... und der ist alles andere als ein Unkraut. Unsere Vofahren haben ihn sogar verehrt und er war vor (fast) jedem Haus zu finden.
Schon in alter Zeit galt der Holunder als heilige Pflanze und wurde gern in der Nähe der Häuser gepflanzt. In ihm wohnte ein guter Pflanzengeist, der Haus und Menschen beschützte. Eine Geschichte der alten Baumgöttin ist das Grimm’sche Märchen von Frau Holle. Der Holunderbaum wurde als Baum der Ahnen und Tor zur Anderswelt angesehen. Das englische Wort für den Holunder «Elderberry» (Elder bedeutet die Alten, die Ahnen) erinnert noch an diesen Glauben. Bis in die Neuzeit gab es den Brauch, vor dem Holunder den Hut zu ziehen, und er durfte nicht mutwillig gefällt werden.
Ausserdem hat er praktischen Nutzen als Heil-, Speise- und Nutzpflanze. Zum Beispiel gäbe es keinen "Hugo" zum trinken, da Hauptzutat neben dem Schaumwein Holunderblütensirup ist. Die Blütenknospen als Tee helfen bei fieberhaften Erkrankungen. Die Äste können Kindern als Blasrohr dienen oder zum herstellen einer Flöte. Die Beeren liefern einen Immunstärkenden und Konzentrationsfördenden leckeren Saft oder werden auch zum Haar-, Lebensmittel- und Textilfärben verwendet. Aus der sehr festen Wurzel wurden Haarkämme geschnitzt.
So gibt es noch vieles mehr, mal abgesehen davon, dass er in Blüte wunderschön aussieht und Insekten nährt sowie in der Fruchtzeit gerne von Vögeln als Futterpflanze angeflogen wird.
Aber Achtung, wenn der Holunder keine Verholzung zeigt und ältere Zweige keine braune Rinde bekommen, könnte es auch ein Zwergholunder sein. Der verbreitet sich über Wurzelausläufer und steht nie alleine. Hier bleiben die Vorteile als Färbepflanze und Schmetterlingsweide. Allerdings kann er Überlkeit, Erbrechen und Durchfall bei Verzehr auslösen, was andererseits wieder die Möglichkeit bietet Ihn als Homöopatisches Arzneimittel genau gegen diese Beschwerden zu Nutzen.
Mit Queckenwurzeln kannst du Heiltee machen, Saft, Alkohol, koffeinfreien Queckenkaffee, Hunde- und Pferdefutter und Korbwaren flechten.
Wenn größere Mengen nutzbringend verschwinden sollen würde ich Alkohol, Korbwarenherstellung oder das Pferd vorschlagen, dessen Mist du dann verkompostieren und so als Gewächshausheizung und Dünger verwenden kannst.
Viel Erfolg
P.S. Somit ist also auch Quecke (wie der Giersch) kein "Unkraut".
Mal ganz abgesehen davon Quecke ist Nahrungspflanze für die Raupen folgender 5 Schmetterlingsarten:
Brauner Waldvogel (Aphantopus hyperantus) Rote Liste (RL) : ungefährdet. 1 Futterpflanze(FP) von 6
Ockerbindiger Samtfalter (Hipparchia semele) RL: bedroht. 1 FP von 3
Waldbrettspiel (Pararge aegeria) RL: ungefährdet. 1 FP von 3
Rostfarbiger Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus) RL: ungefährdet. 1 FP von 4
Schwarzkolbiger Braun-Dickkopffalter (Thymelicus lineola) RL: ungefährdet. 1 FP vo 4