich zumindest erst mal nur auf einen untertof und nicht in einen Außentopf stellen werde, um sie beobachten zu können.

Ist das eine gute Idee? Wie lange soll ich sie draußen lassen bevor ich sie wieder reinsetze? Brauche ich eine Sprühflasche zum "gießen", wäre das besser solange sie in solch kritischem Zustand sind? Besteht überhaupt Hoffnung?

Oder könnte es sein dass sie zu wenig Wasser kriegen? Bei fauligen Wurzeln denke ich hald gleich an zu viel. DIe Wurzeln waren weich, etwas schwarz-braun an manchen Stellen, aber bei manchen konntem kan die äußere Hau abziehen und es blieb etwas wie ein Faben oder die Wurzel kleiner Pflanzen übrig (kann man in manchen Bildern sehen). Wie erkennt man den Unterschied ob sie an zu viel oder zu wenig Wasser sterben?

Alle Tipps und Ratschläge sind sehr willkommen!
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Hi,

die kriegst du alle durch :)
Wichtig ist, dass der Trieb selbst noch fest und grün ist und dass das Herz, sein Mittelpunkt, intakt ist. Und das ist bei allen so, sogar intakte Wurzelreste sind bei allen noch dran. Die werden alle überleben.
Das Blattgrün sieht super aus, kräftig gefärbt und fest, keine Flecken... deine Pflanzen haben alle noch große Kraftreserven.
Wurzeln sind dann tot, wenn sie glasig werden und sich im Endstadium von ihrem Mitteltrieb abziehen lassen. Schwarze Verfärbungen sind ebenfalls kein gutes Zeichen.
Bei zu wenig Wasser schrumpeln sie nur ein, erholen sich dann aber beim Gießen schnell wieder. Zu wenig Wasser erkennt man auch an den Blättern und daran, dass Blüten abgeworfen werden, wenn sie noch in der Knospe sind. Allerdings sind das auch Symptome vom Endstadium verfaulter Wurzeln, die längere Zeit zu viel Wasser hatten. Diese können die Pflanze dann nicht mehr mit genug Wasser verworgen, so dass sie vertrocknet. Erholt sich eine Pflanze nach dem Gießen nicht sofort wieder, sollte man sich die Wurzeln ansehen, denn dann ist es höchstwahrscheinlich ein Nässeschaden.
Das gelbe Zeug ist totes Sphagnum-Moos.

Ich hatte meine in sehr grobem Rindensubstrat. Also richtige Stücke, keine Krümel. Und dann ist der Topf relativ egal, solange das Wasser gut abfließen kann. Gegossen werden soll, wenn die Wurzeln sich von grün (frisch gegossen) zu silberweiß (abgetrocknet) gewandelt haben. Ich habe immer noch etwas länger gewartet, damit die Holzstückchen auch alle trocknen konnten. Je feiner das Substrat ist, desto langsamer trocknet es ab.
Draußen hat man immer mehr Luftzirkulation als drinnen, dadurch trocknen Pflanzen und Substrat dort wesentlich schneller ab. Eventuell ist dein Substrat deshalb für die Pflanzen deines Onkels super und für deine vielleicht ein bisschen zu fein.
Ich hatte meine zuletzt in Tontöpfen und Rindenmulch und habe anfangs täglich eine Fingerprobe von unten gemacht. Wenn sich die Stückchen im Abtropfloch noch feucht angefühlt haben, habe ich nicht gegossen. Nach ein paar Wochen hat man raus, wie lange das jeweils dauert, dann muss man nur noch ab und zu mal testen, ob sich etwas geändert hat.

Wenn die fauligen Stellen alle weg sind, können sie wieder in den Topf.
Azubi
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Vielen Dank für die Antwort!

Es freut mich zu hören, dass sie es wohl alle schaffen werden! :D

Ja, alle haben ein intaktes Herz und sehr kräftige Blätter, außer der ersten, deren untere Blätter doch sehr schlaf sind... erholen die sich wieder?

Ich dachte an durchsichtige Töpfe um die Wurzeln beobachten zu können... Tontöpfe hätte ich aber auch! Wie machst du es dann mit gießen? Von oben? Saugt sich der Ton nicht voll im Wasserbad?

Glasige Wurzeln die sich von ihrem Mitteltrieb abziehen lassen, das hatten sie fast alle... Die hab ich entfernt, aber dieser übrige Mittletrieb ist noch dran, muss der auch ab?

Sie sind weiterhin draußen und werden jetzt erst mal nur angesprüht, um nicht zu viel Wasser abzubekommen! Bei manchen Wurzeln bleibt noch zu sehen ob sie zu retten sind.
Die Wurzeln werden allerdings, wenn ich sie ansprühe oder Wasser drauf tropfe, nie so richtig schön grün, wie man es auf Bildern sieht, Sie werden leicht grün oder bleiben weißlich-gelblich. Kommt das wenn sie gesünder sind?
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Die Mittelfaser von toten Wurzeln kannst du abschneiden. Wichig ist die intakte Wurzelhaut, mit dieser werden Wasser und Nährstoffe aufgenommen.
Ton saugt auf, trocknet aber auch sehr gut wieder ab. Gut finde ich, dass sich an den Innenwänden unglasierter Töpfe kein Schwitzwasser abschlagen kann. Ich habe die Töpfe getaucht.
Ich denke mal, dass die Wurzeln dauerhaft geschädigt sind, aber solange sie noch grün und fest sind, ist Leben drin. Interessant ist, wie sich die nächsten Wurzeln entwickeln. Knallgrün sind sie bei mir aber auch nie geworden, und die Silberfarbe der Haut kam auch schon wenige Stunden nach dem Tauchen wieder durch. Das ist normal.
Fest, nicht glasig, aber graubraun mit dunklen bis schwarzen Flecken ist ein Symptom für einen Salzschaden - zu hartes Wasser oder zu viel Dünger.

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