Das mit den Reifen stimmt, ist nur die Frage, wie viele Giftstoffe die Reifen an die Erde abgeben.
Nach dem selben Prinzip gibt es auch kleine Kartoffelplastikbeete zu kaufen, z. B. bei Pötschke:
http://www.poetschke.de/Kartof…toffelbeet
Das Ganze kann man sicher auch selbst aus Holz bauen, aber Holz ist ja leider auch teuer.
Die billigste Variante, die den genannten ähnlich ist, ist die, Kartoffeln in Erdsäcken zu pflanzen. Dazu haben hier sicher einige Leute Tipps oder Links.
Nach dem gleichen Prinzip kann man Hochbeete in Bauschuttsäcken anlegen.
Aber letztlich verbrauchst Du bei all diesen Methoden - auch wenn sie z. T. bequemer sein mögen, oder den Ertrag etwas erhöhen - doch am Ende genau so viel Platz als würdes Du die Pflanzen direkt in die Erde pflanzen. Daher werden die genannten Methoden in erster Linie dort angewandt, wo gar kein Erdboden vorhanden ist (Balkon, Terrasse, betonierte Flächen, Garagendächer [sofern die Statik das mitmacht], etc.).
Geht es hingegen um Erdboden, also um einen Garten, wie bei Dir, kommt es m. M. für eine optimale Platzausnutzung vor allem auf drei Dinge an:
1. Ausnutzung des "Luftraums": also zusätzlich zu allen anderen Pflanzen auch noch auf Kletterpflanzen (Stangenbohnen, etc.) setzen, und auf Blumenampeln, sofern man diese hängen kann.
In Ampeln können Erdbeeren gepflanzt werden, aber je nach Erdvolumen ist da auch vieles andere möglich. Google z. B. mal nach "Upside-Down Tomatoes" - letzteres ist aber auch eine Statikfrage, denn ab einem bestimmten Gewicht sind Blumenampeln u. ä. definitiv ein erhebliches Sicherheitsrisiko, bes. für Kinder.
Außerdem ist es wichtig, wenn man derart "nach oben" arbeitet, daß man sich vorher Gedanken darüber macht, wie und wo man das tut, damit man den Pflanzen am Boden möglichst wenig Schatten macht.
In ähnlicher Weise könnte man auch mal schauen, ob sich die ein oder andere Wand bei Euch für die Anlage von Spalierobst eignet. Das ist ebenfalls eine platzsparende Anbaumethode. Allerdings erfordert das viel Pflege, Arbeit, und Wissensaneignung.
Bei der beurteilung, ob ein Standort für Spalierobst geeignet ist, und bei der Auswahl der richtigen Pflanzen, sollte man sich unbedingt an eine Baumschule wenden, die sich mit so etwas auskennt, und nicht auf eigene Faust arbeiten.
2. Verwendung von Pflanzen mit Mehrfachnutzen; klassisches Beispiel wäre, wenn man Hecken (z. B. als Abgrenzung zum Nachbarn nicht aus klassischen Heckenpflanzen (Forsythien, etc.) pflanzt, sondern aus Pflanzen, die genießbare Früchte tragen.
Weniger klassisch, aber ein gutes Beispiel: Topinambur. Baut man diese Pflanze wegen der Knollen an (
Vorsicht: Unkrautpotential), dann hat man einerseits schöne Blüten (wohl nicht bei allen Sorten), und kann drittens Blätter und Blüten als Kaninchenfutter verwenden.
Es gibt viele Pflanzen, die einen solchen mehrfachen Nutzen haben. Theoretisch gibt es z. B. Fuchsien, deren Früchte zu Marmelade verarbeitet werden können, etc. Ob sich der Aufwand in allen Fällen lohnt ist eine andere Frage, aber man sollte bei der Pflanzenauswahl ein Bewußtsein für das Thema entwickeln.
Achtung: immer alle Informationen doppelt und dreifach checken! Es kursieren im Internet sehr viele Informationen, die mit Vorsicht zu genießen sind. Gerade was angebliche Heilpfalnzen und ähnliches betrifft, gibt es da jede Menge z. T. gefährlichen esoterischen Unsinn, und fast immer fehlen wichtige Warnhinweise, z. B. zu leberschädigenden Wirkungen in hohen Dosen, etc. etc.
3. Verwendung der Methode der Vorsaat/Nachsaat. Es gibt Pflanzen, die eine relativ kurze Anbauzeit haben. Daher kann man z. T. auf Beeten, die früh abgeerntet werden, eine solche Pflanze nachsäen, und so auf der gleichen Fläche zwei mal ernten.
Das gilt in ähnlicher Form auch für Pflanzen, die noch lange in den Herbst/Winter rein geerntet werden
können, weil ihnen leichte Fröste nicht viel ausmachen. Dazu gehören zahlreiche Kohlarten.
WICHTIG: eine so intensive Nutzung des Bodens, wie unter Punkt drei genannt, setzt voraus, daß man den eigenen Boden gut kennt, und sich darüber hinaus Kenntnisse aneignet, was Bodengesundheit und -pflege betrifft, z. B. die richtige Bearbeitung, die richtige Düngung, etc. Da kann man viel falsch machen, und dann funktioniert nichts mehr.
Besonders wichtig ist dabei auch das Wissen um und die Einhaltung von Fruchtfolgeregeln, etc., d. h., zu wissen, welche Pflanzen wie viele Jahre Pause brauchen, bevor sie am gleichen Standort wieder angebaut werden dürfen, etc.
Es gibt im Internet auch speziell ausgearbeitete Pläne für den Anbau in kleinen Gärten, aber die können natürlich nicht auf die speziellen Bedingungen bei Dir vor Ort eingehen, sind also nur Orientierungshilfen.