Das Gesetz vom Minimum von Justus von Liebig

 
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Das Gesetz vom Minimum von Justus von Liebig

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Gepostet: 01.11.2006 - 13:25 Uhr  ·  #1
Das Gesetz vom Minimum von Carl Sprengel 1828, von Justus Liebig 1855 popularisiert - Minimumgesetz

Das Gesetz vom Minimum von Justus von Liebig: Wie eine Tonne durch die unterschiedliche Höhe der Planken nicht voll werden kann, so können auch die Pflanzen bei Mangel eines Wachtumsfaktors - z.B. Eisen - nicht optimal wachsen.

Was tun, wenn die Hängepetunie gelbe Blätter bekommt, die Triebe dünn und die Blüten klein und spärlich werden? Die Antwort scheint klar: Düngen. Stickstoff, Kalium, Phosphor und Magnesium, wie sie in jedem Volldünger als Pflanzennährstoffe enthalten sind, dürften den sichtbaren Mangel rasch beheben. Hilft das immer noch nichts, dann wird die Düngermenge einfach noch einmal erhöht. Die Petunie wird schon wieder. Oder etwa doch nicht?

Von Nichts kommt nichts

Immer dann, wenn der Petunie gar nicht Stickstoff, Phosphor oder Kalium, sondern Eisen fehlen, wird der Optimismus ihres Besitzers enttäuscht werden. Solange die Petunie kein Eisen bekommt, wird sie vor sich hin kümmern. Justus von Liebig entdeckte 1855 das "Gesetz vom Minimum". Es besagt, dass derjenige Faktor, der im Minimum vorhanden ist, das Wachstum begrenzt. Anders gesagt: Wenn ein Wachstumsfaktor fehlt, wird auch eine optimale Versorgung mit allen anderen Faktoren nicht das gewünschte Wuchsergebnis erbringen. Anschaulich wird das "Gesetz vom Minimum" durch das Bild einer Tonne, bei der eine Planke kürzer ist als die anderen. Man kann noch so viel Wasser in diese Tonne gießen, es wird immer nur so hoch stehen, wie die niedrigste Planke es erlaubt.

Ausgewaschen

Als "Minimum-Tonne" ist sie Gärtnern ein Begriff und sie richten ihre Kultur danach aus. Hilfreich ist das Bild der Tonne aber auch für den Hobby-Pflanzenfreund. Das Gesetz vom Minimum erleichtert das Verständnis vieler Phänomene, sei es bei den Pflanzen auf der Fensterbank, auf dem Balkon oder im Garten. Ob Kaktus oder Japanischer Ahorn, Herbstchrysantheme oder Topforchidee, sie alle brauchen rund 15 verschiedene Mineralstoffe zum Leben ? je nach Art allerdings in unterschiedlichen Mengen. Neben Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel sind auch Spuren von Eisen, Mangan, Bor, Zink, Kupfer und Molybdän nötig, damit das Grün sprießt. Alle Stoffe kommen zwar in natürlicher Form im Boden vor. Aber je mehr und je länger Pflanzen im Topf wachsen, in der Gartenerde kultiviert und geerntet werden, desto knapper können einzelne Nährstoffe werden.

Zufüttern

Gärtner wissen, welche Mineralstoffe bei den verschiedenen Arten am ehesten ins Minimum rutschen. Regelmäßige Bodenproben geben ihnen zusätzlich Auskunft darüber. Wer das zu Hause nicht machen kann oder möchte, sollte sich bei seinem Gärtner erkundigen, welche Pflanzen besonderen Bedarf an bestimmten Spurenelementen haben. Zwar lassen sich mit Beimengungen von mineralstoffreichem Algenkalk und Gesteinsmehl zu Topferde und Gartenerde häufig Mangelerscheinungen vorbeugen, aber ein gezielter Mangelausgleich ist das noch nicht. Wichtig ist dennoch, hin und wieder Mineraldünger mit Spurenelementen zu verwenden.

Bitte mehr!

Was für die Nährstoffe gilt, kann man auch auf die anderen Wachstumsfaktoren übertragen. So lassen sich Pflanzen, die zu dunkel stehen, weder durch reichliches Gießen, noch durch kräftiges Düngen zu zügigem Wachstum bewegen. Das mangelnde Licht ist der begrenzende Faktor oder ? um im Bild zu bleiben ? die Planke, die das Wasser überlaufen lässt. Zu wenig Wasser, einseitige Düngung, Erde, die verschlämmt ist und zu wenig Luft an die Wurzeln lässt ? sie alle können Minimum-Faktoren sein, die noch so große Anstrengungen, die Pflanze zum Wachsen und Blühen zu bringen, zunichte machen.

Übergewicht

Den Gegenpart zum Gesetz des Minimums bildet das "Gesetz des Optimums", das von Wollny 1877 entdeckt wurde. Er beobachtete, dass Pflanzenerträge durch zunehmende Düngung erst rasch ansteigen, dann immer langsamer zunehmen, bis sie das Optimum erreicht haben. Werden noch höhere Düngergaben verabreicht, stagnieren die Erträge, um sich bei noch höheren Gaben sogar zu verschlechtern. Für Zimmer- und Gartenpflanzen gilt das genauso. Auch bei ihnen ist Düngung über das Optimum hinaus nicht nur Geldverschwendung, sondern kann die Pflanzen behindern. Mehr als üppig blühen kann die Petunie einfach nicht. Zu viel Düngung macht das Gewebe weich, die Pflanze wird krankheitsanfällig. Im schlimmsten Fall schädigt Überdüngung, zum Beispiel, wenn die Erde versalzt, die Überdüngung der Pflanze Wasser entzieht und sie dadurch vertrocknen lässt. Mancher Pflanzenfreund, der es besonders gut mit seinen Lieblingen meinte, hat das schmerzlich erfahren.

Die Mitte finden

So wie es beim Dünger ein Optimum gibt, trifft das natürlich auf die Faktoren Wasser, Wärme und Licht zu. Auch dort kann das Optimum überschritten werden. Zu viel Wasser, zu viel Wärme oder zu viel Licht, das die Blätter verbrennt, sind Krankheitsauslöser. Die Kunst des Gärtnerns liegt darin, bei allen Faktoren das Optimum zu erreichen oder zumindest knapp heran zu kommen. Dem Profi helfen heutzutage Klima- und Bewässerungscomputer, automatische Belichtung, Belüftung und Schattierung. Dem Hobbygärtner helfen die ausführliche Beratung beim Kauf sowie eigene Erfahrungen. Aber den letzten Ausschlag gibt beim Profi genauso wie beim Hobbygärtner das Fingerspitzengefühl ? der so genannte Grüne Daumen!

Das Minimumgesetz ist ein wichtiger Grundsatz bei der Düngung.
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Wie diese Tonne durch die unterschiedliche Höhe der Planken nicht voll werden kann, so können auch die Pflanzen bei Mangel eines Wachtumsfaktors - z.B. Eisen - nicht optimal wachsen.
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