Vielfältiger Lippenblütler - Ysop

Autor: Redaktion Magazin   
Veröffentlicht: 15.09.2010 - 08:50 Uhr
 
Vielfältiger Lippenblütler - Ysop

Botanischer Name: Hyssopus officinalis
Pflanzenfamilie: Lippenblütler / Lamiaceae
Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Flavoglycoside: Hesperidin und Diosmin, Gerbstoffe,
Cholin, Apfelsäure, Zucker, Harz, Gummi, Farbstoff Hyssopin



Er wird im Volksmund auch Weinespe, Eisewig, Eisop, Eisenkraut, Hizopf, Ibsche,
Isump, Hysop, Ipsenkraut und Josefskraut genannt. Als kleiner Halbstrauch mit
vierkantigen holzigen Stängeln und schmalen, dunkelgrünen Blättern liebt er, wie
seine Verwandten Rosmarin, Thymian und Lavendel, trockene, sonnige und warme
Standorte. In kälteren Gebieten sollte der immergrüne Lippenblüter einen leichten Winterschutz aus Tannenreisig erhalten, damit er bei Sonne und Frost nicht vertrocknet.
Im Garten gilt Ysop als Mittel gegen Schnecken, Raupen und Blattläuse. Die
hellblauen Lippenblüten ziehen Schmetterlinge, Hummeln und Bienen an.
Die Vermehrung erfolgt über Samen, Stecklinge oder Teilung. Es gibt mittlerweile
verschiedenen Sorten, die im Garten als Zierpflanzen angebaut werden können.

Aufgrund seiner verdauungsfördernden Wirkung werden die kleinen Blättchen des
Ysop in der Küche für schwere Gerichte mit Fleisch verwendet. Auch kann er,
vorsichtig dosiert, Salaten, Soßen und Suppen beigegeben werden.
Ysop wird außerdem in Ansätzen für Kräuterliköre und für Kuchen und Süßspeisen
verwendet. Der Geschmack erinnert entfernt an Waldmeister und Lakritz.

In der Heilkunde wurde Ysopöl gegen Erkrankungen der Atemwege und Magen- sowie Darmbeschwerden verwendet. Ysopbäder wurden aufgrund der desinfizierenen Wirkung gegen
Lepra eingesetzt. Der auf seinen Blättern lebende Pilz 'Penicillium', dürfte mit seiner
antibiotischen Wirkung für die Wirksamkeit gegen Lepra verantwortlich sein. Schimmelpilze
dieser Gattung haben auch heute noch bei der Produktion des Antibiotikums Penicillin
als auch für die Herstellung von Lebensmitteln wie z.B. Schimmelkäse eine große Bedeutung.
Heute wird Ysop nicht mehr als Heilmittel empfohlen, weil er in größeren Mengen Krämpfe
auslösen kann. Aus diesem Grunde sollten vor allem Schwangere Ysop meiden.

Ysop wurde schon im Altertum von den Hebräern zur Tempelreinigung, von den Persern zur
Körperpflege und von den Römer soger als Würze ihres Weines eingesetzt. Im
Mittelalter verbeitete sich der, ehemals in Südosteuropa und Kleinaseien beheimatete
Halbstrauch auch in Europa, wo er in mediterranen Ländern heute auch verwildert
vorkommt.

Autor: -ab-

Zahlreiche Fotos und interessante Informationen gibt es im Pflanzenmagazin Ausgabe 01/2010 ab Seite 22

zeitung/pflanzen-magazin-01.html

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