Autor: Frank Veröffentlicht: 05.11.2008 - 08:35 Uhr
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Zu Tisch bitte! Tischlein deck dich im winterlichen Garten - eine Schlemmermeile für die Tierwelt
Frost macht die Beeren des Wilden Weins für Vogelschnäbel erst richtig lecker. Dann herrscht Geschwirr und Gezanke in den elastischen Reben, bis die schwarzen Beeren nach und nach verschlungen sind. Die blauschwarzen Früchte der Felsenbirne mussten schon vorher dran glauben. Sie schmecken auch auf der menschlichen Zunge. Aber meist sind die Vögel schneller. Winterliche Gärten können wahre Schlemmerparadiese für Vögel und Kleintiere sein. Denn wo Pflanzenvielfalt herrscht, bieten oftmals auch Beeren, Nüsse, Samen und Zapfen süße und fetthaltige Nahrung.
Was dem menschlichen Auge gefällt, schmeichelt auch dem tierischen Magen
Gestalterische Ziele und ökologischer Nutzen gehen oft Hand in Hand. Die lila Beeren der Schönfrucht (Callicarpa) beispielsweise setzen mit ihrem ungewöhnlichen Farbton erst auffällige Akzente im Garten, bevor sie begeistert gefressen werden. Die dunkelroten oder orangeroten Zieräpfelchen der Sorten 'Red Sentinel' oder 'Makamik' halten bis weit in den Winter hinein. Erst nach und nach wird ihre Pracht weniger, bis auch der letzte Apfel aufgepickt ist. Winternahrung sind ferner die kräftigen roten Hagebutten der Apfelrose (Rosa rubiginosa), die sich gut in der frei wachsenden Hecke macht. Mit weiß-rosa Blüten, gelber Herbstfärbung und kräftig orangeroten Früchten gilt der Apfeldorn (Crataegus x carrierei) als schöner kleinwüchsiger Hausbaum. Vögel freuen sich darüber, denn die mehligen Früchte schmecken ihnen noch tief im Winter. Und wer hat keine Freude daran, wenn Amseln, Spatzen, Meisen- und Finkenarten und eventuell sogar ein Dompfaff sich im Garten gütlich tun?