Biologie Studium

 
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Laron

Hallo liebes Forum
Da ich bald mein Abitur hinter mich gebracht haben werde und mich nach möglichen Studiengängen umgeschaut habe, habe ich mir gedacht, mein Hobby zum Beruf zu machen.
Biologie im allgemeinen interresiert mich schon seit langem, ich werde auch Abitur da drin schreiben.
Da ich allerdings nicht genau weiß, was da so alles in einem Biologie Studium auf mich zukommt. Damit meine ich auch Fächer wie Mathematik, Zoologie etc. (1te Frage)
Ich möchte vor allem Schwerpunkt auf Botanik und/oder Gentechnik bzw Neurobiologie legen, da mich Botanik privat sehr interresiert und ich den 2ten Punkt einfach aus der Schule sehr interresant finde.
Bei Gentechnik ist mir volkommen bewusst, was ich damit später anfangen kann
Aber bei Botanik habe ich keine Vorstellung, was für Berufe und Möglichkeiten ich damit habe, das wäre dann meine 2te Frage
Auch würde ich gerne wissen, was man speziell bei Botanik und Neurobiologie machen muss.

Ich hoffe, hier findet sich jemand, der auch mit den Bachelor und Master Studiengängen vertraut ist.
Vielen Dank schon mal fürs Durchlesen und ich hoffe, ich habs im richtigen Forum geschrieben
Leon

P.s. Weiß wer, wie es so mit Biologie in München aussieht?
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matucana

Hallo Laron,

von einem Biologiestudium, so verlockend es ist, würde ich eher abraten. Nach wie vor gibt es sehr viele Bewerber auf sehr wenige Stellen in Forschung und Lehre. Auch die Biotechnologie gilt seit 30 Jahren als das kommende Feld, und seit 30 Jahren werden auch da vergleichsweise wenig Leute gebraucht.

Von meinen seinerzeit recht vielen Bekannten, Biologen mit Promotion, hat es eine einzige in die Forschung geschafft. Die anderen 20 sind heute Pharma- und Klinikreferenten oder Unternehmensberater...
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resa30

Prinzipiell muss ich matucana leider Recht geben. Realistisch betrachtet ist das leider so. Aber irgendwie ist das heutzutage in vielen Fachrichtungen so und ich finde auch, man soll auf alle Fälle etwas lernen, das einem Spass macht. Ich hab zwar nicht Biologie studiert, aber ein verwandtes Fach und trotz mieser Jobsituation habe ich das nie bereut.

Hast du die Möglichkeit an einer Uni (oder sogar deiner Wunsch-Uni) mal einen Info-Tag zu besuchen? Da sieht man sehr gut, welche Möglichkeiten man hat und was die einzelnen Fächer beinhalten. Was davon einen mehr interessiert und was weniger. Das hat mir damals sehr geholfen.

Worin du dich für das Abi vertieft hast, ist später gar nicht mehr so relevant (auch wenn es oft hilft, dass man einige Themen schon mal gehört hat).

Mathe, Statistik, Chemie, Physik, Botanik, Zoologie, Biochemie, Genetik, .... Such dir einfach mal das Vorlesungsverzeichnis an einer Uni, an der du Biologie studieren kannst, dann siehst du gut, was wann in welchem Semester dazu gehört, was man wählen kann und nehmen muss, etc.
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GinkgoWolf

Hallo,

ich würde mich meinen Mitpostern anschließen. Ich studiere selbst gerade (aber kein Biologie, sondern Landschaftsarchitektur), hab aber eine Freundin aus meinem Freiwilligendienst, die Biologie studiert. Und sie hat mir schon erzählt, wie voll es da praktisch ist. Dass du in den Hörsaal zwar vielleicht noch reinkommst, aber stehen musst. Die sind allein in ihrer Fachrichtung (also Bio) knapp 300 Studis, heißt der Hörsaal ist immer rappeldickevoll. Da frag ich mich dann auch, wo sollen denn die ganzen Leute später hin?
Meine Freundin studiert es an einer Universität, doch bin ich der Ansicht, dass du für Biologie auch nur an einer Uni bewerben kannst. Es ist mir zumindest nicht bekannt, an welcher Hochschule du diese Fachrichtung belegen kannst.
Und an den Unis, da kannst du dich eigentlich schon drauf einstellen, wirst du nur einer von vielen sein. Gibt ja Leute, denen macht das nichts aus, aber ich bin immer der Meinung ein direkter Draht zum Prof ist manchmal gar nicht so unpraktisch, besonders wenn du irgendwo noch ne Frage hast oder irgendwo nicht weiterkommst.
Es soll jetzt auch nicht so sein, dass ich dir davon abrate, dich an einer Uni zu bewerben, denn jeder sollte schon allein wissen, was er machen will. Aber es sollte zumindest schon ein Tipp sein, die Entscheidung Uni oder Hochschule nochmals zu überdenken.
Und vielleicht findest du ja eine ähnliche Fachrichtung an einer etwas kleineren Fakultät, die aber auch dein Lieblingsthemengebiet in etwa abdeckt und wo du nicht einer von einer Million bist - überspitzt dargestellt, aber die Realität ist davon leider auch nicht weit entfernt.

Und sonst gebe ich dir denselben Tipp wie Resa: Such mal im Internet nach geeigneten Hochschulen bzw. Universitäten und schau außer auf Biologie auch mal darauf, was die da noch haben.
Ich hab's bsp. so gemacht, dass ich die Curriculum verglichen habe, bevor ich mich für eine Hochschule entschieden habe. Ich hab also erstmal geschaut, wie ähnlich sind die gleichen Fachrichtungen an unterschiedlichen Hochschulen? Sind meine Interessen abgedeckt? Teilweise spielt ja auch eine Rolle, wo man später wohnt, ob im Wohnheim oder in einer WG oder einer eigenen Wohnung. Da sollte man schon mehrmals drüber nachdenken und keinesfalls überstürzt handeln.
Und sonst schau mal, ob es vergleichbare Studienrichtungen gäbe, die vielleicht nicht so'n Zulauf haben, aber eine ähnliche Richtung haben.

Und dann noch ein kleiner Tipp von einem Prof, der mir diesen Tipp mal gegeben hat: Er wollte sich da auch für einen Studiengang bewerben, scheiterte am NC (Numerus clausus) und schrieb sich in einem vergleichbaren Studiengang ein und stieg dann quer ein in den Studiengang, den er eigentlich haben wollte.
Ich weiß aber nicht, wie das einzelne Hochschulen oder gar Universitäten regeln oder ob das überhaupt möglich ist. Das macht ja auch jeder anders.

Ansonsten viel Erfolg bei deiner Bewerbung.

lg
Henrike
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snif

Biologie hat den Vorteil - und den Nachteil - dass es ein sehr breites Studienfach ist. Biologie ist super, um von allem etwas mitzubekommen. Wenn einen alles interessiert oder wenn man noch nicht genauer weiß, wohin man einmal möchte, ist das perfekt. Dadurch bist du später auch für viele Berufe und Fachrichtungen potentiell qualifiziert. Klassische Richtungen wie Zoologie und Botanik, aber auch Biochemie oder gar Bioinformatik, medizinische Grundlagenforschung und "modernes Pflanzenzüchten" usw.
Aber leider gibt's da jeweils auch die Gegenseite, und "richtige" Biochemiker (etc.) sind einfach nochmal passender ausgebildet. Die Konkurrenz ist also ziemlich groß.

Was die Jobs angeht, kann man meiner Erfahrung nach sagen: über den Daumen gepeilt gibt's umso mehr Jobs, je kleiner das Zeugs ist, mit dem man sich beschäftigt. Zoologie und Botanik? Vergiss es. Mikrobiologie? Schon VIEL besser. Zelbiologie, Genetik und das alles - mit Promotion scheint das eine ziemlich sichere Miete zu sein. Dann gibt's noch einiges dazwischen, Tierphysiologie, Pflanzenphysiologie, da hängt viel vom Standort ab.

Und ich muss Henrike Recht geben: Für jedes Fach gibt's spezialisierte Studienfächer und Schulen, teilweise auch internationale Kooperationen. Wenn du genauer weißt, wo du hin möchtest, halte nach so was Ausschau. Teilweise sattelt das auch auf's Biostudium oder vergleichbare Fächer auf, vermutlich gibt's da seit dem Masterstudiengang auch nochmal einige Möglichkeiten für Quereinstiege mehr
Informier dich. Neben den Tagen der Offenen Tür gibt's ja auch immer wieder Berufsinfoveranstaltungen, Jobmessen und so was.
Du kannst das Pferd auch andersrum aufzäumen. Wenn es Berufe gibt, die dich interessieren (sag jetzt nicht "Biologe", sondern meinetwegen "Biolehrer", "im Labor stehen und neue Medikamente testen" oder so was ), erkundige dich, was für ein Werdegang dafür vorausgesetzt ist, nach was die "Headhunter" suchen. Dafür gibt's an Hochschulen auch Berater, vielleicht habt ihr auch an der Schule jemanden, den du fragen kannst?
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Laron

Ok, genau das hier war der Grund, weshlab ich hier nachgefragt habe
An allen Unis, sowohl im Internet, als auch am Tag der offenen Tür wird natürlich nur alles Positive gezeigt
Vielen Dank daher an alle eure sehr ausführlichen Antworten. Ich habe zum Glück ja noch etwas Zeit, mich für etwas bestimmtes zu entscheiden, aber vor allem die Idee, vom Job aus zu gehen finde ich gut!
Jetzt schreib ich erst mal mein Abitur mund machen mir ein paar Gedanken. Aber ihr habt mir sehr weitergeholfen!
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Domer

Hallo,

Ich habe mir jetzt nicht jeden Beitrag genau durchgelesen, aber ich würde dir auch eher von einem Biologie-Studium abraten.

Ich habe vor einem Jahr einen Infotag an einer Uni besucht. Und dort wurde auch gesagt, dass man mit einem Biologie-Studium keine guten Jobaussichten hat. Die meisten "enden" wohl als Biologielehrer.

Es gibt aber auch andere interessante Studiengänge...

z.B. Gartenbauwissenschaften (von Botonik bis Gentechnik alles dabei, kannst dich auf Obst-, Zier-oder Gemüsepflanzen spezialisieren)
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lilamamamora

Öhm, ich hab Biologie studiert und bin sehr glücklich damit.
Master und Bachelor gabs damals noch nicht.
Hab mich auf Molekularbiologie spezialisiert und mache jetzt Analytik im Naturschutz
(Artbestimmung z.B. aus Kotproben von Fledermäusen, Unterartbestimmung aus Maulwischproben von Europ. Sumpfschldkröten usw)
Der exakte Lehrplan hängt von der jeweiligen Universität ab.

In Bayern würde ich fürs Biologiestudium auf alle Fälle Bayreuth empfehlen.
München ist (durch Martinsried) ziemlich einseitig Richtung Gentechnik orientiert.

Falls du nach den anderen Beiträgen Angst bekommen hast:
Agrarwissenschaften bieten auch ein vielfältiges Spektrum
und danach gibt es viele Möglichkeiten im In- und Ausland.

Ob man nach dem Studium auch damit Geld verdienen kann, das weiß man halt zu Beginn nicht. Es hängt auch davon ab, ob der betreuende Prof gute Kontakte hat und sie für dich nutzt. Sonst hängst du mit Zeitverträgen an der Uni fest, bis du zu alt bist.

wie du dich auch entscheidest: viel Glück!
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Loony Moon

Vielleicht wäre aber auch ein ökologisches Jahr für dich eine Möglichkeit, in welche biologische Richtung du gehen willst. Also erstmal testen und eigene Erfahrungen sammeln. Oder eben ein Praktikum in einer Gartenbaufirma/GaLa-Firma.
Letztendlich fängt jeder mal klein an und meist wird "trockener Stoff " verständlicher, wenn man schon mal etwas Praxisluft geschnuppert hat.

Viel Erfolg.
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GinkgoWolf

Da kann ich Loony Moon nur zustimmen. Ich hab vor meinem Studium zwei Jahre Praxiserfahrung gesammelt (FÖJ und BFD, also Bundesfreiwilligendienst) einmal in einer Naturschutzeinrichtung mit Bezug auf Garten und Pflanzen und ein Jahr in einem Botanischen Garten.
Die erfahrungen, die in den beiden Jahren gemacht habe, die kann mir keiner nehmen und ich denke doch, das sie mir später noch sehr nützlich sein werden.
Über solche Freiwilligendienste kannst du auch noch eher deine Interessenfelder eingrenzen und weißt vielleicht eher, wo's denn genau hingehen soll. Zum Beispiel aus dem Jahr in der Baumschulgärtnerei in die Ausbildung.

lg
Henrike
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Laron

Nochmals viele Dank!
Ich fürchte, ich muss es einfach ausprobieren.
Ein Bekannter von mir ist gerade im ersten Semester Biologie und meinte, dass es ihm viel Spaß macht.
Er wird mir auch mal den ganzen Stoff und alles, was man durchnimmt geben, damit ich mir es mal genauer anschauen kann...
Ich halt den Thread hier mal auf dem laufenden, könnte ja vieleicht auch für andere Leute interresant sein
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Loony Moon

Hallo Laron, schau dir die Unterlagen an und überlege genau! Das sind im Augenblick nur Unterlagen. Und Papier ist bekanntlich geduldig.

Ich bin noch jemand vom alten Schlag und der Meinung, dass man mit Mitte/Ende Zwanzig seine berufliche Ausbildung langsam fertig haben sollte. Klaro, mit 18 ist das noch ein paar Jährchen hin. Doch was ist, wenn du nach dem Abschluss keinen Job findest, der dich wirklich befriedigt und nebenher auch ein paar Mäuse bringt?

Meine persönliche Erfahrung ist, dass man sich nie darauf verlassen, ob man in seinem erlernten/studierten Beruf arbeiten kann. Sei es, dass man ausgerechnet eine Richtung studiert hat, die seltener gefragt ist oder dass man in seinem Wohnumfeld nix findet. Denn man sollte durchaus auch bedenken, dass die persönliche Lebenssituation sich jederzeit sehr schnell ändern kann.

Ich wünsche dir trotzdem viel Erfolg.
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Baer1007

Hi,
wenn du was in die Richtung machen willst, aber dir nicht sicher bist ob Biologie das richtige ist, dann mach doch einen verwanten Studiengang. Pflanzenbiotechnologie zum Beispiel könnte dir gut gefallen, nachdem was du beschreibst! Ansonsten kann ich dir auch noch Gartenbau empfehlen, das studiere ich grade und ich kann mich definitiv nicht über schlechte Jobaussichten oder überfüllte Hörsäle beklagen, eher ganz im Gegenteil!
Lg, Eva
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Laron

Hallo Baer1007,
Ich hab mir kurz durchgelesen, was genau Pflanzenbiotechnologie ist und es gefällt mir ausgesprochen gut! Ist hannover die eintige Universität, bei der ich diesen Studiengang machen kann? Weil ich würde schon genz gerne in München/Raum München bleiben, weil mir doch die Berge recht wichtig sind, sowohl im Wnter als auch Sommer...
Echt, mir hatte man irgendwann einmal gesagt, dass Gartenbau zwar nicht überlaufen ist, aber die Jobaussichten auch nicht so gut sind
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Baer1007

Hi,
soweit ich weiß gibts den Studiengang nur in Hannover, aber gibt ja genug Seiten mit verzeichnissen was du wo studieren kannst, da kannste ja nochmal nachschauen!
Was die Jobaussichten im Gartenbau anbelangt: Auf der Hochschule ist es schon klar das sie einem immer erzählen wollen, dass man gute Jobaussichten haben, deshalb ist meine Perspektive vll sehr optimistisch. Aber auch wenn wir veranstaltungen haben, bei denen Betriebe zu besuch sind oder wenn wir auf Exkursion sind, bekommen wir oft gesagt das die Betriebe Leute suchen und teilweise auch schon länger erfolglos auf der Suche sind!
Lg, Eva
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