Hügel gestalten (auch für Kinder)

 
Azubi
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Hügel gestalten (auch für Kinder)

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Gepostet: 16.01.2021 - 20:47 Uhr  ·  #1
Hallo liebe Gartenfreunde!

... ich hoffe ihr könnt uns weiterhelfen:)

Wir haben unseren Garten erweitert und jetzt auf dem neuen Grundstück einen Hügel aufschütten lassen (ca. 20x2x1,50m). Der Hügel ist entlang einer Gartenecke(also hat eine Kurve) und an den Enden ist jeweils eine breitere -fast runde- ‚Plattform‘ (hoffe das ist verständlich?). Jetzt im Frühjahr wollen wir in endlich hübsch herrichten:)- auf der linken Plattform wollen wir ein Stelzenhaus anbauen für die Kinder.
Lage: voll Sonne !

Unsere Wünsche:
- ein harmonisches Erscheinungsbild-vielleicht Romantisch/Bauerngarten?
- Spielplatz für die Kinder- deshalb vielleicht keine ‚extremen’Bienenweidenpflanzen (Kids sollen beim Spielen ja nicht gestochen werden)
- Sichtschutz (Max. 2-2,5m hohe Pflanzen)
- Blühende, aber auch immergrüne Pflanzen
- ‚Pflegeleicht‘;)

In der ‚Kurve‘ des Hügels steht eine Schaukel- dachte vielleicht, dass man da eine blühende Kurve gestalten könnte (eine Sorte/ abwechselnd blühend???- was ist hübscher?)... vielleicht kann man aus den Sträuchern dann ein „Tunnel“ zum Durchlaufen ziehen? Geht das?
Dachte da an weiße Deutzien o.ä.?

Die Plattform rechts hab ich keine Ahnung: ein Bauernjasmin??? Ein andere Solitärpflanze? Vielleicht ‚kreisförmig’ angepflanzte immergrüne Büsche als Versteck?

Was zwischen den Plattformen und der Kurve? Einzelne Sträucher?

... hab auch gedacht, dass man vielleicht irgendwo ne Felsenbirne/Zaubernuss/etwas anderes Besonderes anpflanzt?

Nur her mit euren Tipps!:)...
Sei es nur für die Gestaltung der Plattform(en)/Kurve/dem dazwischen oder eine Gesamtkomposition:)
Bin für alle Vorschläge dankbar:)))

Lg,

Ally
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Re: Hügel gestalten (auch für Kinder)

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Gepostet: 16.01.2021 - 23:00 Uhr  ·  #2
Hallo

da fallen mir doch ein paar Dinge zu ein...
(Ich arbeite in einem Beruf, wo wir u.a. Außenanlagen/ Spielplätze für Kitas und Schulen machen... - da dürfte das wohl nicht so schwer sein - hahaha...)

Stelzenhaus find ich prima, besonders wenn sich unter dem Haus ggf. noch ein Plätzchen findet, sodass die Kiddies auch mal "Verstecken spielen" können.
Zu der Schaukel fällt mir ad hoc ein, dass die besser nicht allzu nah an die Hügelkurve heranreichen sollte... Es gibt ja zu jedem Spielgerät immer auch die Anforderungen an Fallschutz(bereiche), die sollten auch eingehalten werden. Sprich, da sollte nach bestem Wissen auch nüscht im Wege sein, auch keine Hügelchen etc. Außerdem würde sonst euer schöner, aufgeschütteter Hügel abgetreten, abgetragen werden und ihr habt irgendwann nicht mehr nur einen kurvigen Hügel, sondern es sind dann zwei separate, also getrennte Hügel geworden...

Zitat geschrieben von AllyB
Spielplatz für die Kinder- deshalb vielleicht keine ‚extremen’Bienenweidenpflanzen (Kids sollen beim Spielen ja nicht gestochen werden)
Soo viele extreme Bienenweiden gibt's ja fast gar nicht...
Nein, es ist schon klar, wie du das meinst...
Ich würde das auch gleich noch weiter denken und auch alle Pflanzen außen vor lassen, die in irgendeiner Form giftig oder ungenießbar sind... (wobei auch die noch unreifen Früchte der Felsenbirnen unverträglich für Kindermägen sind!) - also kein Holunder, Efeu oder so Stacheliges wie Ilex oder Berberitzen...

Zitat geschrieben von AllyB
Sichtschutz (Max. 2-2,5m hohe Pflanzen)
- Blühende, aber auch immergrüne Pflanzen
- ‚Pflegeleicht‘;)
Oh ja, gerade der letzte Punkt ist wieder so ein wunderbar erschöpfendes Thema...
Bevor ich hier wieder mal die Endlosschleife meines berühmt-berüchtigten "Nichts-gedeiht-ohne-Pflege"-Vortrags einspiele, frage ich einfach mal:
Wie viel Pflege darf's denn sein?
Wie viel Pflege wollt/ könnt ihr leisten?

Bei vielen Sträuchern, insbesondere den beliebten Blühsträuchern wie Forsythie, Philadelphus, Sommerflieder, Deutzie, Kolkwitzie, Weigelie und so weiter steht in regelmäßigem Turnus ein Pflegeschnitt an, bei dem z.B. ältere, abgeblühte Triebe bzw. Äste entfernt werden sollten (jeweils je nach Strauch teilweise zu unterschiedlichen Zeiten - Forsythie z.B. erst nach der Blüte).
Einige der genannten brauchen gar unbedingt diesen Schnitt, weil sie sonst vorzeitig altern und dann auch nicht mehr so blühfreudig sind.

Immergrün wird schwierig werden, glaube ich...
Entweder sind immergrüne Gewächse pieksig/ stachelig oder sie sind giftig...

Buchsbaum z.B. piekst zwar nicht, ist aber giftig und außerdem macht ihm derzeit der Zünsler zu schaffen...
Bei den Ilex gibt es einige Sorten, die nicht gar so pieksig sind (meist Sorten des Ilex meserveae, z.B. Sorte 'Blue Prince' oder 'Heckenstar' - beides männliche Sorten, heißt sie bilden keinen leuchtend roten Beerenschmuck aus), da müsstest du aber sicher wissen, dass deine Kiddies nicht doch mal ein Blatt in den Mund stecken... Ich glaube zwar, dass die nicht gar so extrem giftig sind (sprich, das Kind fällt auch nicht sofort tot um, bloß weil es mal an einem Blatt kaut, aber Vorsorgen ist bekanntlich besser als nachsorgen!) - also im Zweifel doch besser drauf verzichten.

Will sagen, mir fallen ad hoc gerade keine immergrünen Sträucher ein, die ins Kriterium passen (ungiftig/ unstachelig)...

Zitat geschrieben von AllyB
... vielleicht, dass man da eine blühende Kurve gestalten könnte (eine Sorte/ abwechselnd blühend???- was ist hübscher?)... vielleicht kann man aus den Sträuchern dann ein „Tunnel“ zum Durchlaufen ziehen? Geht das?
Dachte da an weiße Deutzien o.ä.?
Ein bisschen hab ich es oben schon anklingen lassen... - unter dem Bereich "Pflege"...
Aufgrund der Tatsache, dass du eben auch mal ältere, abgeblühte Äste etc. rausnehmen musst, wird so ein Strauch auch mal etwas "lückig" bzw. durchlässiger sein. Ich weiß nicht inwiefern dein "Tunnel-Verständnis" davon beeinträchtigt sein würde...

Es gibt viele tolle Gewächse, aus denen man gut Tunnel, Tipis, Häuser biegen, schneiden und kreiieren kann...
Ich denke da vor allem an Weiden, insbesondere eine ganz bestimmte Weide, nämlich die Korbweide oder Flechtweide (Salix viminalis). Der deutsche Name dieser Weide sagt es ja bereits
Vorteil der Flechtweide ist: sie wächst schnell (auf optimalem Stand teilweise meterlange Triebe in einem Jahr!).
Das ist praktisch, denn so wächst sie sehr schnell sehr dicht.
Die Schnittarbeiten beschränken sich auf einmal Radikalschnitt nach dem Winter bevor die Weiden austreiben, ggf. musst du im Sommer noch einmal ran, wenn die Weiden wirklich zu arg wuchern sollten...
Durch ihr schnelles Wachstum kompensiert sie aber auch evtl. "Schnittmaßnahmen" der Kiddies, wenn die mal ein paar Zweige abreißen sollten.
Sie ist komplett ungiftig, sprich wenn die Kiddies mal ein Blatt essen, ist das auch kein Beinbruch.

Bekommen kannst du solche Weidenruten bei speziellen Weidenvermehrern (die meist auch das Herstellen solcher besagten Tipis und Tunnels übernehmen). Oder du fragst mal bei jmd., der die im Garten hat. Wie gesagt, die Weiden müssten einmal im Jahr geschnitten werden, weil sie einem sonst "über den Kopf" wachsen und da sie wie alle Weiden bereitwillig wieder Wurzeln schlagen, würde sich bestimmt jmd. finden, der dir einen Packen Ruten abgibt - entweder so oder gegen einen kleinen Obolus.
Achte am besten darauf, dass die Ruten mindestens daumendick sind, sonst brechen sie bei einem ruppigen Spiel leicht. Mindestens daumendicke Ruten können Kinder allerdings nicht so einfach zerbrechen.
In der Anfangsphase müssen die Weiden sehr viel gewässert werden, aber nach der Anfangsphase (wenn sie ihre Wurzeln in die Tiefe ausgesandt haben) kommen sie in der Regel allein klar. Außer in sehr heißen, trockenen Sommern musst du dann vllt. noch mal gießen.

Weiden sind wie gesagt, halbwegs unkompliziert; Sonne lieben sie, nur mit der Feuchtigkeit hapert's im Zweifel: Trockenheit mögen sie nicht!
Wenn du nicht so für Weiden bist, kannst du es ggf. auch mit Haselruten (Strauchhasel, Corylus avellana) oder mit anderen Pflanzen ausprobieren. Ich würde dir aber immer zu schnellwachsenden Pflanzen raten, weil die tatsächlich pflegeleichter in dem Sinne sind. Vergiss nicht, dass die ja auch von den Kindern "bespielt" werden, sprich, da wird auch mal ein Blatt abgerissen; es werden auch mal Zweige abgerupft; ...- alle eher langsam wachsenden Sträucher halten solchen "Nutzungsdruck" auf Dauer nicht aus!
Abgesehen davon müssen die Pflanze ja auch erst mal anwachsen nach dem Pflanzen. Da tun sich schnellwachsende manchmal leichter mit als zarte oder gar langsam wachsende Gewächse.

Zitat geschrieben von AllyB
Was zwischen den Plattformen und der Kurve? Einzelne Sträucher?

... hab auch gedacht, dass man vielleicht irgendwo ne Felsenbirne/Zaubernuss/etwas anderes Besonderes anpflanzt?
Felsenbirne ist super, Zaubernuss hat eben genau "dieses Problem", sprich "wächst eher zu langsam" bzw. möchte gerne seine Ruhe haben...
Was ich empfehlen kann, wäre Blasenspiere, Physocarpus opulifolius, wächst auch recht stark, wird ca. 3m hoch und breit, mag gerne Sonne und wenn's blüht tummeln sich auch ein paar Bienen und Hummeln drauf - allerdings nicht übermäßig viel. Es gibt auch eine rotblättrige Sorte namens 'Diabolo'. Die Blasenspiere ist relativ anspruchslos, was den Boden betrifft, von mäßig trocken bis mäßig feucht ist okay, und so lange die Bodenreaktion nicht allzu extrem ist (pH-Wert betreffend), verträgt der Physocarpus auch das.
Abgesehen von der Blüte (die nicht allzu überragend lange dauert, nur ein paar Wochen je nach allgemeiner Hitze und sonstiger Wetterlage) finde ich die Blätter ganz hübsch. Sind so ein bisschen "ahornähnlich"...

Hasel wäre wie gesagt noch eine lohnenswerte Alternative, da könnten die Kiddies im Herbst Nüsse sammeln, Kornelkirsche oder Gelber Hartriegel genannt, Cornus mas, würde ich auch noch empfehlen. Die blüht hübsch im Frühjahr, ist eine erste Bienenweide nach dem Winter und sie setzt im Herbst rote Früchte an, die roh zwar sauer bis etwas säuerlich sind, die man aber roh auch essen kann oder man macht im Zweifel Marmelade draus. Mispel, Mespilus germanica, wäre ggf. auch eine Variante, die hat aber wieder Dornen, also da muss man aufpassen.
Wenn du gerne etwas Fruchtobst zum Ernten für deine Kiddies haben willst und auch den dann und wann anfallenden Auslichtungs- und Pflegeschnitt nicht scheust, dann könnte ich mir auch Johannisbeeren, Ribes rubrum und Ribes nigrum, und Jostabeeren, Ribes x nidigrolaria (eine Kreuzung aus Johannis- und Stachelbeere) vorstellen.
Vllt wäre das ja auch was: auf der anderen Seite einen kleinen Naschgarten einzurichten... z.B. mit einer Felsenbirne in der Mitte und den Jos-Beeren drum herum...

Ansonsten kann ich dir hinsichtlich Pflanzqualität nur empfehlen, möglichst etwas größere Pflanzen zu wählen, die also "schon etwas mehr abkönnen". Wenn du zu kleines pflanzt, kann es passieren, dass die Kiddies die im Spiel aus Versehen oder auch mehr oder weniger absichtlich rausreißen bzw. aus der Erde ziehen...
Deshalb lieber nicht an der falschen Stelle sparen...
Wir pflanzen meist Pflanzqualitäten von ca. 100-125cm Höhe aufwärts... - die kriegen sie nicht mehr ganz so leicht aus der Erde gerupft...
Aber vllt sind deine ja auch gar keine "Rowdies"...

Bevor ich das Pflanzenthema an dieser Stelle erst mal abschließe, möchte ich aber noch eine Sache ansprechen, die in diesem Punkt wichtig wäre und das wäre der Boden (ich habe es oben schon etwas anklingen lassen, aber hier eben noch mal etwas ausführlicher):
Zitat geschrieben von GinkgoWolf
Boden
Diesem Thema wird leider immer viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt!
Es ist aber tatsächlich nicht so unerheblich, was man für einen Boden hat. Es gibt unter den Pflanzen einige Spezialisten, die auf den meisten gängigen Gartenböden nur schwierig klarkommen. Das sind z.B. Pflanzen wie du sie im Heidegarten findest, Moorbeetpflanzen inkl. - die wollen einen sauren pH-Wert haben, die mögen den normalen Gartenboden nicht.
pH-Wert ist also ein Thema: ist es bei euch eher sauer oder alkalisch?

Dann die Bodenkrume: ist der Boden eher lehmig oder eher sandig/ durchlässig?
Große Poren wie auf sandigen/ durchlässigen Böden sorgen für guten Wasserabfluss und sind damit super für Spezialisten der Kiesgärten bzw. Präriegärten.
(Die Kiesgärten, die ich meine, haben übrigens nichts mit dem zu tun, was heutzutage vielfach als "Kiesgarten" betitelt und vermarktet wird, aber tatsächlich nur steinerne Wüsten mit ein paar traurigen Koniferen darin sind.
Die richtigen, echten Kiesgärten bezeichnen bepflanzte Beete mit kiesigem, schottrigen Substrat.)
Lehmboden hat eher kleinere Poren, kann dadurch mehr Wasser in der Bodenkrume halten (bedingt durch die Anziehungskräfte der Bodenteilchen mit dem Wasser), hat aber auch den Nachteil, dass wenn er sehr lange trocken war, nur bedingt wieder Wasser aufnehmen kann. Es gibt hier im Forum Leute, die kennen sich mit solchen Böden aus ("sprengen mit Dynamit" ).

Als drittes: die Feuchtigkeit allgemein.
Grundwassernah oder eher weniger, das begünstigt bei Lehmboden (wenn du Pech hast) z.B. einen Stauhorizont im Boden, das bedeutet also, dass die Pflanzen auch damit klarkommen sollten, zumindest je nachdem wie tief sie wurzeln.
Interessant wäre in diesem Zusammenhang auch, ob das Beet auf einem Hang liegt (wo das Wasser wegfließen kann) oder in einer Senke (wo es ggf. auch bei stärkerem Niederschlag stehen bleibt) oder weitgehend planeben.
zitiert aus diesem Beitrag: https://green-24.de/forum/neue…l#p1321438

Zitieren geht an dieser Stelle einfach mal schneller als alles noch mal schreiben...
Und es passt ja auch.

Gut, dann würde ich mich an dieser Stelle erstmal zurückziehen und überlasse dir (und anderen) das Feld.

lg
Henrike
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