Wurzelsperre oder Baum-/Strauchschnitt?

 
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Wurzelsperre oder Baum-/Strauchschnitt?

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Gepostet: 03.01.2012 - 15:14 Uhr  ·  #1
Hallo zusammen,

da mein Garten über einer Tiefgarage liegt, kann ich womöglich nicht jeden Baum oder Strauch anpflanzen.

Gibt es Möglichkeiten, bei tiefwurzelnden Bäumen und Sträuchern das Wurzelwachstum im Zaume zu halten?
Wurzelsperren werden ja offensichtlich eher eingesetzt, um die Ausbreitung in der Horizontalen einzugrenzen. (Dabei kann man z.B. einen Mörteleimer nehmen, dessen Boden herausgeschnitten wird und einige Löcher an den Seiten werden gebohrt.)

Aber wie kann man das Tiefenwachstum der Wurzeln beeinflussen?
1) Mörteleimer MIT Boden, aber mit Löchern an den Seiten?
2) Folie (Wurzelsperre) unter dem Pflanzloch? Wie dick müsste die dann sein?
3) Man liest immer wieder, dass ein regelmäßiger Schnitt von Bäumen und Sträuchern - besonders bei Obstbäumen - für ein Gleichgewicht zwischen Krone und Wurzelwerk sorgen. Kann man daraus folgern, dass sich vielleicht bei bestimmten Bäumen/Sträuchern, die man durch regelmäßigen Schnitt nicht hoch wachsen lässt, das Wurzelwachstum (vor allem in die Tiefe) verringert?

Ob mir hier jemand Tipps geben kann, mit welchen Maßnahmen ich vielleicht doch den ein oder anderen typischen Tiefwurzler anpflanzen kann? Bin gespannt!
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Re: Wurzelsperre oder Baum-/Strauchschnitt?

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Gepostet: 03.01.2012 - 15:22 Uhr  ·  #2
Wie dick ist denn überhaupt die Substratschicht auf der Tiefgaragendecke?
Weißt du etwas über ihren Aufbau? Normalerweise sollte da eine Wurzelsperrschicht zwischen Decke und Substrat liegen.
Pearl Of Green
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Re: Wurzelsperre oder Baum-/Strauchschnitt?

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Gepostet: 03.01.2012 - 15:35 Uhr  ·  #3
Hauptgärtner*in
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Re: Wurzelsperre oder Baum-/Strauchschnitt?

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Gepostet: 03.01.2012 - 15:36 Uhr  ·  #4
... Das ist genau das Problem!

Trotz mehrfacher Nachfrage bekam ich darauf nie eine Antwort.
Inzwischen weiß ich lediglich aus dem Internet, dass eine genügende Wurzelsperre im Boden vorhanden sein muss, da das Gebäude nach der Erstellung der neuen Vorschriften gebaut wurde.
Irgendwann hieß es von der Verwaltung, dass man mir angeblich bei einem Telefonat gesagt haben soll, dass ich nur Rasen wachsen lassen darf - sonst nichts! Mein Vermieter kümmert sich um gar nichts. Leider muss er z.B. den Antrag auf Genehmigung einer Markise bei der Eigentümerversammlung stellen. Da er aber nie hingeht, habe ich bis heute keine Genehmigung dafür bekommen - obwohl ich das der Verwaltung auch offiziell mitgeteilt hatte.
Nachfragen bzgl. Bodentiefe und was ich alles anpflanzen darf machte ich per Einschreiben. Dennoch kam keine Antwort.

Nun, einerseits will ich keinen Ärger oder gar Regressansprüche provozieren, andererseits will ich ohnehin keine weiteren Bäume oder Sträucher, die höher als 2 m wachsen. So wäre es schon interessant für mich, wie ich den Wuchs in der Höhe eingrenzen kann und ob ich dadurch auch den Wurzelwachstum in die Tiefe begrenzen kann.

@ Rose:

ja! daran hatte ich auch schon gedacht. Aber dann bleibt das Problem des Gießens, dass bei Auspflanzung ein geringeres problem wäre. Außerdem ist meine Terrasse nicht sehr groß. Dennoch ist es eine super Idee!

Anmerkung der Moderation:
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Pearl Of Green
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Re: Wurzelsperre oder Baum-/Strauchschnitt?

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Gepostet: 03.01.2012 - 16:49 Uhr  ·  #5
hallo

ich denke du wirst da auch keine genehmigung als mieter bekommen, denn auf ein tiefgaragendach kann und sollte man keine bäume pflanzen, die zerstören mit der zeit das dach und da bäume nun auch mal gross werden, erzeugen sie dann auch einen gewaltigen druck auf das dach (statik), ich kann mir nicht vorstellen, das, das lange gut geht

wenn man kübel aufstellt, sollte man da auch eine kleine grösse wählen sonst kann das auch nachhinten loß gehen

am besten du richtet dir einen bonsaigarten ein, alle bäume in kleinen schalen und schon ist das problem gelösst, kein gefahr, das, das dach geschädigt wird, kein aufpassen das die statik leidet und du kannst soviele bäume haben wie du willst
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Re: Wurzelsperre oder Baum-/Strauchschnitt?

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Gepostet: 03.01.2012 - 19:17 Uhr  ·  #6
Zitat geschrieben von kebon_alami

Man liest immer wieder, dass ein regelmäßiger Schnitt von Bäumen und Sträuchern - besonders bei Obstbäumen - für ein Gleichgewicht zwischen Krone und Wurzelwerk sorgen. Kann man daraus folgern, dass sich vielleicht bei bestimmten Bäumen/Sträuchern, die man durch regelmäßigen Schnitt nicht hoch wachsen lässt, das Wurzelwachstum (vor allem in die Tiefe) verringert?


nein, kann man nicht!

Das Gleichgewicht stellt sich ein in Bezug auf Funktion und Leistungsfähigkeit. Die Ausdehnung richtet sich nach den Bodenverhältnissen.

So wird eine Pflanze in magerem und durchlässigem Boden die Wurzeln sehr weit ausschicken auf der Suche nach Halt und Wasser. Eine größere Pflanze in einem guten Lehmboden kommt unter Umständen mit viel weniger Wurzelwerk aus.

Die Leistungsfähigkeit richtet sich also nicht in erster Linie nach der Größe und die Angabe, dass die Wurzeln so weit streichen wie die oberirdischen Teile, ist nur ein sehr grober Anhalt.

Grüße H.-S.
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Re: Wurzelsperre oder Baum-/Strauchschnitt?

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Gepostet: 03.01.2012 - 19:36 Uhr  ·  #7
So lange du nicht weiss, wie dick die Substratschicht ist, macht es wenig Sinn, über Bäume nachzudenken. Wenn du nur 30-40 cm zur Verfügung hast, kämen bestenfalls Stauden (oder bei noch weniger Steingartenpflanzen) in Frage.

Als Idee wäre auch ein hochbeet möglich, da müsstest du dich aber auch vorher informieren, wo die Statik zusätzliches Gewicht aushält, und da wären wir wieder bei deinem ursprünglichen Problem.

http://www.mein-schoener-garte…35803.page
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Re: Wurzelsperre oder Baum-/Strauchschnitt?

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Gepostet: 03.01.2012 - 19:43 Uhr  ·  #8
@ Rose:
... mmh, kann ich Dein Ahorn mal sehen (Bild)?

@ Hesperis:
Kein Wunder, dass keiner im Internet meine Idee propagiert. Schade! Genauso - wie von Hesperis beschrieben - hatte ich es befürchtet.

Und wenn ich nun z.B. einen Wacholderstrauch mit einem großzügigen Eimer einpflanze? Was passiert, wenn es zu eng wird? Geht er ein oder bringen die Wurzeln den Eimer zum Platzen?
Ich denke, eine Kombination aus Roses und meiner Idee könnte mir gefallen:
Mit Eimer einpflanzen und jährlich ausbuddeln, um das Wurzelwerk einzukürzen.
Wann sollte ich das am besten machen? Frühjahr? Und wie viel sollte ich gleichzeitig oben schneiden - auch etwa 1/3?

Vermutlich wäre es dann besser, wenn ich direkt einen Wacholderstrauch (oder etwas anderes) in fast meiner gewünschten Maximalgröße besorge?

Vielen Dank für die tollen Tipps.

Zu schade, dass es kein Forum im Internet zu geben scheint, dass sich ausschließlich mit "Big-Bonsais" beschäftigt.

(Ein kleiner Garten - zudem über einer Tiefgarage - erfordert viele Alternativen: Aber es ist spannend!)

@ Beety:
Ein Minihochbeet habe ich auch schon an einer Stelle angelegt und in meine Planung mit einbezogen. Dennoch danke für den Tipp.
Übrigens gab es von Anfang an einen ca. 3m hohen Haselnussbaum und eine wohl mehr als 4 m hohe Vogelbeere in meinem Garten. Aber beide sind ja auch Flachwurzler.
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Re: Wurzelsperre oder Baum-/Strauchschnitt?

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Gepostet: 03.01.2012 - 19:47 Uhr  ·  #9
Die Idee hat nur zwei Haken: ist es trocken, dann hat die Pflanze nur die Feuchtigkeit im Topf zur Verfügung (wahrscheinlich wird sie vertrocknen), regnet es, kann das Wasser aus dem Topf nicht ablaufen und sie säuft ab. Machst du Abzugslöcher hinein, wächst die Pflanze heraus
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Re: Wurzelsperre oder Baum-/Strauchschnitt?

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Gepostet: 06.05.2012 - 15:28 Uhr  ·  #10
... der verrückten Ideen kein Ende:

Momentan lasse ich einige sich selbst ausgesamte Bäumchen einfach wachsen. Solange sie nicht zu groß und breit werden, werde ich sie gerne dulden, da sie ja als Jungbäumchen noch glatte Rinden haben - mein Tick!
Wenn sie dann zu groß werden, versuche ich sie einfach auf einer Tauschbörse zu tauschen.

Jetzt komme ich in dem Zusammenhang auf die ganz verrückte Idee, Ähnliches mit einigen Obstbäumen zu machen. Die Frage ist dann natürlich, ab wann sie doch zu tief wurzeln? Nach wie viel Standjahren müssten sie unbedingt aus meinen Garten raus? Kann man das erkennen an dem Wuchs, weil sie z.B. wegen zu geringer Bodentiefe anfangen zu verkümmern?
Dann könnte ich diese Bäume dann ja mit kleineren Bäumen tauschen.
Selbst wenn ich dann von jedem Baum z.B. nur 3 Jahre ernten kann, fände ich die Idee interessant.

Ist die Idee zu verrückt oder eine echte Alterntive, die ich mal ausprobieren sollte? Was meint ihr?
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Re: Wurzelsperre oder Baum-/Strauchschnitt?

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Gepostet: 06.05.2012 - 15:57 Uhr  ·  #11
Deine Frage läßt sich nicht pauschal beantworten. zunächst gibt es Flach- und Tiefwurzler. Die letzteren sind natürlichen mit ihren Wurzeln schneller in der Tiefe
http://de.wikipedia.org/wiki/Wurzel_%28Pflanze%29
http://de.wikipedia.org/wiki/Flachwurzler

Bäume, deren Samen zugeflogen gekommen sind, wie Birke und Ahorn wachsen in ihrer Jugend sehr stark. Da hast du nach 3 Jahren wahrscheinlich schon Probleme, sie ohne Verlust zu vieler Wurzeln wieder auszugraben. Andere Arten wachsen wieder so langsam, das nach 3 Jahren das Pflänzchen vielleicht handhoch ist.

Aber wenn du von deinen Obstbäumen ernten willst müßten die schon ein paar Jahre alt sein (selbst wenn du Ballerinas o.ä. kaufst) bis Früchte dran kommen. Frei ausgepflanzt wirst du selbst bei Tiefwurzlern, die die Decke der Tiefgarage erreicht haben, keine erheblichen Mangelerscheinungen entdecken können, da die Wurzeln dann auch in die Breite gehen. Aber sie werden versuchen Ritzen in der Decke zu finden und hindurch zuwachsen
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Pflegen & Schneiden & Veredeln

Worum geht es hier?
Richtige Pflanzenpflege, schneiden und veredeln...
Die richtige Pflege von Pflanzen umfasst das Düngen (welcher Dünger und wie oft düngen), Schneiden (wie schneiden und wann wird geschnitten), Wässern (wieviel Wasser und wie oft gießen), Standort der Pflanze (wieviel Licht oder Schatten), Boden (welche Erde oder Substrate), Überwinterung (wie überwintern und bei welchen Temperaturen, winterharte oder nicht), Veredelung (welche Technik zum veredeln, okulieren, anplatten oder pfropfen).

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