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Giftigste Pflanze Europas, Blauer Eisenhut Aconitum napellus

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Blauer Eisenhut - faszinierend und gleichzeitig riskant

Der Blaue Eisenhut mit botanischem Namen Aconitum napellus ist eine der betörensten Pflanzengewächse, die europaweit wild in freier Natur oder sogar im Garten in gezüchteter Form wächst. Seinem hutartigen Aussehen der Blüten verdankt der Eisenhut letztendlich seine Titulierung bzw. seinen Namen.
Die unterschiedlichen Blaunuancen sind auffällig stark ausgeprägt und heben sich entsprechend stark von anderen Blautönen ab. Die giftige reizvolle Schönheit fühlt sich auf lehm-, humus- und kalkreichen Böden in ganz Europa besonders wohl. Für ein ungestörtes Wachstum benötigt die Pflanze viel Feuchtigkeit und ein schattiges Plätzchen, sodass sie ihre volle Schönheit entfalten kann. Die wildwüchsige Verbreitung des Eisenhuts findet man daher bevorzugt in gebirgigen Feuchtgebieten von Bachläufen, Wäldern und Wiesen. Nur noch selten ist der Blaue Eisenhut in der freien Natur anzutreffen, durch das vermehrte Aussterben der Pflanze steht diese inzwischen sogar unter Naturschutz.


Blauer Eisenhut in der freien Natur

Der besondere Blickfang beim Eisenhut

Die Stängel des Eisenhuts sind relativ glatt, aber dafür sind diese dicht besiedelt mit zahlreichen Blättern und vielen kleinen und größeren Blüten. Die Stängel erreichen eine beachtliche Wuchshöhe, die zwischen 45 cm bis teilweise stolze 1,50 m liegt. Das einzelne Blatt der Pflanze ist mehrmals tief eingeschnitten und verfügt am oberen Ende über eine zipfelartige Endform. Ein saftiges imposantes Farbnuancenspiel vom saftigen grasgrün unten bis zum dunkleren grün im oberen Bereich reicht über das ganze Blatt hinweg und unterstreicht den Farbton der Blüten auf magische Art und Faszination.
Die zahlreichen Blüten sind traubenartig bzw. symmetrisch an den Stängeln angeordnet. Bei näherer Betrachtung stellt man fest, dass jedoch die einzelne Blüte selbst über eine eingeständige und helmartige Grundform verfügt. Im Innern der unterschiedlich gefärbten Kelchblätter befinden sich mittig bis zu 5 mehrsamige Fruchtknoten und schmale längliche Nektarblätter, die von Insekten, aber bevorzugt von Hummeln bestäubt werden. Die Pollen und der Nektar der Pflanze ist ein idealer Lieferant sowohl für Käfer, Hummeln und Schwebfliegen, die man in reichlicher Zahl häufig an und in den Blüten vorfindet. In den 2 cm großen Balgfrüchten des Blauen Eisenhuts bilden sich schwarze, kleine dreikantige Samen, die nach der Reifezeit zur Weiterzucht verwendet werden können.


Die Blüte fasziniert durch ein schönes Blau (Blütenstand mit vielen Einzelblüten)

Monatelang erfreut der Blaue Eisenhut

Mehrere Monate im Jahr je nach Wärme von Juni bis in den warmen Oktober hinein erblüht der Blaue Eisenhut in seiner anmutigen formvollendeten Pracht. Nicht nur die freie Natur bekommt durch den Blauen Eisenhut in dieser Zeit einen Hauch des Besonderen, sondern auch der eigene Garten mit den zahlreichen Zierpflanzenformen, die es im Handel derzeit vom Blauen Eisenhut gibt. Die Ziervariationen Aconitum x carmichaelii / cammarum / henry / lamarckii und napellus unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre Farbe.
Vermehrt wird die Pflanze, die zu der Kategorie der Hahnenfußgewächse gezählt wird, durch die Aussaat von Samen im Garten oder durch eine Teilung der rübenartig verdickten Eisenhutknolle, die immer wieder neue Tochterknollen bildet.
Der Eisenhut ist einer der pflegeleichtesten Pflanzengewächse, die außer einem stickstoffreichen Boden nicht viel zum Blühen benötigen. Eine robuste und äußerst standhafte Pflanze, die außer Wasser keine Feinde hat, denn Staunässe bringt der Pflanze die gefürchtete Welkekrankheit.


Detail einer einzelnen Blüte

Die einzigartige Kombination von Gefahr und Heilung umgibt die Pflanze

Die Gefahr des Blauen Eisenhuts sollte nicht unterschätzt werden, schon weniger als 3 g der Knolle bringend den sicheren Tod.

Nicht nur die Knolle ist gefährlich beim Eisenhut, sondern auch das Kraut und die Blüten verfügen über den hochgiftigen Pflanzenwirkstoff Aconitin, Mesaconitin und Hypaconitin, die schon in geringen Mengen giftig sind.
Aufgenommen werden die Giftstoffe vorwiegend über die Schleimhaut oder gelangen durch Verletzung der Haut direkt in die Blutbahn. Ohne Handschuhe kann der Umgang mit dem Blauen Eisenhut zu brennenden und juckenden Ausschlägen der Haut führen, die bis zur Taubheit und Lähmungserscheinung führen können.
Wohldosiert hingegen haben die Gifte, aber auch heilende und gesundheitsfördernde Wirkung, die in der chinesischen Medizin schon lange zur Fieberbekämpfung und bei Erkältungen erfolgreich eingesetzt werden. In der Homöopathie kommt der Eisenhut bei Gelenk-, Muskel- und Nervenschmerzen in Salbenform zum Einsatz und in flüssiger Form bei Masern, Gürtelrose, wie auch Mumps und bei starken bronchialen Erkrankungen der Atemwege.
Darüber hinaus sind werden die Wirkstoffe des Giftes heute wie auch schon früher bei unseren Vorfahren erfolgreich zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt.

Nutzen und Gefahren liegen bei der Pflanze eng beieinander!

Fazit: Giftig, aber auch nützlich und sehr schön. Möchten auch Sie ihrem Garten etwas mehr Charme und Liebreiz verleihen, dann probieren Sie es doch einfach einmal mit dem anmutigen Blauen Eisenhut im Blumenbeet aus.

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