Pflanzen mit besonderen Kräften

Autor: Frank   
Veröffentlicht: 20.04.2009 - 07:23 Uhr
 
 
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Gesundheit aus dem Garten

Kräuterinseln sogar auf dem Balkon
Kräutergärten erleben eine Renaissance. Als Folge einer Rückbesinnung auf die Natur nimmt das Interesse an Heilpflanzen wieder zu. Früher waren sie ein wichtiger Bestandteil von Kloster- und Bauerngärten, heute wachsen sie immer häufiger in Hausgärten oder auf Balkonen und Terrassen. Ob im Beet, im Kasten oder sogar im Topf: Mit Minze (Mentha), Thymian und Salbei (Salvia officinalis) lässt sich auch auf kleinstem Raum eine Kräuterecke gestalten.

Duftende Blätter
Viele Kräuter sind Heilpflanze und Gewürz gleichermaßen wie Thymian, der als Gewürzkraut Suppen und Salate verfeinert und als Tee z.B. bei Erkältungskrankheiten Linderung verschafft. Salbei wird häufig Fleischgerichten beigegeben, ist aber u.a. auch bei Halsentzündungen sehr wirkungsvoll. Zahlreiche Heilkräuter verströmen bei Berührung einen angenehmen Duft; die Blätter der Eberraute (Artemisia abrotanum) beispielsweise duften aromatisch nach Zitrone. Die Wein- oder Edelraute (Ruta graveolens) besitzt schöne, gefiederte Blätter, die ebenfalls intensiv duften. Die meisten Heilkräuter benötigen sonnige und warme Standorte, um gut zu wachsen und das beste Aroma zu entwickeln. Nur wenige wie z.B. Liebstöckel (Levisticum officinale) oder Zitronenmelisse (Melissa officinalis) gedeihen gut im Halbschatten.

Schöne Früchte
Auch zahlreiche Gehölze besitzen heilkräftige Eigenschaften und sind außerdem sehr dekorativ. Dazu gehört der Sanddorn (Hippophae). Er besitzt auffallende, leuchtend orangefarbene Früchte, die sich durch einen außergewöhnlich hohen Vitamin-C-Gehalt auszeichnen. Heilkräfte besitzt auch der Schwarze Holunder (Sambucus nigra), der sich im Juni mit großen, cremeweißen Blütenständen schmückt. Saft aus den im September reifenden, glänzend schwarzen Früchten gilt seit alters her als gutes Hausmittel bei Erkältungskrankheiten.

Auffallende Blätter
Verschiedene geschickt ausgewählte Heil- und Gewürzpflanzen machen es möglich, Gartenträume der besonderen Art zu verwirklichen - in einem Garten, der Erfahrungen für alle Sinne bietet und sogar manche Gaumenfreude bereit hält. Die Zier- oder Scheinquitte (Chaenomeles) blüht bereits im April. Sie wird gerne wegen ihrer auffallenden, großen Schalenblüten in strahlendem Weiß oder leuchtenden Rosa- oder Rottönen gepflanzt. Auch die orangefarbenen, vitaminreichen Früchte machen die Zierquitte zu einer schon seit langem geschätzten Gartenpflanze. Die Früchte erscheinen im Herbst und eignen sich gut für schmackhafte und gesunde Säfte, Gelees und Marmelade.

Heckenpflanzen mit Heilkraft
Berberitzen und Eiben sind vor allem als sehr schnittverträgliche Heckenpflanzen bekannt. Doch auch sie haben als Heilpflanzen Bedeutung: Während die Heilkräfte der Berberitze (Berberis vulgaris) schon lange genutzt werden, wird das Schnittgrün der Eiben (Taxus) erst seit einigen Jahren zur Herstellung eines Medikamentes zur Krebsbehandlung verwendet. Diese Pflanze ist ein gutes Beispiel für die schon im Mittelalter entwickelte Lehre, "dass es die Dosis ist, die entscheidet, ob eine Substanz Gift oder Arznei ist" (Paracelsus). Das in den Samen und Nadeln enthaltene Taxin ist im Allgemeinen giftig, in der Homöopathie wird jedoch eine Essenz aus den Nadeln zur Behandlung verschiedener Krankheiten wie Gicht oder Rheuma verwendet.

Vitamin-C-haltige Früchte
Die Berberitze schmückt sich im Mai mit zahlreichen kleinen, duftenden, gelben Blüten, aus denen sich bis zum Herbst rote, längliche Beeren entwickeln. Sie enthalten viel Vitamin C und eignen sich für Kompott, Wildfruchtsaft oder als Zutat für Punsch und andere alkoholische Getränke.

Lebendes Fossil
Goethes Lieblingsbaum, der Ginkgo, wird im Fernen Osten schon lange als Heilpflanze geschätzt. Seine Inhaltsstoffe verbessern die Durchblutung und werden deshalb auch zur Förderung der Gedächtnisleistung verwendet. Mit seinen interessanten, ungewöhnlich geformten Blättern ist dieser eindrucksvolle, äußerst widerstandsfähige Baum, der schon zu Zeiten der Dinosaurier existierte, auch ein Schmuckstück für den Garten. Der Ginkgo ist eine botanische Besonderheit: Er sieht mit seinen markanten, fächerförmigen Blättern wie ein Laubbaum aus, wird aber von den Botanikern eher den Nadelgehölzen zugeordnet.

Duft- und Heilrose
Die Apotheker-Rose (Rosa gallica 'Officinalis') ist mit ihren karmesinroten, halbgefüllten Blüten eine Augenweide. Sie verwöhnt auch die Nase, denn sie verströmt einen sehr angenehmen Duft. Die Blütenblätter wurden schon im 13. Jahrhundert in großem Maße geerntet und für unterschiedlichste Heilzwecke verwendet. Auch heute noch nutzt man die entzündungshemmende und "zusammenziehende" Wirkung ihrer Inhaltsstoffe z.B. in Salben für rissige oder entzündete Haut.

Gesunder Genuss
Himbeere und Brombeere (Rubus) gehören zur gleichen Familie wie die Rosen. Sie sind nicht nur auf Grund ihrer Vitamin-C-haltigen Früchte und ihrer vielseitigen Verwendung in der Küche wertvoll. In den Blättern sind Substanzen enthalten, mit denen z.B. Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut behandelt werden können.

Außergewöhnliche Gehölze mit Duft

Viele Pflanzen sind wegen ihres angenehmen Duftes eine reizvolle Ergänzung für den Heilgarten, auch wenn sie nicht für die Hausapotheke genutzt werden. Besondere Gehölze für ungewöhnliche sinnliche Erfahrungen sind der Gewürzstrauch und der ebenfalls wenig bekannte Erlenblättrige Federbuschstrauch. Beide Sträucher gedeihen am besten an einem sonnigen bis halbschattigen, geschützten Standort.

Abends besonders stark duftend
Der Gewürzstrauch (Calycanthus floridus) wird 1,5 bis 3 m hoch. Im Juni erscheinen dunkelrotbraune, nach Erdbeeren duftende Blüten. An warmen Abenden ist der Duft besonders intensiv. Auch in den Trieben und Blättern befinden sich ätherische Öle, die das Holz, wenn es getrocknet wird, stark nach Gewürznelken duften lassen.

Leuchtende Herbstfärbung

Der Erlenblättrige Federbuschstrauch (Fothergilla gardenii) wird nur etwa 80 cm hoch und eignet sich deshalb auch gut für kleinere Gärten. Anfang Mai erscheinen bis 3 cm lange, cremeweiße Blütenähren, die an kleine Flaschenputzer erinnern und nach Honig duften. Im Herbst beeindruckt der Federbuschstrauch mit einer prachtvollen, goldgelben bis leuchtend dunkelroten Herbstfärbung.

Quelle: PdM
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Diskussion

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Hexe07

Hallo,

ich habe vor der Terasse einen Gewürzstrauch stehen und um die Terasse herum diverse duftende Kräuter in Töpfen und Kübeln. Es kommen jetzt langsam auch noch duftende Blumen dazu. An lauen Abenden ist es einfach nur herrlich da zu sitzen und die verschiedenen Düfte zu geniesen.

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