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Aufforsten, aber womit? Was sind typische Bäume?

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Ich bräuchte mal einen Rat von den Baumexperten.

Bevor ich in die Baumschule gehe und einer zu großen Auswahl gegenüber stehe, möchte ich Euch, die Experten in Sachen Baum und Co, fragen und vielleicht auch eine Diskussion anregen.

Im Wald meines Vaters sind ein paar tote Fichten zur Brennholzverarbeitung angefallen und machten somit ihren Platz für neue Gehölze frei.
Wie ich meinen Vater kenne, wird er Fichtenschößlinge dort anpflanzen, was natürlich billig aber in meinen Augen nicht besonders nachhaltig ist. Ich bin der Meinung, eher einen Mischwald zu kultivieren, als wieder und wieder in den Spuren der Monokultur zu wandeln.
Daher möchte ich das nächste Mal Laubbäume mitbringen, wenn ihn das nächste Mal sehe.

Und genau jetzt stellt sich mir die Frage, welche Bäume dafür am besten geeignet sind.

Was meint Ihr zu dem Thema? Was gibt es für welchen Baum für Standortkriterien?

Buchen sind ja eigentlich heimisch bei uns in Süddeutschland, aber ich möchte eben auch ein bisschen Artenvielfalt in den Wald bringen und vielleicht auf Ahorn oder Esche zurückgreifen. Vielleicht auch eine Hain- oder Rotbuche...
Was meint Ihr zu dem Thema?
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BeitragMi 20 Mai, 2009 16:37
schwieriges Thema, vielleicht sollte man wirklich erst einmal den Boden besprechen und dann sich die Bäume heraussuchen. Wichtig ist in diesem Fall auch die Bodenfeuchte. Bei zu großer Feuchte bilden z.B. Fichten diese berühmten Tellerwurzeln aus. Dann musst du bedenken, dass es in einem Wald zu einer Skukzession kommen wird, also zu einer Abfolge der Bäume die dort wachsen. Bei einem Kahlschlag dominieren erst die Lichtbaumarten, also man sollte eben nur Bäume pflanzen, die mit viel lciht klarkommen, wie Kiefer, Lärche, Eiche, Esche. Pappel, Weide und Birke sind auch Lichtbaumarten, vor allem bei Birke muss man vorsichtig sein, weil sie doch sehr schnell wächst und die Zielbaumarten verdrängen kann. Andererseits hat sie ein schönes, goldgelbes Holz, wenn man jemanden hat der sich dafür interessiert. Leider iste s momentan noch wenig gefragt..

Stehen noch einige große Bäume kann man Halbschattenbäume pflanzen, wie Hainbuche, Fichte, Linde, Ulme, Bergahorn und Douglasie. Und dann noch die Schattbaumarten wie Buche, Tanne unde, denen würdest du gar keinen Gefallen tun, wenn du sie auf einen Kahlschlag setzen würdest..

Je nach Wildbesatz solltest du auf Douglasie, Eibe und Tanne lieber verzichten, nicht dass dir alles weggefuttert wird.. in vielen Wäldern muss man sich einzäunen, damit sie ansatzweise eine Chance haben hochzukommen..

Wenn du schnell ein Resultat sehen möchtest, dann pflanz Lichtbaumarten, diese wachsen die ersten Jahre sehr schnell, Schattbaumarten dagegen wachsen am Anfang langsam und steigern sich dann. Das muss man bei der Auswahl eben bedenken. Also dass man den Traumbäumen entsprechend viel Platz bietet. Anderes Problem, hat ein Baum zuviel Platz, dann bildet er Seitenäste aus und die sind im Forst auch unerwünscht. Es muss eben eine gute Mischung sein..

kleiner Vorgeschmack was auf dich zukommen wird, wird nicht einfach werden die perfekte Auswahl zu treffen. Aber schildere mal welchen Boden du hast, vielleicht mit Bidlern der Fläche. HM wären auch interessant (wohnst doch recht bergnah) oder sonstige Besonderheiten..

Liebe Grüße,
Junie
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BeitragMi 20 Mai, 2009 17:01
Eichen empfehlen sich besonders, denn diese haben durch ihre tiefes Wurzelsystem weniger Probleme mit den langen und trockenen Sommern. Ahorn und Rotbuche oder Hainbuche würde ich dazu Pflanzen. Alles langlebige und robuste Bäume. Eichen-Buchen Mischwälder werden mitlerweile vermehrt aufgeforstet. Statistisch nimmt die Anzahl der Bäume im Wald zu (durch vermehrten CO² Gehalt der Luft) allerdings haben gerade die Fichten Monokulturen, dann Probleme im Sommer, da diese immer trockener werden.
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BeitragMi 20 Mai, 2009 17:41
Eichbaum-Weiser hat geschrieben:allerdings haben gerade die Fichten Monokulturen, dann Probleme im Sommer, da diese immer trockener werden.


Und genau deswegen möchte ich meinen Vater davon abbringen.

Es geht also genau in die Richtung, in die ich schon dachte. Buchenarten und Eichen.

junie hat geschrieben:Und dann noch die Schattbaumarten wie Buche, Tanne unde, denen würdest du gar keinen Gefallen tun, wenn du sie auf einen Kahlschlag setzen würdest..


Stop! Ich hab nie von einem Kahlschlag gesprochen! Das musst Du falsch verstanden haben! Es gab ein paar Käfertannen zu fällen und ich möchte an deren Stelle Laubbäume aufforsten, es gilt also, sich an Schatten- bzw. Halbschattenbäume zu halten.

Über den Boden kann ich nicht viel sagen, es ist halt ein ganz normaler Nadelwaldboden. Locker und nicht durch Einsatz schwerer Maschinen verdichtet, vermutlich einigermassen sauer durch die Fichtennadeln. Ein Teil der Fläche ist Hanglage mit Buchen und Eschen, die einigermassen steil ablällt und dadurch mehr Sonnenlicht abbekommt als der restliche Wald. Höhe über Meer: ca 710m.

Danke schon mal für die informativen Beiträge!
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BeitragMi 20 Mai, 2009 22:10
Wenn Du es mit einer forstwirtschaftlicehhn Bewirtscahftunge ernst meinst, solltest Du den Boden kennen. Daraus erschließt sich im Grunde schon die Baumartenwahl. Edellaubhölzer a la Esche Ahorn pflanzt Du nicht mal eben auf eine ehemalige Fichtenfläche. WEnn eben wirtschaftliche Ziele gewünscht sind, lieber über Standort und Boden informieren. Möglicherweise bei einem ansässigen Förster.
Ansonsten findest Du bei der LWF vielerlei hilfreiche Informationen. http://www.lwf.bayern.de/

Ansonsten sind mit großer Sicherheit Buchen (Fagus sylvatica) die richtige Wahl. Schattbaumarten heißt übrigens nicht, dass sie den SChatten lieben, sondern diesen tolerieren und dort im Vergleich zu anderen Arten besser wachsen. In der Sonne wachsen die genauso gut, wenn sie nicht plötzlich freigestellt werden, sondern aus der Sonne iin die Sonne gepflanzt werden. Das sie langsamer wachsen als Pionier (Licht) baumarten ist klar. Zwischen der Holzqualität, Lebensdauer und dem späteren Verkauserlös liegen aber auch Welten. Und Furnierpappeln wachsen auch nicht ohne Pflege ;)

EIne Hanglage ist je nach Exposition natürlich für Edellaubhölzer (Sonne) interessant. Da kommen dann auch Eiche (S) Bergahorn und Linde in Frage.

Aber wichtig ist, dass Du weisst, was das genau für ein Standort ist. Ohne Bodenkenntnisse ists wie russisches Roulette.

lg

P.S.: Bitte keine Fichten mehr. Da wird die folgende Generation nicht glücklich mit!
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BeitragMi 20 Mai, 2009 23:18
Anonymous hat geschrieben:Wenn Du es mit einer forstwirtschaftlicehhn Bewirtscahftunge ernst meinst, solltest Du den Boden kennen. Daraus erschließt sich im Grunde schon die Baumartenwahl. Edellaubhölzer a la Esche Ahorn pflanzt Du nicht mal eben auf eine ehemalige Fichtenfläche. WEnn eben wirtschaftliche Ziele gewünscht sind, lieber über Standort und Boden informieren. Möglicherweise bei einem ansässigen Förster.
Ansonsten findest Du bei der LWF vielerlei hilfreiche Informationen. http://www.lwf.bayern.de/

Ansonsten sind mit großer Sicherheit Buchen (Fagus sylvatica) die richtige Wahl. Schattbaumarten heißt übrigens nicht, dass sie den SChatten lieben, sondern diesen tolerieren und dort im Vergleich zu anderen Arten besser wachsen. In der Sonne wachsen die genauso gut, wenn sie nicht plötzlich freigestellt werden, sondern aus der Sonne iin die Sonne gepflanzt werden. Das sie langsamer wachsen als Pionier (Licht) baumarten ist klar. Zwischen der Holzqualität, Lebensdauer und dem späteren Verkauserlös liegen aber auch Welten. Und Furnierpappeln wachsen auch nicht ohne Pflege ;)

EIne Hanglage ist je nach Exposition natürlich für Edellaubhölzer (Sonne) interessant. Da kommen dann auch Eiche (S) Bergahorn und Linde in Frage.

Aber wichtig ist, dass Du weisst, was das genau für ein Standort ist. Ohne Bodenkenntnisse ists wie russisches Roulette.

lg

P.S.: Bitte keine Fichten mehr. Da wird die folgende Generation nicht glücklich mit!


Manchmal frage ich mich, wofür ich die bisher geschrieben Beiträge überhaupt getippt habe! :-k


el_largo hat geschrieben:Im Wald meines Vaters sind ein paar tote Fichten zur Brennholzverarbeitung angefallen und machten somit ihren Platz für neue Gehölze frei.
Wie ich meinen Vater kenne, wird er Fichtenschößlinge dort anpflanzen, was natürlich billig aber in meinen Augen nicht besonders nachhaltig ist. Ich bin der Meinung, eher einen Mischwald zu kultivieren, als wieder und wieder in den Spuren der Monokultur zu wandeln.
Daher möchte ich das nächste Mal Laubbäume mitbringen, wenn ihn das nächste Mal sehe.


Da nimm Dir lieber eine Minute länger Zeit und lies erst mal die Beiträge durch und nachdem Du getippt hast bemühst Du noch die Rechtschreibprüffunktion, dann wird das schon noch, keine Sorge!

Und zum Schluss schreibst Du noch Deinen Namen drunter, dann weiß man auch, mit wem man es zu tun hat, oder registrier doch, Du scheinst Ahnung von Waldboden zu haben =D>
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BeitragDo 21 Mai, 2009 14:26
wenn es nur wenige Stellen wären bzw wenige Bäume, dann würde ich meinen Nachkommen etwas besonderes hinterlassen. Fichte ist sowieso kein Thema, vor allem ist es auch wirtschaftlich nicht das Wahre, wenn man an die Holzvorräte der nördlichen Länder denkt. Dagegen hat unsere Fichte einfach keine Chance, außer man vermarktet sie nur billig genug, aber wer will das?..

Ich würde zu Edellaubhölzern tendieren. Kirschbäume, Elsbeere, Ahorn, Wildbirne, Wildapfel, Linde.. die sind noch sehr selten und werden normalerweise nicht angebaut, vor allem nicht auf großer Fläche. Buche und Eiche sind einfach Allerweltsbäume, natürlich auch sinnvoll, sie wachsen gut, aber sind eben nichts besonderes. Mit Edellaubhölzern kann man gut geld verdienen, natürlich, wenn der Standort stimmt und die Qualität des Holzes..

Paar Infos:
Elsbeere: Halbschattenbaumart, verträgt aber in der Jugend Schatten, südlich exponierte Hänge, wärmeliebend
Wildapfel: Halbschattenbaumart, mag frische, nährstoff- und basenreiche Böden, wärmeliebend
Vogelkirsche: Halbschattenbaumart, wärmeliebend, frische, nährstoff- und basenreiche Böden
Wildbirne: frische, basenreiche Böden, wärmeliebend, konkurrenzschwach
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BeitragDo 21 Mai, 2009 15:35
Das mit den Edelholzarten ist schön und recht, aber ich möchte die Bäume eigentlich nicht des Prifits wegen pflanzen, sondern einfach sehen, dass das Waldstück meiner Eltern nicht wie bisher größtenteils Monokultur bleibt, sondern sich zum gesunden Mischwald entwickelt.

:-#( Ich fühle mich gerade etwas unverstanden! :-#(


Wildapfel: Halbschattenbaumart, mag frische, nährstoff- und basenreiche Böden, wärmeliebend
Vogelkirsche: Halbschattenbaumart, wärmeliebend, frische, nährstoff- und basenreiche Böden
Wildbirne: frische, basenreiche Böden, wärmeliebend, konkurrenzschwach

Basenreiche Böden wird man in einem vorwiegend aus Fichten bestehenden Wald vergeblich suchen!

Elsbeere ist wärmeliebend, würde aber an einem Westhang stehen, und von großen Buchen beschattet werden.

Ich glaube ich bleibe einfach bei Buchen und Eschen. :-k
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BeitragDo 21 Mai, 2009 16:01
frag mich auch warum du überhaupt gefragt hast.. :wink:

es gibt einige natürliche Waldgesellschaften mit Fichten auf alkalischen Böden. Ich weiß nicht wo du genau wohnst, aber das nördliche Alpenvorland ist durch die Kalkalpen geprägt. Eine Fichtenmonokultur versauert den Boden, aber es kommt eben auch vor, dass nur die Streuschicht versauert und der Untergrund dennoch einen hohen pH hat. Also wenn müsste man sich den Boden genau anschauen und genau beurteilen oder man geht mit offenen Augen durch den Wald und achtet auf Zeigerpflanzen. Und nicht nur auf Sauerklee, der nur in der Streuschicht wurzelt.. oder man lässt das alles und pflanzt Buchen, mit denen liegt man nie falsch.. Esche mag übrigens ähnliche Böden, wie die anderen Edellaubhölzer, die ich vorgeschlagen habe.. kalkreich, nährstoffreich, trocken bis feucht, wärmeliebend, sie sind Spätfrostgefährdet und wichtig ist auch, dass es nicht zu von Wild gibt, da sie sehr verbissgefährdet ist..
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BeitragDo 21 Mai, 2009 18:52
Dann ist ja alles gut, denn Eschen wachsen unterhalb von dem Hang schon einige.

Hab mit meinem Vater über das Thema gesprochen und er meint, dass es jetzt schon sehr spät sei, Bäumchen zu pflanzen, wir werden also warten bis in den Spätsommer.
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BeitragDo 21 Mai, 2009 21:03
@el_largo: Verzeih, dass ich Dich mit meinen Walbaukenntnissen belästigen möchte und Du dabei über den ein oder anderen Rechtschreibfehler stolperst. Ich wollte ja nur helfen.
Abgesehen von den Fehlern; findest Du nicht, dass man auch etwas freundlicher auf einen Gast zugehen kann? Wie Du festgestellt hast, verstehe ich ein bissl von Waldbau. Dass ich mich bisher noch nicht angemeldet habe liegt überwiegend daran, dass ich mit 95% der themen nichts anfangen kann und schon gar nicht meinen Teil dazu beitragen kann. Ich streune nur hin und wieder durchs Forum, eben weger einer solchen Frage wie Deiner, oder weil ich Informationen zu den wenigen Pflanzen, die in meinen bescheidenen vier Wänden wachsen, suche.

Außerdem habe ich alle Beiträge gelesen: Das würdest Du auch feststellen, wenn Du meine Zeilen aufmerksam gelesen hättest. Dort nehme ich nämlich Bezug auf die Schatten und Lichtbaumarten und stelle die Definitionen richtig.

Nun aber zum fachlichen: Unter vielen Gesichtspunkten ist ein Mischwald zu befürworten. Leider solltest Du wissen, dass Deutschland, wenn man nach der potentiellen natürlichen Vegetation (pnV) gehen würde, zu >90% mit Buche (Fagus sylvatica) bedeckt wäre. Dies wäre wieder ein Reinbestand! Schlussfolgernd wäre ein Mischwald mit Fichte, Buche, Esche, Eiche und sonstigen Edellaubhölzern und/oder Koniferen eine künstliche Vegetation, die Pflege benötigt. Sonst würde am Ende wieder die Buche dominieren und die Investitionen warern für die Katz.
Selbstverständlich ist dies aber abhängig von dem Standort. Vielleicht hast Du ja das Glück und der BEstand Deiner Eltern steht auf einem Boden, der von Natur aus unter die 10% Restvegetation fällt. Dann könntest Du dich der natürlichen Vegetation anpassen, sobald Du diese herausgefunden hast. Soetwas könntest Du (soweit ich weiss) bspw. über die LWF herausfinden.
Des Weiteren ist- wie bereits erwähnt- der Bodentyp wichtig. Ob das eine Braunerde, Rendzina, Parabraunerde, Terra fusca, Schwarzerde, Gley oder sonst was für nen Boden ist, kann man auch über Geologische Karten, Institutionen und dergleichen herausfinden. Und wenn Du dann Glück hast, und weisst, was Dein Boden für Ausgangssitutationen für die Bäumchen bietet, dann kannst Du die Baumarten wählen. Selbstverständlich ist dies nicht für einzelne Lücken gedacht, sondern für einen langfristigen Umbau in einen gesunden, vitalen, standortgerechten Wald.

Am Westhang werden z.b. Eichen keine Chance gegen die Buche haben. Vermutlich wird da nichts eine Chance gegen die Buche haben.

und by the way: Sauerklee heißt nicht sauerklee, weil er auf sauren Standorten steht, sondern weil er sauer schmeckt. Sauerklee ist ein Schattenzeiger.

Bäume würde ich erst im Herbst, wenn der Baum in die Winterruhe geht pflanzen. ODer eben im Spätwinter, kurz vor Laubaustrieb. Ansonsten ist der Pflanzschock zu groß.

So, sei Dir damit geholfen.
Gute Nacht,
Klaus
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BeitragDo 21 Mai, 2009 22:41
Vielen Dank lieber Klaus,

ich werde, wie oben schon einmal erwähnt wohl doch bei den herkömmlichen Arten wie Buche, bleiben, denn für den Anfang ist ein Fichten- und Buchenmischwald schon ok, meine ich.

Und nachdem dort schon Buchen - und recht stattliche dazu - wachsen, gehe ich davon aus, dass die Bodenqualität dafür ausreichend ist.

Ich fühle mich durch Deine Waldbaukenntnisse in keiner Weise belästigt, aber Du wirst verstehen, dass sich Deine Antwort etwas übertrieben anhören muss, wenn ich die Frage stelle, was ich denn wohl am besten für Bäumchen in Lücken in einem Fichtenwald pflanzen könnte.

Ich habe keinerlei wirtschaftliche Interessen, was auch in meinem ersten Beitrag deutlich herauszulesen sein dürfte. Daher liegt mir auch nichts daran, pflegeintensive Arten oder solche, aus denen in Zukunft hoher Erlös zu erwarten sein dürfte, zu pflanzen.

Vielleicht hätte ich mich auch einfach auf mein Bauchgefühl verlassen sollen und die Frage "an die Experten" erst gar nicht stellen sollen, ohne fundierte Hintergrundinformationen, wie Bodenbeschaffenheit und dessen pH.

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