Apfelbaum umpflanzen

 
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Apfelbaum umpflanzen

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Gepostet: 26.10.2012 - 13:32 Uhr  ·  #1
Hallo liebe Gartengemeinde!
Ich möchte meinen Apfelbaum Cox Orange umpflanzen. Er steht zurzeit viel zu eng mit einer Hecke und zu unsonnig. An diesem Platz steht er 4 Jahre. Ist also noch nicht so groß.
Wann pflanze ich den am besten um? Jetzt im Herbst oder im Frühling?
Liebe Grüße
Heike
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Re: Apfelbaum umpflanzen

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Gepostet: 26.10.2012 - 18:55 Uhr  ·  #2
Leider ist es jetzt schon zu spät zum umpflanzen.
Er würde es einfach nicht mehr schaffen "neuen festen Fuß" zu fassen.

Ich persönlich würde es ins Frühjahr verlegen, eine Ernte kommt, auch wenn du jetzt noch umpflanzen würdest, eh nicht in Frage. Auch im Frühjahr verpflanzt kannst du noch auf keine Ernte hoffen, bis er wirklich ganz angegwachsen ist.
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Re: Apfelbaum umpflanzen

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Gepostet: 26.10.2012 - 21:02 Uhr  ·  #3
Hmm, zusätzlich als Hinweis ... möglichst groß im Wurzelbereich ausgraben, damit nicht zuviele Wurzeln verloren gehen. Und nach dem Pflanzen den Baum auch im Oberbau stutzen, damit die Kraft in die neuzubildenden Wurzeln geht.

Wichtig ist auch, dass Gießen im ersten Jahr an dem neuen Standort nicht aus dem Auge zu verlieren.
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Re: Apfelbaum umpflanzen

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Gepostet: 26.10.2012 - 23:37 Uhr  ·  #4
wer sagt denn das, es sei jetzt schon zu spät ????

solange der boden nicht gefroren ist, jederzeit
. so kann der baum von den winterniederschlägen profitieren und sofort im frühjahr mit der neuwurzelbildung beginnen.

sollten die temperaturen, wie schon öfter beobachtet, noch bis mitte dezember im plusbereich liegen, so wird sicherlich der apfelbaum noch in diesem jahr mit der wurzelneubildung beginnen.

mfg roland
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Re: Apfelbaum umpflanzen

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Gepostet: 27.10.2012 - 15:48 Uhr  ·  #5
Zitat geschrieben von dnalor
wer sagt denn das, es sei jetzt schon zu spät ????

solange der boden nicht gefroren ist, jederzeit
. so kann der baum von den winterniederschlägen profitieren und sofort im frühjahr mit der neuwurzelbildung beginnen.

sollten die temperaturen, wie schon öfter beobachtet, noch bis mitte dezember im plusbereich liegen, so wird sicherlich der apfelbaum noch in diesem jahr mit der wurzelneubildung beginnen.

mfg roland


Dann kann aber der Baum nicht mehr richtig anwachsen, weil er im Herbst in die Ruhephase geht.
Nein er würde schlechter anwachsen und im Frühjahr sehr viel Kraft verschwenden beim Neuaustrieb.
Daher habe ich beobachtet, dass Pflanzen (fast aller Art) besser im Frühjahr umzusetzen sind.
Stauden ausgenommen.
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Re: Apfelbaum umpflanzen

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Gepostet: 27.10.2012 - 15:56 Uhr  ·  #6
Ich bin auch eher ein Freund der Herbstverpflanzung. Im Frühjahr muss sonst die Pflanze gleichzeitig Wurzeln bilden und austreiben. Im Herbst und frostfreien Phasen des Winters kann sie schon noch etwas einwurzeln und hat dann im Frühjahr bereits einen Vorteil.

Bei Laubbäumen und besonders auch wurzelnackten Rosen (und der Apfelbaum ist auch ein Rosengewächs von der Familie her ) empfehle ich daher immer eher die Herbstpflanzung. Wir haben manchmal so trockene Frühjahre und es war auch mal bereits im April sehr heiß, dass die Frühjahrspflanzungen nur mit viel Gießfleiß durchgekommen sind. Über den Winter steht ja bei uns meist genügend Niederschlag zur Verfügung.
Dann sind die Pflanzen bis zum Sommerurlaub auch schon sicher soweit angewachsen, dass der Nachbar nicht jeden zweiten Tag zum Gießen rüberkommen muss.

Bei Immergrünen ist das natürlich anders. Da das Problem der Frosttrocknis besteht, sollte hier die Pflanzung im zeitigen Frühjahr bevorzugt werden.

LG Theresa
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Re: Apfelbaum umpflanzen

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Gepostet: 27.10.2012 - 20:07 Uhr  ·  #7
Ich sehe es trotzdem anders, weil das meine eigene Erfahrung ergeben hat.
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Re: Apfelbaum umpflanzen

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Gepostet: 27.10.2012 - 20:22 Uhr  ·  #8
Ähm, ich habe vor einigen Jahren noch an einem frostfreien Weihnachten Obstbäume gepflanzt ... praktischer Weise im Regen. Die Bäume sind gut angewachsen, haben den folgenden Frost der ein paar Tage später doch noch kam prima überlebt. Der Baumschulenmensch hat uns eben dringend geraten, die Krone zunächst zu minimieren, um dem Baum das Anwachsen zu erleichtern.
Voriges Jahr habe ich immerhin den ersten Apfel von meinem Mauerbaum (Danziger ??) geerntet und in diesem Jahr von meinem Cox Orange. Damit haben meine Jungäpfel deutlich eher Früchte getragen als der Baum, den ich vor Jahren auf dem Baumarkt erwarb.

Man hatte ich da einen Blackout beim Schreiben ...
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Re: Apfelbaum umpflanzen

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Gepostet: 27.10.2012 - 21:04 Uhr  ·  #9
Es sind meine Erfahrungen.
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Re: Apfelbaum umpflanzen

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Gepostet: 27.10.2012 - 23:09 Uhr  ·  #10
ich möchte hier als baumschuler nochmals stellung nehmen.

wenn herbstpflanzungen von so schlechten anwachsquoten beleitet wären, hätte es unser berufstand sehr schwer.

ich schätze mal, dass der größere teil der obstgehölze von oktober bis dezember gepflanzt werden, einfach um die herbst- und winterniederschläge mitzunehmen, noch wurzelbildung zu erreichen und damit die pflanze im frühjahr trockenperioden besser meistert.

walmar, hast du schon mal anfang oktober ein obstgehölz gepflanzt und vier wochen später nach den wurzeln geschaut? du wärst sicher erstaunt, was in der vegetationsruhe so alles im wurzelbereich sprießt.

soviel dazu aus fachlicher sicht. mfg roland
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Re: Apfelbaum umpflanzen

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Gepostet: 27.10.2012 - 23:44 Uhr  ·  #11
Es gibt da vielleicht auch Unterschiede, je nach Pflanzenart.

Aber grundsätzlich pflanze ich auch immer lieber im Herbst um.

Erstens aus dem von dnalor und daylily genannten Grund: wir hatten bei uns in der Gegend in den letzten Jahren fast jedes Frühjahr eine 4-wöchige Trockenperiode. Das kenne ich von Herbst und Winter so nicht (den letzjährigen November mal ausgenommen).

Zweitens habe ich im Frühjahr im Garten und mit den Zimmerpflanzen so viel um die Ohren, daß ich froh bin für jede Tätigkeit, die ich im (eher arbeitsarmen) Herbst erledigt habe.
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Re: Apfelbaum umpflanzen

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Gepostet: 28.10.2012 - 10:10 Uhr  ·  #12
Moin,

auch ich bin für Herbstverpflanzung. Der Vorteil in dieser Zeit ist der, das der Boden noch relativ warm ist, die Pflanze aber oberirdisch kaum noch Verdunstungsfläche hat. Das Wurzelwachstum setzt jetzt noch gut ein und die Pflanze hat im Frühjahr einen besseren Start, da schon neue Saugwurzeln im Herbst/Frühwinter gebildet wurden und das, wie dnalor schon erwähnt hat, nicht zu knapp. Im Frühjahr ist es andersherum. Der Boden ist kalt, aber die Luft warm. Die Blätter fangen schon an auszutreiben, die Pflanze macht aber zögerlich neue Saugwurzeln in dem kalten Boden. Ich für meinen Teil habe die Frühjahrspflanzung wegen schlechterer Anwachs-Ergebnisse beim Verschulen der Gehölze ganz aufgegeben. Der Pflege-Aufwand ist in einer Baumschule einfach zu groß um vernünftige Verkaufspflanzen heranzuziehen.
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Re: Apfelbaum umpflanzen

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Gepostet: 28.10.2012 - 11:01 Uhr  ·  #13
Plantsman, das hattest du bei früherer Gelegenheit so wohl schon mal geschrieben, ich war schon am suchen
Das entspricht der offiziellen Lehrmeinung, die in dieser Hinsicht auch nicht umstritten ist.
Wie Dnalor schreibt, ist es auch recht einfach festzustellen, dass die Gehölze zwar oberirdisch in der Ruhe sind, unterirdisch dagegen nicht. Die Zeiten der Hauptaktivität sind in einer Pflanze in verschiedenen Bereichen halt unterschiedlich.

Bei Nadelgehölzen kenne ich es so, dass sie ab August bis in den Winter hinein in besonderem Maße Wurzeln bilden, weshalb man mit der Pflanzung schon deutlich früher beginnen kann als bei Laubgehölzen. Dann hat man auch im Winter kein Problem mit der Frosttrocknis. Nadelbäume im Forst z. B. werden möglichst so früh gepflanzt, Weihnachtsbäume auch. Da man keine Möglichkeit zur Bewässerung hat, muß man da schon den optimalen Termin wählen, sonst wirds teuer.
Demgegenüber stehen doch hier im Forum auch dieses Jahr wieder etliche Anfragen mit dem Inhalt: "Ich habe im Mai meine (Thuja)hecke gepflanzt und jetzt wird sie braun", typische Anwachsprobleme.

Natürlich können einzelne persönliche Erfahrungen dem scheinbar widersprechen. Wenn meine Pflanzung nicht gedeiht, muß das aber nicht am Termin liegen, da gibt es noch etliche weitere Faktoren. Und Schlußfolgerungen aus einem Mißerfolg ohne vergleichbare Kontrollen zu ziehen ist halt schon problematisch, das übliche Problem mit dem Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität. Deshalb wäre es interssant zu erfahren, wie genau Walmars persönliche Erfahrungen aussehen.

"Früher" war das wohl auch keine Frage, sondern der Herbst war die übliche Pflanzzeit. Mir fällt auch gerade keine Ausnahme ein, evtl. frostempfindliche Gehölze wie Küstenmammut und Schlangentanne?
Damals wurden die Pflanzen aber auch noch in der Baumschule geholt. Heute kommt das meiste als Containerpflanze aus dem Gartenmarkt und ich kann verstehen, dass die mit dem Herbst ein Problem haben, weil sie die Reste nicht über den Winter bringen können. Oder liegt es mehr daran, dass eine Herbstpflanzung etwas mit vorausschauender Planung zu tun hat, die Leute aber lieber "spontan" kaufen wenn es gerade wächst oder gar blüht? Und das ist halt das eher späte Frühjahr.

Stauden verpflanze ich übrigens bevorzugt im Frühjahr vor dem Austrieb, oder aber individuell verschieden im Laufe des Sommers, da sie ausgeprägt unterschiedliche Ruhezeiten haben.

Grüße vom Floris
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Re: Apfelbaum umpflanzen

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Gepostet: 28.10.2012 - 14:24 Uhr  ·  #14
"walmar, hast du schon mal anfang oktober ein obstgehölz gepflanzt und vier wochen später nach den wurzeln geschaut? du wärst sicher erstaunt, was in der vegetationsruhe so alles im wurzelbereich sprießt.

soviel dazu aus fachlicher sicht. mfg roland "


Da ich Landschaftsgärtner von gelernt auf bin + Zierpflanzengärtner, bleibe ich bei meiner Meinung.

Tja warum auch immer gehen denn den Leuten immer die Herbstpflanzungen wohl der Thujahecken ein, achja weil sie mit dem Wasservorkommen im Herbst/Winter so gut auskommen.

Danke. Für euer Verständnis mit Leuten, die eine eigene Meinung haben. Danke.
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Re: Apfelbaum umpflanzen

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Gepostet: 28.10.2012 - 15:08 Uhr  ·  #15
Moin,

@ Walmar, ich glaube nicht, das Deine eigenen Erfahrungen falsch sind und Deine Meinung ist auch wichtig für eine gesunde Diskussion. Sei deshalb bitte nicht böse. Es wäre schön, wenn Du noch ein paar konkrete Beispiele aus Deinem Erfahrungsschatz bringen könntest. Das meine ich ernst!
Die Thuja halte ich in diesem Fall leider für ein unglückliches Beispiel. Wenn die Leute ihre Heckenpflanzen kaufen tun sie das aus Preisgründen oft bei Baumärkten. Wenn ich mir diese Ware dann ansehe, sehe ich schon auf den ersten Blick das dort viele Todeskandidaten dabei sind. Als Lockangebot werden in den Topf gedrückte Pflanzen ohne vernünftige Vorkultur und Ballierung angeboten. Fachliche Laien sehen dann nur ihren Geldbeutel und zahlen später drauf. Wenn ich in "meiner" Gärtnerei Thuja als Heckenware verkaufe, dann immer nur ballierte oder im Topf gewachsene Pflanzen. Diese sind zwar teurer als Baumarktware aber die Ausfallquote liegt bei höchstens 5%, auch im Herbst.
Zur Zeit verschule ich alle unsere Gehölze. Auch habe ich erst letzte Woche meine ganze Obstbaum-Wurzelware bekommen. Die Ausfälle der letzten zwölf Jahre kann man an zwei Händen abzählen. Wenn ich dann z.B. eine Eibe, Thuja, einen Kirschlorbeer oder einen Apfel nach ca. 4 bis 5 Wochen, also im November nach dem Ballieren und/oder aufpflanzen, für einen Kunden aus der Erde hole, haben sie teilweise schon 10 cm lange neue Wurzeln.
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Pflegen & Schneiden & Veredeln

Worum geht es hier?
Richtige Pflanzenpflege, schneiden und veredeln...
Die richtige Pflege von Pflanzen umfasst das Düngen (welcher Dünger und wie oft düngen), Schneiden (wie schneiden und wann wird geschnitten), Wässern (wieviel Wasser und wie oft gießen), Standort der Pflanze (wieviel Licht oder Schatten), Boden (welche Erde oder Substrate), Überwinterung (wie überwintern und bei welchen Temperaturen, winterharte oder nicht), Veredelung (welche Technik zum veredeln, okulieren, anplatten oder pfropfen).

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