Schöner Thread.
Meine älteste Pflanze ist eine Aloe aristata, die ich in der 3ten Klasse von unserer Nachbarin geschenkt bekommen hatte. das ist jetzt 16 Jahre her. Wenn man bedenkt, wie schlecht ich sie in so jungen Jahren behandelt habe, wo ich doch überhaupt keine Ahnung von Licht, Wasser, Nährstoffen etc hatte... bin ich echt beeindruckt, wie widerstandfähig die Gute war und bis heute ist.
Ich habe es sogar nach meinem Abitur einmal geschafft einen Monat lang in der Urlaub zu fahren und den Rollo im Zimmer komplett runterzulassen, so dass die Pflanzen nicht nur kein Wasser sondern auch kein Licht bekommen haben. Alle sind gestorben. Bis auf die aristata. Die sah zwar schlecht aus, hat sich aber nach viel Zuwendung relativ schnell wieder erholt.
Meine zweitälteste Pflanze war ursprünglich ein einzelnes Blatt, das ich von der gleichen Nachbarin zwei Jahre nach der Aloe bekommen habe. Sie stand eines Tages am Gartenzaun und hat sich mit meiner Mutter unterhalten. Sie war bei der Gartenarbeit und hielt dieses Blatt in der Hand. Sie gab es mir und sagte: "Da, kannste in die Erde stecken, vielleicht wirds ja was." Gesagt, getan. Doch als das Blatt nach einigen Wochen immer trauriger aussah, habe ich es aus der Erde genommen und in ein Schüsselchen mit Wasser gesetzt. Dort hat es die nächsten zwei Jahre verbracht ohne zu wachsen. Nur immer mehr Wurzeln wurden mit der Zeit gebildet. Eines Tages entdeckte ich einen kleinen Trieb. Da nahm ich sie und steckte sie zu irgendeiner anderen Pflanze in den Topf und vergaß sie weitestgehend.
Nach Monaten sah ich mal wieder nach ihr und siehe da, zwei Blättchen waren gewachsen! Also nahm ich einen leeren Topf und pflanzte sie da rein. Jahre vergingen und sie wuchs immer ein bisschen. Etliche Jahre später war ich volljährig geworden und zog von daheim aus. Die Pflanzen kamen mit, mittlerweile kümmerte ich mich auch etwas besser um sie. Die Namenlose war immer recht anspruchslos, wuchs, brachte mehr Blätter und verzieh mir jedes vergessene Gießen ohne gelb zu werden oder Blätter zu werfen. Vor zwei Jahren kam ich dann mal auf die Idee hier im Forum zu fragen, was mich da egtl schon so lange begleitet. Es dauerte nicht lange, da sagte man mir hier, dass es eine Hoya carnosa sei.
Seither steht sie in der Küche an einem Ostfenster. Ich hab sie da einfach nach dem Einzug mal hingestellt und stehen gelassen. Ich beachte sie eigentlich recht selten, da sie nie Probleme macht und ohne große Mühe brav vor sich hinwächst. Vor einigen Monaten fiel mir dann auf, dass die Gute sich am Seil der Jalousien hinaufgeschlängelt hat. Ich wollte sie schon ewig mal da rausfriemeln und ihr ein Geflecht geben (und sie auch mal umtopfen, denn der Topf in dem sie gerade steht ist auch der, in den ich sie vor Jahren hineingepflanzt habe und sie hat auch kaum noch Erde. Gedüngt habe ich die eh noch nie) als ich bemerkt habe, dass sie Blüten ausgebildet hat. Das erste mal in 14 Jahren! Jetzt kann ich das mit dem Umtopfen erstmal vergessen.
Anscheinend hat sie mir meine schlechte Behandlung verziehen.