hi Marion,
das ist echt schön, danke für's teilhaben lassen!
Igel sind kaum mal nur in einem einzigen Garten unterwegs, die brauchen ein größeres Terrain. In ländlichen Gegenden haben Männchen ungefähr 100 Hektar Aktionsraum, Weibchen etwa 30. (Revier trifft's nicht, schon weil sie ihr Areal nicht verteidigen). In Städten sind die benötigten Räume deutlich kleiner. Zum einen, weil keine großen Monokulturen (und damit praktisch toter Raum) dazwischenliegen, zum anderen aber, weil Städte mit Gärten und sonstigen Grünanlagen auf kleinerer Fläche mehr Abwechslung und auch recht viel Futter bieten.
In der Paarungszeit legen die Männchen weite Wanderungen zurück - in einer Nacht können sie's, wenn das notwendig ist, wohl auf 5km bringen. Dabei müssen sie oft über Straßen, wo viel zu viele Wanderungen sehr aprupt enden.
Bei euch in der Gegend muss es neben der Wiese und dem Schuppen noch mehr Igeltaugliches Terrain geben, sonst wären sie nicht da. Aber vielleicht noch ein Sträßchen weiter?
Infos dazu, was du für deine Igel tun kannst (super! ) findest du zB beim
Igelzentrum Zürich, etwa in dem Flyer
"igelfreundlicher Garten", bei
pro-igel oder, bezogen nicht nur auf Igel, sondern allgemein auf naturnahes Gärtnern, beim
Naturgartenverein. Da ist bestimmt das eine oder andere dabei, das für dich in Frage kommt!
Zum Beispiel
- Vorsicht beim Mähen, Büsche mit elektrischen Scheren schneiden usw. - auf die Art sterben Jahr für Jahr viele Igel auf wenig schöne Art. Also lieber vorher nachschaun.
- Beerenschutznetze unten straff spannen, darin kann man sich nämlich ganz wunderbar verheddern
- Steilwandige Wasserstellen, aber auch Kellerschächte und ähnliches sind Gefahrenstellen. Schräge Bretter helfen zumindest beim Wieder-raus-klettern.
- Gärten durchlässig machen - Maschendraht bis zum Boden kann kein Igel überwinden. Genausowenig wie glatte Mäuerchen
- wenn Zufüttern, dann unbedingt auf die Hygiene und das richtige Futter achten
- was Insekten hilft, hilft auch Insektenfressern wie dem Igel. Der profitiert von vielen "Insektenmaßnahmen" aber auch direkt, etwa als Versteck. Möglichst viele heimische Pflanzen; Beikräuter dort, wo sie nicht zu sehr stören, tolerieren; Wiese oder zumindest Kräuterrasen statt Englischem Rasen; Kleinstrukturen wie Totholz (am Baum wie als Stapel), Laubhaufen, Trockenmauern und Steinhaufen, Teiche, Hecken, Komposthaufen... fördern. Natürlich KEIN Gift spritzen.
Ich wünsch dir ganz viel Erfolg und noch viele schöne Igelbeobachtungen!