Exoten im Trend
Nachdem sich in den letzten Jahrzehnten nicht heimische Pflanzen wie zum Beispiel Geranien (Südafrika), Dahlien (Mexiko) und Cannas (Südamerika) in den heimischen Gärten fest etabliert haben, wird bei vielen Pflanzenliebhabern der Wunsch nach neuen, außergewöhnlichen und exotischen Pflanzen stärker.
Viele Gartenfreunde wollen sich mit Hilfe von Palmen, Bananen und anderen Exoten Urlaubsflair in den eigenen Garten holen.
Doch unzureichende Informationen, mangelhafte Ware oder falsche Bedingungen trüben schnell den Spaß am Exotengarten. Spätestens wenn die Pflanze eingeht, heißt es schnell: Exoten sind zickig und nichts für den heimischen Garten. Doch das stimmt nicht.
In der Serie "Winterharte Exoten" wird Schritt für Schritt erklärt, wie man seinem Garten in eine Urlaubsoase verwandeln kann, welche Arten sich wirklich zum Auspflanzen eignen, welche nur bedingt geeignet sind und welche Bodenansprüche die einzelnen Pflanzen haben. Natürlich kommt auch das Thema "Winterschutz" zur Sprache.
Die Reihe "Winterharte Exoten" räumt mit Vorurteilen auf, sie zeigt typische Fehler auf und stellt auch in heimischen Gefilden auspflanzbare Exoten vor.
-dl-
Jeder Garten hat sein eigenes Mikroklima
Nicht nur der Zustand und die Art der Pflanzen, die ausgepflanzt werden sollen, spielen eine große Rolle. Genauso wichtig ist der richtige Standort.
Reine Berücksichtigung der USDA-Klimazonen kann schon nach dem ersten Winter für eine böse Überraschung sorgen.
Wer seinen Pflanzen einen optimalen Standort bieten möchte, wird nicht um ein genaues Beobachten seines Grundstückes herumkommen. Zunächst wird eine Skizze des Grundstückes unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten angefertigt, in die ebenfalls die Himmelsrichtungen eingetragen werden.
Dazu gibt es eine leichte Orientierungshilfe aus dem Reich der Bauernregeln:
Im Osten geht die Sonne auf, nimmt dann zum Süden ihren Lauf, im Westen wird sie unter gehen, im Norden ist sie nie zu sehen.
Als ersten Überblick werden alle Hecken, Gartenhäuschen und größere Bäume, Nachbarhäuser und deren Schatten eingezeichnet.
Nach folgenden Gesichtspunkten sind die Standorte einzustufen:
Wohin scheint die Sonne morgens, mittags, abends?
In der Karte den Sonnenstand einzeichnen: 8 Uhr, 12 Uhr, 18 Uhr.
Besondere Beachtung verdient der Schattenwurf von Häusern, Hecken und Gebäuden, da dort die Temperaturen meist etwas niedriger sind und sich der Frost teilweise länger hält.
Dies ist auf der Karte blau markiert.
Welche Bodenverhältnisse herrschen vor Ort?
Wo wachsen bestimmte Pflanzen, beispielsweise Stauden im Garten, wo nicht so gut? Was für Bedingungen mögen diese - feuchter Boden, sandiger Boden, vielleicht sogar Lehm? Wo erfrieren einjährige Pflanzen als Erstes und wo überleben sie trotz leichtem Frost länger? Steht irgendwo auf dem Grundstück nach Dauerregen das Oberflächenwasser?
Auf der Karte markieren durch Wassertropfen
Gibt es besonders geschützte Ecken?
Optimal für Exoten sind Hauswände nach Süden oder Westen. Diese Standorte sind meistens sehr regengeschützt. Somit werden feuchtigkeitsliebende Pflanzen dort nicht so gut wachsen.
Dies markiert man durch rote Zonen.
Windrichtung?
Nicht zu unterschätzen ist der Wind im Winter. Nicht nur, dass er den Boden austrocknet. Gerade für immergrüne Pflanzen stellt dies ein großes Problem dar, da sie durch ihre Blattmasse einen große Angriffsfläche bieten und sie bei einem Sturm leichter umknicken.
Wenn all diese Punkte zusammengetragen wurden, sollten neutrale Informationen über die Pflanzen gesammelt werden. Viele Temperaturangaben auf den Verkaufschildern beziehen sich auf ausgepflanzte, erwachsene Pflanzen, teilweise an deren Naturstandorten. Mitteldeutsche beziehungsweise nordeuropäische Winter sind anders als die in Südeuropa. Die Temperaturen müssen dementsprechend um etliche Grade nach unten korrigiert werden.
Für Pflanzen in Töpfen gelten diese Temperaturangaben nie, da Töpfe - selbst wenn sie geschützt werden - leichter durchfrieren und die Pflanzen so an den Wurzeln massiv geschädigt werden können.
All diese gesammelten Informationen über die Standorte und die Pflanzen sollten dann kombiniert werden und der erste Schritt zu einem Exotengarten ist getan.
-ML-
Fotos und weitere Informationen gibt es im Pflanzenmagazin ab Seite 30
zeitung/pflanzen-magazin-01.html