Anzucht von Nadelbäumen.

 
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Anzucht von Nadelbäumen.

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Gepostet: 11.02.2012 - 21:16 Uhr  ·  #1
Hallo alle zusammen

Wie gehe ich mit den Samen der folgenden Arten vor

-Metasequoia glypostroboides
-Sequoiadendron giganteum
-Cedrus atlantica Glauca
-Picea parryana Sargent
-Pinus jeffreyi
-Juniperus communis
-Thuja occidentalis
-Chamaecyparis lawsoniana
-Tsuga heterophylla
-Pseudotsuga menziesii
-Pinus nigra
-Pinus strobus
-Pinus mugo
-Larix decidua
-Casuaria equisetifolia

LG. Bena19
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Re: Anzucht von Nadelbäumen.

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Gepostet: 11.02.2012 - 22:21 Uhr  ·  #2
wie wäre es wenn du erstmal die suchfunktion benutzt und dich selbst mal bemühst? bevor du andere wühlen läßt...
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Re: Anzucht von Nadelbäumen.

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Gepostet: 11.02.2012 - 22:29 Uhr  ·  #3
Ich habe sie genutzt aber da war nur wenig.

LG. Bena19
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Re: Anzucht von Nadelbäumen.

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Gepostet: 11.02.2012 - 22:38 Uhr  ·  #4
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Re: Anzucht von Nadelbäumen.

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Gepostet: 11.02.2012 - 23:29 Uhr  ·  #5
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Re: Anzucht von Nadelbäumen.

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Gepostet: 12.02.2012 - 21:32 Uhr  ·  #6
Hallo,

die Vorgehensweise bei der Aussaat ist bei den genannten Arten davon abhängig, in welchem Zustand das verwendete Saatgut ist.
Bei einigen dieser Arten liegt ein Keimverzug bzw. eine Keimhemmung vor die verhindern soll, dass Samen im Spätsommer oder Herbst keimen und die Keimlinge dann im Winter erfrieren.

Die Stärke der Keimhemmung ist unter anderem davon abhängig, in welchem Reifestadium die Samen geerntet und wie sie nach der Ernte behandelt wurden. Das sieht man sehr schön, wenn man nach den Aussaatbedingungen für Sequoiadendron giganteum gockelt: Von direkt Aussäen bis zu ausgiebigem Stratifizieren findet man da alles, je nach dem was die Samen schon alles seit der Ernte durchgemacht haben.

Normalerweise müßte dein Samenlieferant angeben können, wie auszusäen ist bzw. welche Vorbehandlung notwendig ist.

Grundsätzlich kann man sagen, dass bei Metasequoia, Chamaecyparis lawsoniana, Cedrus atlantica, Pinus nigra und Pinus mugo keine Keimhemmung vorliegt.
Diese können demnach April/Mai ins Freiland ausgesät werden.
Bei Pinus jeffreyi vermute ich das auch, evtl. mal in einem Bonsai-Forum nachfragen.
Metasequioa wird bereits Ende Februar/Anfang März ausgesät, da sie sonst bis Herbst nicht groß genug sind um den Winter zu überstehen. Dabei ist aber zu beachten, dass sie nach der Keimung auch frostgefährdet sind.

Bei den anderen Arten liegt eine Keimhemmung vor, die in der Regel durch eine vierwöchige Stratifikation bei
4 °C überwunden wird, bei Pseudotsuga 5 - 6 Wochen und bei Tsuga 2 - 4 Monate.

Das könnte demnach noch funktionieren sie jetzt auszusäen und so aufzustellen, dass sie zwar kalt stehen aber nicht fest einfrieren (zugedeckt und vor Sonne geschützt).

Juniperus communis fällt etwas aus dem Rahmen. Vor der Samenreife geerntet keimt er oft schon im kommenden Frühjahr, waren die Samen reif ist aber ein Jahr zu stratifizieren. Wichtig ist, dass das Fruchtfleisch entfernt wird.

Bei allen Samen ist Schutz vor Mäusefraß wichtig. Das Saatgut wird etwas mit Erde abgedeckt.

Wenn bei den Samen mit Keimruhe im Frühjahr nicht gleich was kommt, kann man die Saatkisten auch bis zum nächsten Frühjahr stehen lassen. sie dürfen kann im Sommer halt nicht total austrocknen.

Ich würde es jetzt noch probieren, da einige Arten bei "Normallagerung" recht schnell ihre Keimfähigkeit verlieren.

Grüße H.-S.
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Re: Anzucht von Nadelbäumen.

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Gepostet: 13.02.2012 - 16:49 Uhr  ·  #7
Danke für diese ausführliche Antwort. Ich hatte z.B.: vor zwei jahren schon mal pinus nigra und Chamaecyparis lawsonia im Frühling ausgesät aber da hat sich nichts getan und was meinst du zu Sequoiadendron giganteum?

LG. Bena19
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Re: Anzucht von Nadelbäumen.

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Gepostet: 13.02.2012 - 17:12 Uhr  ·  #8
ich habe vor 2 jahren *mädchenkiefer* in einen blumentopf gesät, über winter draussen gelassen. letztes jahr im sommer kamen dann die ersten. diesen winter stehen sie auch draussen. ich hab sie nicht abgedeckt und gar nix, aber sie sehen gut aus. hab ein bisserl unter den schnee geluschert
denke mal, das wird schon werden
lg
tig
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Re: Anzucht von Nadelbäumen.

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Gepostet: 14.02.2012 - 20:32 Uhr  ·  #9
Hallo Bena,

wo hattest du denn das Saatgut der Scheinzypresse und der Schwarzkiefer her? Bei beiden sollte man ja die Zapfen pflücken bevor sie die Samen ausfallen lassen.
Und wie hast du die Samen bis zur Aussaat gelagert? Ich gehe davon aus, dass du sie hast ausfallen lassen und sie getrocknet hast? Wenn sie zu trocken werden kann es sein, dass sie anschließend nur sehr schwer oder verzögert keimen.

Und wie bist du bei der Aussaat vorgegangen? Gleichmäßige Feuchtigkeit ist zur Keimung wichtig. Solange die Samen in Ruhe sind, können sie problemlos quellen und wieder austrocknen. Wenn sie aber mal angekeimt sind und dann noch mal austrocknen, ist der Keimling hin, und in jedem Samenkorn ist nunmal nur einer. Deshalb stellt man die Aussaatschalen schattig oder bedeckt sie, denn im Frühjahr oder Frühsommer trocknet die Erde schnell ab.
Manchmal hilft aber alle Fürsorge nichts, weil die Körner taub sind

Der Mammutbaum ist ein typisches Beispiel dafür, dass die Keimung unter den unterschiedlichsten Bedingungen gelingen (oder auch mißlingen) kann. Die Samen reifen glaube ich erst im zweiten Jahr aus. Anscheinend sind sie dann sofort keimfähig. Werden sie aber getrocknet (wie es bei professioneller Samenernte zum Verkauf üblich ist), müssen sie anschließend stratifiziert werden. Das sollte bald geschehen, da sie nach dem Lösen aus dem Zapfen sehr schnell an Keimfähigkeit verlieren.

Gehölzsaaten sind oft ein Geduldspiel, vieles keimt sehr bald, manches erst nach mehr als einem Jahr. Nimm deshalb ausreichend tiefe Saatgefäße, damit sie im Sommer nicht so schnell austrocknen und denke an die Mäuse.

Grüße H.-S.
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Re: Anzucht von Nadelbäumen.

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Gepostet: 20.02.2012 - 10:45 Uhr  ·  #10
Und wie meinst du bei Metasequoia ende Februar anfang märz aussäen. Meinst du da drinnen oder draußen aussäen?

LG. Bena19
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Re: Anzucht von Nadelbäumen.

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Gepostet: 21.02.2012 - 20:30 Uhr  ·  #11
Da du vermutlich keinen Frühbeetkasten und wohl auch nicht so große Samenmengen hast, lieber drinnen in eine nicht gar so flache Pflanzschale. Aber nicht auf die Heizung stellen, sondern in einen eher kühlen Raum, ich schätze mal dass 15°C geeignet wären. Sobald sich was zeigt, müssen sie raus an die Luft, aber nicht bei (Nacht)Frost. Weichliche Keimlinge (zu warm, zu dunkel) sind sehr anfällig für Pilzkrankheiten.
Aufpassen dass die Erde zwischendurch nicht austrocknet.

Grüße H.-S.
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Re: Anzucht von Nadelbäumen.

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Gepostet: 22.02.2012 - 09:50 Uhr  ·  #12
Kann mir jemand sagen wie man mit Stecklinge von Juniperus communis vorgehen soll?

LG. Bena19
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Re: Anzucht von Nadelbäumen.

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Gepostet: 24.02.2012 - 10:22 Uhr  ·  #13
Normalerweise werden Wacholder im Herbst durch Stecklinge vermehrt. Juniperus communis geht aber auch im zeitigen Frühjahr.
Dazu nimmst du Anfang März die Seitenverzweigungen von 1 - 2 jährigen Trieben ab. Sie werden direkt am Haupttrieb aur Astring abgeschnitten. Die Stecklinge sind also recht klein.
Sie werden in ein durchlässiges Substrat (üblich ist ein Gemisch aus Sand und Torf, eine fertige Anzucht bzw. Pikiererde wird auch gehen) gesteckt und schattig aufgestellt.
Die Bewurzelung dauert eine Weile. In der Zeit darf die Erde nicht austrocknen. Es soll auch nicht zu warm werden, 15°C sind für die Bewurzelung besser als 20°C.

Grüße H.-S.
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Re: Anzucht von Nadelbäumen.

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Gepostet: 24.02.2012 - 15:04 Uhr  ·  #14
Ich vermehre Juniperus var. Anfang Juni. Dazu verwende ich fein gesiebtes Lavagranulat und habe im Schnitt 3-4 Wochen später die ersten Bewurzelungserfolge.

Nichts bewurzelt so leicht und so schnell wie ein Wacholder (ausgenommen Hedera h.).

Gruß,
C.S.
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Re: Anzucht von Nadelbäumen.

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Gepostet: 25.02.2012 - 12:10 Uhr  ·  #15
Und wo bekommt man Lavagranulat?

LG. Bena19
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