Bonsai

 
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leonkoch

Hallo liebe Forenmitglieder,
ich habe seit zwei Wochen Bonsai (90 cm groß). Er verliert neuerdings sehr viele Blätter. Nun ein paar Fragen:
Mache ich etwas falsch viel Gießen? Der Topf ist recht groß so dass oft die Erde am Rand des Topfes noch recht feucht ist und die in der Mitte zum Stiel hin schon trocken. Muss ich die trockene Stelle dann gießen?

Im allgemeinen wie oft sollte ich gießen? Gerade im Sommer und wie intensiv?

Der Bonsai steht zwei Meter vom Fenster (siehe Bild) entfernt, bekommt trotzdem Licht. Zu wenig?

Ich danke euch sehr für euere Hilfe.
Léon
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GinkgoWolf

Hi

dein Bonsai sieht aus wie ein Ficus. Davon gibt es eine ganze Menge und ich kann ehrlich gesagt nur die "üblichen Verdächtigen" (F. benjamina, F. binnendijkii, F. religiosa) richtig auseinanderhalten und von denen ist es keiner
Ficus neigen sehr dazu, wenn ihnen was nicht passt (z.B. bei Standortwechsel) Blätter abzuwerfen. Das ist also an sich nichts ungewöhnliches.
Der Standort ist allerdings nicht sonderlich optimal. Zwei Meter vom Fenster weg ist zu viel. Das Fenster ist ja auch nicht sonderlich groß. Außerdem filtert allein Fensterglas schon bis zu 50% des einfallenden Lichtes: KLICK (bis zum zweiten Beitrag scrollen). Hat man das im Blick, kann man sich in etwa vorstellen, wie es dann weiter hinten im Raum mit der Lichtausbeute aussieht. Ganz ehrlich? Ich würde ihn direkt ans Fenster stellen. Er wird dann sicher auch wieder Blätter abwerfen, weil du ihn ja wieder umstellst, aber das würde ich in Kauf nehmen. Er kriegt ja irgendwann neue

An sich finde ich das Substrat nicht sehr vertrauenserweckend...
Es ist ja schließlich seltsam, dass die Erde in Stammnähe schneller abtrocknet als die am Rand.... sie sieht auch irgendwie anders aus... Möglicherweise liegt es auch daran, dass das stammnahe Substrat so einen "Hügel" bildet und zum Topf- bzw. Schalenrand abfällt. Ist also auch irgendwie klar, dass das Gießwasser zum Topfrand hinläuft. Deshalb, denke ich, ist das Substrat am Rand immer länger feucht als das in der Topfmitte.
"Schlampig" eingetopft worden, hätte ich dazu jetzt gesagt...

Dann noch etwas: Sehe ich das richtig, dass der Ficus in einem schwarzen Innentopf steht, der sich wiederum in der weißen Schale befindet und dann nochmals auf einem Untersatz steht?? Das ist wirklich seltsam...
Welcher Topf hat denn da die Wasserabzugslöcher?
Es ist wichtig, dass das überschüssige Gießwasser ablaufen kann und die Pflanze nicht im Wasser steht.

lg
Henrike
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leonkoch

Hallo Henrike,

ich danke dir sehr für deine Antwort!!
In der Tat ist der Topf etwas seltsam. Wie du richtig beschreiben hast befindet sich der schwarze Topf in dem weißen. Dieser ist wieder fest mit dem Untertopf verbunden.
Also gehst du davon aus das es am Licht liegt?
Ich werde darüber auf jeden Fall nachdenken ihn an das Fenster zu stellen. :/
Ich glaube aber auch das es an meinem Gieß- Verhalten liegen könnte. Ich weiß nicht ob du dich spezifisch auskennst, aber wann würdest du mir raten zu gießen und wie viel? welche Wasser?
Sorge bereitet mir auch die braunen Punkte auf den Blättern? Auf was könnte das hindeuten?
Viele liebe Grüße
Léon
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GinkgoWolf

Hi Leon

Licht ist für Pflanzen auf jeden Fall schon ein ausschließender Faktor. Eine bestimmte Zeit schaffen es die Pflanzen, auch an dunklen Standorten zu überleben. Das liegt dann aber auch nur daran, dass die Pflanzen von ihren Reserven zehren, die sie "aus besseren Zeiten" übrig haben. Überschüsse aus der Photosynthese in Form von Zucker werden sozusagen ins Depot gebracht und in den Pflanzenteilen eingelagert. Diese Kraftreserven können bei Bedarf von der Pflanze reaktiviert werden und halten so die Pflanze am Leben. Je nachdem, wie gut es der Pflanze vorher mit dem Licht ging und wie viele Kraftreserven sie anhäufen konnte, hält sie folglich an einem dunkleren Standort länger oder eben weniger lange durch...
Ficus möchte es schon gerne heller haben und deshalb würde ich ihn näher ans Fenster stellen. Wenn es ein sehr sonniges Fenster ist und du dir Sorgen wegen Sonnenbrand machst (ja, auch Pflanzen können so was bekommen!), kannst du ihn auch in 1m Entfernung hinstellen, zur Vorgewöhnung sozusagen.

Zitat geschrieben von leonkoch
In der Tat ist der Topf etwas seltsam. Wie du richtig beschreiben hast befindet sich der schwarze Topf in dem weißen. Dieser ist wieder fest mit dem Untertopf verbunden.
Dann ist das vermutlich "der Optik wegen"... Sieht wohl besser aus, wenn der weiße Topf in einer Unterschale steht, auch wenn das gar nicht weiter nötig wäre... (deshalb ist auch der schwarze Innentopf so dezent und kaum zu sehen)
Anders als aus "optischen Gründen" kann ich mir das nicht erklären...

Zitat geschrieben von leonkoch
Ich glaube aber auch das es an meinem Gieß- Verhalten liegen könnte. Ich weiß nicht ob du dich spezifisch auskennst, aber wann würdest du mir raten zu gießen und wie viel? welche Wasser?
Das wann kann man nur ganz schwer spezifisch festlegen. Das hängt ja auch immer davon ab, wie die Umgebungsbedingungen so beschaffen sind. Temperatur, möglicherweise Sonneneinstrahlung, relative Luftfeuchtigkeit, Windbewegung (insbesondere bei Balkon- oder Terrassenaufenthalt im Freien) - all das (und mehr) wirkt sich auf den Flüssigkeitsbedarf der Pflanze aus. Deshalb lässt sich das pauschal gar nicht so sagen...
Wenn du sicher gehen willst, dann musst du die Fingerprobe machen. Heißt, den Finger ins Substrat stecken und fühlen: ist es eher kühl, feucht und bleibt die Krume am Finger hängen, dann lass das lieber noch mit dem Gießen. Ist es dagegen eher trocken und warm, dann solltest du gießen.
Eine andere Variante wäre es, wenn du die Pflanze samt Innentopf hochhebst. Trockenes Substrat ist deutlich leichter als feuchtes. Diese Methode ist allerdings bei großen Pflanzen wie deiner etwas unpraktisch, weil die Pflanzen logischerweise auch nicht sonderlich handlich sind. Da ist die Fingerprobe einfacher.

Wie viel du gießen musst, kann ich dir demzufolge auch nicht wirklich sagen. Ich weiß ja auch nicht, wie du deine Pflanze bisher so versorgt hast.
Es gibt die Empfehlung, dass man "durchdringend" wässert, also so gießt, bis Wasser aus dem Topf über die Wasserabzugslöcher rausläuft. Dann kann man davon ausgehen, dass die Feuchtigkeit überall im Topf angekommen ist und nicht irgendwelche Wurzeln in einer Art "Versorgungsschatten" liegen.

Und dann ist es selbstverständlicherweise auch wichtig, dass du überschüssiges Gießwasser (das sich ja dann im weißen Topf sammelt) nach einigen Minuten wegschüttest. Sonst kann sich Staunässe bilden und die mögen alle Pflanzen (bis auf wenige Ausnahmen) gar nicht.

"Welches Wasser?" Hmm, ... tja....
Da kenne ich mich nicht so aus. Ich gieße meine Pflanzen mit normalem Leitungswasser (ich hab in einer Etagenwohnung allerdings auch wenig andere Möglichkeiten). Wenn du sehr hartes Wasser hast (Wasserhärte kann man beim Wasserversorger erfragen), dann kann es vor allem sein, dass sich überschüssiger Kalk am Topf und mit der Zeit auch im Substrat ablagert.
Es gibt Pflanzen, die grundsätzlich ein Problem mit sehr kalkreichem Wasser haben (z.B. fleischfressende und Moorbeet-Pflanzen), weil Leitungswasser aufgrund der Ionen-Zusammensetzung einen anderen pH-Wert hat und deshalb sich der pH-Wert im Substrat für die Pflanzen ins Negative wandelt. Das ist insofern problematisch, weil bei einem zu hohen oder zu niedrigen pH-Wert bestimmte Nährstoffe nicht mehr ausreichend aufgeschlüsselt werden können.

Ich weiß nicht, ob Ficus so schwierig mit Leitungswasser ist. Ich hatte lange Zeit einen Ficus (F. benjamina) und habe immer mit Leitungswasser gegossen und ich hatte eher Probleme mit den Kalkausblühungen am Topf.

Das beste Wasser für Pflanzen ist ja Regenwasser (bisschen schwierig im Moment bei der Wärme), ich habe auch einen Freund, der sich Wasser für seine Carnivoren (fleischfressende Pflanzen) aus dem nächsten Bach holt. Da du aber keine spezielle Pflanze hast, sondern "nur" einen Ficus, denke ich, kann man das vernachlässigen und auch trotzdem weiter Leitungswasser verwenden. Du brauchst dich aber dann nicht über etwaige Ausblühungen im Topf zu wundern, das kann dann vom Wasser kommen.
Destilliertes Wasser wie für die Autobatterie ist jedenfalls nicht zu empfehlen, denn eine Grundversorgung mit Mineralsalzen ist für die Pflanzen schon wichtig. Da ist das Leitungswassr dann besser als das destillierte Wasser (auch wenn es kalkreicher ist).
Manche Leute schwören auf Ionenaustauschgeräte oder Wasserenthärter oder Osmose-Anlagen, aber das ist so ein eigenes Thema für sich und da kenn mich gar nicht aus auf dem Gebiet. Dazu haben wir hier im Forum aber Diskussionstheads. Die findest du über die Profisuche.

Zitat geschrieben von leonkoch
Sorge bereitet mir auch die braunen Punkte auf den Blättern? Auf was könnte das hindeuten?
Bei den braunen Punkten auf den Blättern habe ich ad hoc leider keine Idee...

lg
Henrike

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