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Welche Hecke bei diesem Boden?

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Azubi
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BeitragWelche Hecke bei diesem Boden?So 12 Mai, 2019 20:41
Hallo,
ich habe ein Grundstück in Ungarn in sonniger Südlage oberhalb des Nordufers des Plattensees (fast schon mediterranes Klima, Wein, Mandelbäume) gekauft und möchte am Rand eine Hecke pflanzen, den Boden habe ich analysieren lassen, die Übersetzung ist hoffentlich verständlich.
Welche Pflanzen würdet Ihr mir raten? Heckenpflanzen wollte ich online bestellen da die Hecke 250 lfm lang wird (sonst wird das zu kostspielig), der Grund war nicht teuer. Ich könnte mir vorstellen dass Hainbuche gut wächst weil die nicht so empfindlich ist aber nur Hainbuche ist auch langweilig, ich hätte es lieber etwas bunter, eine gemischte Hecke eben. Analysetabelle kann ich per PN schicken wenn sie jemand ansehen möchte. Zusatzfrage: wieviel Abstand zum Wildzaun soll ich lassen damit die Pflanzen später nicht den Zaun umdrücken?
Schönen Dank im voraus für alle Tipps!
MIC

Rhizom-Boden im Untersuchungsgebiet. Die Rhizome werden in Gebieten gebildet, in denen die Bodenbildung mit starker Humusbildung und schwachem Auslaugen auf dichten oder kaum verschmutzten Böden mit kohlensäurehaltigem Kalk beginnt. Die günstigen Eigenschaften des erdigen Teils werden durch den hohen Anteil an Bruchsteinen negativ beeinflusst. Im Fall der Rhizomen ist die flache gemäßigte Schicht häufig, aber die tiefe Humusschicht ist nicht ungewöhnlich, und oft treten felsige Böden unter ihnen auf. Im vorliegenden Fall sind trotz des hohen Steingehalts des Bodens die unteren Bodenschichten für die Wurzeln durchlässig (dies wird durch die Überreste der früheren Rebpflanzung in der Region belegt). Der Gehalt an Steinen an der Oberfläche ist etwa 30%, in der Tiefe etwa 85%. Die physische Natur der Bodenschichten (erdiger Teil) besteht aus rauem Sand, Sand und Lehm. Der obere Bodenniveau ist krümelig, die Struktur nimmt nach unten ab und der Boden wird unstrukturiert. Basierend auf den Ergebnissen der chemischen Tests können folgende Ergebnisse bestimmt werden: Der pH-Wert des Bodens im oberen Bereich ist schwach alkalisch, der pH-Wert steigt in Richtung der tieferen Schichten stark an und überquert zuerst die alkalischen und dann die stark alkalischen. Dabei wird die obere Grenze des optimalen pH-Bereichs für die Mandel überschritten. Der Gehalt an karbonisiertem Kalk ist an der Oberfläche (einschrenkend für den Oberboden) bereits sehr hoch, während in einer Tiefe von 48 cm CaCO3-Werte weit über dem Grenzbereich für fruchtbaren Schicht (weit über dem für die Mandel akzeptablen Bereich) gemessen werden konnten. Ein hoher Kalkgehalt erhöht die Empfindlichkeit der Pflanzendürre und kann Probleme bei der Nährstoffaufnahme verursachen. In den getesteten Proben konnte kein wasserlöslicher Salzgehalt nachgewiesen werden. Der Humusgehalt und die Dicke der Huminschicht sind mittelgroß. Das Grundwasser ist tiefer als 150 cm. Die Dicke der fruchtbaren Schicht beträgt 48 cm, der Kohlenstoffgehalt bestimmt dies. Zusammenfassend lässt sich sagen: In dem 1,3 ha großen Gebiet von Balatonakali ist die Mandelpflanzung aufgrund des hohen Kohlenstoffgehalts des Bodens, der gemessenen hohen pH-Werte und des hohen Grobgehalts an steinen riskant. Grunddüngung Das Untersuchungsgebiet kann in KAtegorie VI. an Fruchtbarkeit eingestuft werden als Boden mit geringer fruchtbaren Schicht und wenig Wasserspeicherung, die das Aufnehmen von Nährstoffen beeinträchtigen. Die Stickstoffversorgungskapazität des Bodens ist basierend auf dem Humusgehalt moderat, die Stickstoffversorgung des Bodens ist sehr gering. Mittlere Phosphorwerte, und hohe Kaliumwerte waren messbar. Es besteht ein Mangel an Zink in den Mikroelementen. Basierend auf den gemessenen Nährstoffgehalten ist der Düngemittelbedarf wie folgt anzugeben. Das Untersuchungsgebiet ist die Klassifizierung nach den MePAR-Blöcken 43/2013. (V.29.) VM reagiert empfindlich auf Nitrat. Um den Gehalt an Kolloiden, organischen Stoffen und Mikroelementen zu erhöhen und die mikrobielle Lebensdauer des Bodens zu stimulieren, wird daher empfohlen, vor der Bepflanzung der Mandelbäume 28 t / ha Gülle aufzutragen. 10 t Stalldünger (mit durchschnittlicher Qualität) enthält 60 kg Stickstoff, 35 kg Phosphor und 60 kg Kalium. Der freigesetzte Dung erhöht den Gehalt an organischem Material im Boden und erhöht somit den Humusgehalt des Bodens, wodurch die Stickstoffzufuhrkapazität, die Wasserversorgung und die Pufferkapazität verbessert werden. Es ist ratsam, den organischen Dünger mit flachem Pflügen in die oberste Bodenschicht zu mischen. Es folgt eine Rotation, deren Tiefe nicht durch Bodendefekte begrenzt ist. Aus Gründen des Erosionsschutzes empfiehlt es sich, die Reihen möglichst senkrecht zur Abwärtsrichtung zu erzeugen und zwischen den Reihen gras zu setzten. Die obigen Düngerdosierungen für die anfängliche Entwicklung der Plantage reichen für ca. 3 Jahre. Weitere Nährstoffversorgungen müssen auch auf Pflanzen- und Bodentests basieren.
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BeitragRe: Welche Hecke bei diesem Boden?Mo 13 Mai, 2019 18:49
Hallo,
ich würde da gar nicht so wissenschaftlich herangehen. Schau dich doch einfach mal um, was so in den Nachbargärten wächst. Mit dem Pflanzen würde ich dann bis zum Herbst warten. Ab Oktober gibt es wesentlich günstigere wurzelnackte Pflanzen, du sparst dir Gießstress und hast weniger Ausfälle, als wenn du jetzt pflanzt.
Gruß, Dörthe
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BeitragRe: Welche Hecke bei diesem Boden?Di 25 Feb, 2020 21:58
Ehrlich gesagt stimme ich Heide-Rose zu.
Dein Bodengutachten klingt, als wäre es für einen Landwirt geschrieben worden :lol: Ich lese ständig was von Mandelbäumen und was nicht optimal für Mandel oder deren Anbau sei...

Aber zurück zum Thema.
Ich hab ein bisschen das Internet durchforstet und hätte folgende Vorschläge:

Morus nigra Bilder und Fotos zu Morus nigra bei Google. (Schwarzer Maulbeerbaum)
Morus nigra wächst bevorzugt an Standorten mit reichlich Kalk und nicht zu schweren, durchlässigen Böden. Die Schwarze Maulbeere toleriert aber alle Substrate zwischen schwach sauer bis stark alkalisch, von trocken bis frisch. Sie ist sehr viel trockenresistenter als die Weiße Maulbeere (Morus alba).
Quelle

Carpinus betulus Bilder und Fotos zu Carpinus betulus bei Google. (Hainbuche)
Hainbuchen stehen wie die meisten Gehölze am liebsten sonnig, vertragen aber auch Schatten recht gut. [...] Die Bodenansprüche sind ebenfalls sehr gering: Der Boden kann mäßig trocken bis feucht, sandig bis tonig und sauer bis alkalisch sein. Das Einzige, was Hainbuchen auf Dauer nicht vertragen, ist Staunässe.
Quelle
Da hattest du ja auch schon festgestellt, dass die eine Option wäre.

Acer campestre (Feld-Ahorn)
Der wärmeliebende Feldahorn bevorzugt volle Sonne bis lichten Schatten, im Halbschatten wächst er auf Dauer nicht zufriedenstellend. Mit Hitze und Trockenheit kommt der Feldahorn hingegen gut zurecht. Er ist außerdem sehr frosthart und verträgt auch windige Standorte in Küstennähe.
Boden
An den Boden stellt der Feldahorn keine besonderen Ansprüche. Trockene bis frische, tiefgründige Böden sind optimal, Staunässe verträgt er nicht. Er bevorzugt kalkhaltige Erde.
Quelle

Die von mir vorgeschlagenen Arten kommen alle mit einem warmen, sonnigen Standort zurecht und sind im eingewachsenen Zustand auch verhältnismäßig trockenheitsverträglich. (Bis sie eingewachsen sind, muss du sie natürlich ausreichend und durchdringend wässern, aber das sollte man ja bei allen Pflanzen machen, die neu gepflanzt wurden.) Dazu werden sie durch Schnitt auch sehr blickdicht.
Sofern dir das überhaupt wichtig ist...

MIC22 hat geschrieben:Heckenpflanzen wollte ich online bestellen da die Hecke 250 lfm lang wird (sonst wird das zu kostspielig), der Grund war nicht teuer. [...] nur Hainbuche ist auch langweilig, ich hätte es lieber etwas bunter, eine gemischte Hecke eben.
Ich weiß, dass mengenmäßig ab einer bestimmten Größe "Mengenrabatt" verordnet wird. Sprich, ab einer bestimmten Packungsgröße wird die Einzelpflanze günstiger, wenn du von ihr statt zehn hundert Stück abnimmst.
Das gilt insbesondere bei den "0815"-Pflanzen, die jeder als Hecke kennt. Bei etwas ausgefallenen Pflanzen gilt das nicht so in dem Maße. Das muss ja auch erstmal "produziert" werden. Und die Baumschulen produzieren ja auch in Pflanzen, die sie auch tatsächlich verkauft bekommen.
Apropos "Mengenrabatt": je nachdem wie blickdicht die Hecke als solches werden soll, plant man pro Meter ca. 3-5 Pflanzen. Das sollte man auch im Hinterkopf behalten - zumindest bei Reinbestands-Hecken, die aus nur einer Art bestehen.
Auch das wird bezogen auf 250lfm eine recht kostspielige Angelegenheit...

Abgesehen davon würde ich auch wirklich bei einer Baumschule bestellen.
In Baumschulen müssen i.d.R. bestimmte Regeln eingehalten werden (in Deutschland sind das "Gütebestimmungen für Baumschulware"), z.B. müssen die Pflanzen gut entwickelt sein, einen guten Verzweigungsgrad aufweisen, ein gut verzweigtes Wurzelwerk etc. pp. Das ist sicher in einer ungarischen Baumschule ähnlich.
Bei einer x-beliebigen online-Quelle wäre da ich da lieber vorsichtig, meine Meinung.

Hmm...
"gemischte Hecke", das könnte etwas schwierig werden...
Jede Pflanze hat so ihre eigenen Anforderungen gemessen an Platzbedarf, Sonneneinstrahlung, Standort, Boden; das ist ein recht komplexes Thema.
Eine gemischte Hecke braucht ggf. etwas mehr Platz und je nach verwendeter Pflanzenart kannst du die auch nicht soo schön in Heckenform schneiden... bzw. ich finde es immer schade, wenn man durch diesen, ich sag jetzt mal "Quadratschnitt" (oft genug angewendet im öffentlichen Grün an allen Sträuchern, ob sie nun Hecke sind oder nicht) den natürlichen Habitus der Pflanze kaputt macht.
Es wäre auch gut zu wissen, was diese Hecke soll: Sichtschutz, Windschutz, im Zweifel Weidetiere fernhalten oder einfach nur gut aussehen?
Dann könnte ich sicher noch ein paar Anregungen finden...
Dann würde ich noch ein paar Arten hinzukombinieren, die auch für Vögel und Insekten Nahrung und Schutz bieten.
z.B.:
- Cornus mas (Kornelkirsche)
- Crataegus (Weißdorn)
- Rosa canina (Hunds-Rose) -> Vorsicht!, Ausläufer!
- Viburnum lantana (Wolliger Schneeball)
...

MIC22 hat geschrieben:Zusatzfrage: wieviel Abstand zum Wildzaun soll ich lassen damit die Pflanzen später nicht den Zaun umdrücken?
Die Frage für mich wäre: Ist der Wildzaun auch gleichzeitig ein Grenzzaun?
Dann müsstest du ins Nachbarschaftsrecht gucken (wenn es in Ungarn so was gibt). In Deutschland is genau geregelt, wieviel Abstand du zum Nachbarn mit Strauchpflanzungen (dazu zählen auch Hecken) einzuhalten hast.
Je nachdem wie durchlässig der Zaun ist, würde die Hecke im Zweifel den Zaun einwachsen und später irgendwann vllt die Pfähle umdrücken. Aber da müsste sie dann schon sehr lange stehen... und wahrscheinlich müsste der Zaun eher erneuert werden...

Ich würde den Abstand von der Heckenbreite abhängig machen.
Bei einer blickdichten Hecke, die wohl so ca. 80-100cm breit ist (im eingewachsenen und ggf. geschnittenen Zustand), würde ich noch mindestens einen Meter zum Zaun vorsehen. Du willst die Hecke ja auch relativ bequem und ohne Gedränge zum Zaun schneiden wollen.
Sofern Ungarn Nachbarschaftsrecht hat, kann aus diesem Meter "Sicherheitsabstand" aber auch schnell mehr werden! Deshalb informier dich besser vorher.

Hoffe, ich konnte ein bisschen helfen :wink:

lg
Henrike
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Henrike, du bist ein knappes Jahr zu spät (auch in dem anderen Hecken-Thread).... :wink:
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BeitragRe: Welche Hecke bei diesem Boden?Mi 26 Feb, 2020 17:38
Hups :oops: :oops: :oops:

Oh Gott, da schäm ich mich jetzt aber...

Hab die Jahreszahl völlig außer Acht gelassen, hatte nur Blick für's restliche Datum... #-o
Das kommt davon, dass ich so lange nicht da war... alle Beiträge waren ja als "ungelesen" markiert, also dachte ich mir da nichts bei...

Werde in Zukunft wieder drauf achten! Versprochen!

lg
Henrike

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