Heidegarten gestalten

 
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Heidegarten gestalten

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Gepostet: 24.04.2005 - 12:14 Uhr  ·  #1
Hallo Gärtner,ich möchte eine Fläche 12x8 Meter als Heidegarten gestalten und würde gerne einen Vorschlag von ihnen wollen.Mit freundlichen grüßen Torsten Schwarz
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Heidegarten

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Gepostet: 16.11.2007 - 21:06 Uhr  ·  #2
Pflanzenprofessor*in
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Re: Heidegarten gestalten

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Gepostet: 16.11.2007 - 21:11 Uhr  ·  #3
Hauptgärtner*in
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Re: Heidegarten gestalten

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Gepostet: 17.11.2007 - 14:18 Uhr  ·  #4
Hi Thorsten,

was für einen Boden habt ihr?
Lehmig?
Sandig und sehr schwarz?
Oder einfach nur sehr schwarz?

Bei Heide ist es absolut wichtig, von vorneherein einen "sauren" Boden zu haben, der wenig Kalk enthält, mit einem PH unter 6 (kann man mit Teststreifen aus dem Gartencenter oder Apotheke prüfen).

Bei Lehm kann man noch so viel Torf untermischen (was auch nicht so toll für die letzten Moore ist, die dafür abgebaut werden) alternativ Rindenhumus, aber trotzdem ist meist so viel Kalk im Boden, dass nach ein paar Jahren die meisten Heide-Arten aufgeben, nur die Winterheide, Erica carnea verträgt Kalk ganz gut.

Wenn du also nicht in einem ehemaligen Moor-Gebiet oder Heide-Gebiet (viele Gegenden Norddeutschlands und Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern wohnst, ist ein Heidegarten meist nur für ein paar Jahre schön.

Beste Grüße,

der Gartenplaner
Azubi
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Re: Heidegarten gestalten

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Gepostet: 17.11.2007 - 16:58 Uhr  ·  #5
Zitat geschrieben von Gartenplaner

Wenn du also nicht in einem ehemaligen Moor-Gebiet oder Heide-Gebiet (viele Gegenden Norddeutschlands und Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern wohnst, ist ein Heidegarten meist nur für ein paar Jahre schön.
der Gartenplaner


Dem würde ich aber widersprechen wollen.
Wir haben vor 20 Jahren einen Heidegarten angelegt, obwohl wir nicht in dem vorgenannten ehemaligen Moorgebiet wohnen, sondern einen sehr festen Boden haben. Wir haben allerdings den Boden (ca. 80 qm) aufbereitet mit einem kleinen LKW Flußkies, mehreren Säcken Torf und für die Rhodos letztendlich noch Rhodohum eingearbeitet. Bei mir haben sich alle Heidearten (ich habe alle aus einer Spezialgärtnerei in Soltau schicken lassen; Erica carnea, Erica tetralix, Cassiope, Bruckenthalia, Phyllodoce sowie diverse Calluna-Sorten) über die Jahre optimal entwickelt, haben jedes Jahr reich geblüht und zeigten keinerlei Mangelerscheinungen. Ich habe lediglich einen Fehler begangen, ich habe die einzelnen Heidepflanzen zu dicht gepflanzt, ich hätte mehr Zwischenraum lassen müssen.
Das gleiche, was den Boden anbelangt, gilt für eine Rhodo-Anpflanzung. Auch hier habe ich die Rhodos an absolut untypischer Stelle angesiedelt: nämlich auf der Südseite unseres Grundstücks! Inzwischen haben die größten Pflanzen eine Höhe von mehr als 2,50 m erreicht und bilden in der Gruppe eine geschlossene Ansicht, d. h. sind allesamt gut und dicht belaubt.
Ich habe mich seinerzeit überhaupt nicht davon beeinflussen lassen, was gut oder nicht gut ist - ich habe es einfach ausprobiert! Allerdings habe ich schon versucht, den Boden, der ja bei uns in keinster Weise optimal ist, für die Anforderungen der Pflanzen entsprechend aufzubereiten. Aber dies auch nur in einem finanziell und arbeitsintensiv vertretbaren Rahmen! Ich habe also keinen großräumigen Bodenaustausch vorgenommen!!

Zur Anlage eines Heidegartens habe ich damals ein kleines Büchlein genutzt, das ich für absolut ausreichend halte, weil es genau das mitteilt, was man wissen sollte/muß:
Der Heidegarten, erschienen im BLV-Verlag. Hat vor mehr als 20 Jahren etwa 10 DM gekostet. Ich weiß natürlich nicht, ob das Büchlein heute noch erhältlich ist...
Hauptgärtner*in
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Re: Heidegarten gestalten

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Gepostet: 18.11.2007 - 13:35 Uhr  ·  #6
Hallo rhodocallistas,

hey, schön, dass es bei dir funktioniert hat!!

Allerdings heisst "fester Boden" nicht unbedingt, dass er nicht schon leicht sauer vom PH-Wert her ist, wenn er sich aus silikatreichem und nicht kalkhaltigem Ausgangsgestein gebildet hat.
Und wenn er von vorneherein leicht sauer war, haben natürlich die Fuhren Torf und Rhodohum den PH-Wert noch weiter abgesenkt.

In welcher Gegend wohnst du denn, wenn ich fragen darf?

In Bremen und Hamburg hab ich schon einige altehrwürdige, große Rhododendronhecken gesehen, teilweise 3-4m hoch.
Ebenso in einigen Gegenden Englands und Irlands in großen Parks, die wachsen da teilweise wie einheimische freiwachsende Hecken.
Aber dort ist immer der Boden von vorneherein sauer.

Der PH-Wert unter 7, besser noch unter 6 scheint mir der wichtigste Faktor.
Dort, wo ich es damals versucht habe, ist der PH-Wert über 7 und der Boden aus kalkhaltigem Sedimentgestein entstanden - da ist so viel Kalk drin, dass das jede Ladung Torf mit der Zeit abpuffert und neutralisiert.
Rhodos sehen hier immer gelbrün und kränklich aus, da würde nur ein Komplettaustausch der Erde und ein Auskleiden dees Beetes mit Teichfolie, welche unten zum Wasserablauf gelöchert ist, helfen.

Und, auch wenn wir alle gerne besondere Pflanzen im Garten haben - man sollte sich immer vor Augen halten, dass, wenn man Torf für einen Heidegarten nimmt, an anderer Stelle wertvolle Lebensräume, nämlich Hochmoore, dafür zerstört werden.

Beste Grüße,

der Gartenplaner
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