Zwischen grünem Gold der Griechen und schicker Kübelpflanze - die Olive
Der Olivenbaum (botanisch Olea europaea) ist in allen Ländern des Mittelmeerraumes verbreitet und wird beispielsweise in Griechenland seit mehr als 8000 Jahren kultiviert. In Lavagestein gefundene Blattabdrücke von der Insel Santorin belegen, dass die Olive dort schon vor mehr als
50000 Jahren heimisch war.
Das grüne Gold der alten Griechen
Einer altgriechischen Sage nach kam es zwischen Poseidon, dem Gott der Meere, und Athena, der Göttin der Weisheit, zu einem Wettstreit, wer das Gebiet der heutigen Stadt Athen sein Eigen nennen durfte. Poseidon schenkte den Menschen einen Brunnen, aus dem nur Salzwasser floss. Die weise Athena aber übergab ihnen den Olivenbaum, den sie als Nahrung, zur Öl- und Holzgewinnung nutzen konnten. Von ihm sollen alle Olivenbäume abstammen, die heute noch in Athen zu sehen sind.
Als Auszeichnung wurde den siegreichen Athleten bei den Olympischen Spielen ein Kranz aus Olivenbaumblättern überreicht. Bei den Panathenäischen Spielen in Athen bekamen die Sieger der Wettkämpfe Preisamphoren, die bis zu 36 Liter Olivenöl enthielten.
Olivenbäume - knorrige Schönheiten im Alter
Olivenbäume sind immergrün und können bis zu 20 Metern hoch werden. Im kommerziellen Anbau werden sie jedoch regelmäßig beschnitten, um eine bessere Ernte zu garantieren. Je älter die Bäume sind, desto knorriger und rissiger wird ihre Borke. Ihre schmalen, lanzettenförmigen Blätter sind auf der Blattoberseite grüngrau, die Blattunterseite hingegen ist silbrig glänzend.
Von der unauffälligen Blüte zur reifen Olive
Je nach Verbreitungsgebiet blühen Olivenbäume zwischen April bis Juni mit bis zu vier Zentimeter langen Blütenrispen, an denen zehn bis 40 weiße Blüten sitzen. Diese sind zumeist zwittrig, sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane sind vorhanden. Die Blüten werden durch Wind oder Insekten bestäubt.
Bei erfolgreicher Befruchtung entsteht eine ovale Steinfrucht mit einem harten Kern. Unreife Oliven sind grün, bei voller Reife jedoch schwarz bis violett. Grünen Oliven sind auch im Handel erhältlich. Da diese jedoch unreif sind, müssen sie in Salzlauge eingelegt werden, um sie essbar zu machen.
In den Mittelmeerländern werden Oliven traditionell geerntet, indem man am Boden Netze auslegt. Die Olivenbauern schlagen mit langen Stöcken auf die Äste der Bäume, so dass die reifen Oliven in die Netze fallen und eingesammelt werden können. Ab einem Alter von 15 bis 20 Jahren bringen Olivenbäume erstmals hervorragende Erträge.
Als Kübelpflanze der Geheimtipp für mediterranes Flair im heimischen Garten
Im Jahr 2005 gab es in Köln-Pulheim den ersten ausgepflanzten Olivenhain Deutschlands, der im Jahr 2008 nach Köln-Widdersdorf umzog und eine Fläche von 2500 Quadratmetern einnimmt. Auch in Weinbaugegenden Deutschlands können immer wieder ausgepflanzte Olivenbäume entdeckt werden.
Wer nicht in einem klimatisch begünstigten Raum lebt, sollte auf die Kultur im Kübel zurückgreifen. Olivenbäume mögen einen sonnigen, warmen Standort mit einem Schutz vor starken Winden. Das Substrat sollte gut wasserdurchlässig und locker sein, denn Staunässe wird nicht vertragen. Empfehlenswert ist gute Kübelpflanzenerde, die zu 30 Prozent mit Sand gemischt wird.
Gedüngt wird mit stark stickstoffbetonten Düngern wie Hornmehl, Hornspäne oder Blaukorn, die im Frühjahr in das Substrat eingearbeitet werden. Eine weitere Düngung kann nach der Blüte erfolgen.
Der Olivenbaum erträgt kürzere Trockenphasen, im Sommer bei hohen Temperaturen sollte er jedoch täglich gegossen werden.
In Deutschland kommt der Olivenbaum zwischen Mai bis Juni zur Blüte. Dies ist jedoch auch abhängig von den Temperaturen der Vormonate, die nicht unter 15 Grad fallen sollten. Die Oliven reifen von Juni bis September. Ab Mitte Oktober sind sie bereit zur Ernte.
Olivenbäume im deutschen Winter
Mit Luftpolsterfolie eingehüllt und auf einer Styroporplatte stehend können Oliven im Kübel an einer gut geschützten, hellen Stelle im Freien überwintern, wenn man in einer klimatisch begünstigten Zone wohnt. Dies ist für eine Winterruhe unerlässlich. Ideal sind auch kühle, helle Treppenhäuser oder Kalthäuser. Nicht zu vergessen ist hierbei auch das Gießen im Winter. Der Olivenbaum sollte nicht über einen längeren Zeitraum komplett austrocknen. Als ungeeignet hingegen erweisen sich Garagen, Kellerräumlichkeiten oder Wohnräume: dort ist es oft zu dunkel oder zu warm, so dass der Olivenbaum seine Blätter abwirft.
Stecklinge oder die Vermehrung durch Samen
Im kommerziellen Anbau wird auf die Vermehrung durch Stecklinge gesetzt, da die Pflanzen schneller Blüten und Früchte tragen.
Dazu schneidet man im Frühjahr 15 bis 20 Zentimeter lange, halbverholzte Äste ab, die mindestens drei Augen in den Blattachseln haben und steckt sie in ein Sand-Erde-Gemisch. Die Blätter sollten entfernt werden, der Blattstiel jedoch kann stehen bleiben. Wichtig sind hohe Temperaturen von 25 bis 30 Grad, die die Wurzelbildung begünstigen. Das Substrat darf nicht austrocknen.
Die Anzucht aus Samen ist nicht empfehlenswert. Es entstehen Wildlinge, außerdem keimen nur die Samen von frischen Oliven zuverlässig. Wenn man es trotzdem versuchen möchte, sollte man die Samen ein bis zwei Zentimeter tief in Anzuchterde stecken und ebenfalls an einen warmen Platz stellen.
Olivenbäume sind mittlerweile als Kübelpflanzen auf vielen Balkonen, Terrassen oder in Gärten zu finden, da sie die Sehnsucht nach Urlaub im Süden hervorragend stillen. Sie sind wunderschöne, durchaus pflegeleichte Pflanzen, die in jeden mediterranen Garten gehören.-yl-
Infokasten:
Wussten Sie.....
..... dass der Olivenbaumzweig als Friedenssymbol der Vereinten Nationen dient?
..... dass die Taube, die Noah aussandte, um nach Land Ausschau zu halten, mit einem Olivenbaumzweig zurück kehrte?
..... dass Spanien der weltweit größte Olivenölproduzent ist mit mehr als 200 verschiedenen Kultursorten?
..... dass „extra vergine“ im traditionellen Verfahren kaltgepresstes, ohne Temperaturzufuhr hergestelltes Olivenöl aus der ersten Pressung ist?
..... dass die Einwohner der Insel Kreta die weltweit niedrigsten Raten an Krebserkrankungen und Herz-Kreislaufproblemen haben, da sie mehr als 33 Prozent täglich Fett in Form von Olivenöl zu sich nehmen?-yl-
Olivenbrot
3 Esslöffel Petersilie oder Minze, grob gehackt
1 Würfel Hefe
1 Teelöffel Salz
750 Gramm Mehl, (Type 1050)
225 Gramm Oliven, schwarz, entsteint
4 Esslöffel Olivenöl
2 rote Zwiebeln
Zwiebeln in Öl andünsten. Die Oliven grob hacken. Hefe in einem halben Liter lauwarmem Wasser auflösen, eine Prise Zucker dazugeben. Mehl und Salz nach und nach dazugeben, mit den angedünsteten Zwiebeln, Oliven und Petersilie/Minze, auf einer bemehlten Fläche zu einem Teig verarbeiten. Zehn Minuten kneten, bis der Teig sich von der Arbeitsfläche löst.
In eine Schüssel legen, mit einem Küchenhandtuch abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen bis sich das Volumen verdoppelt hat. Den Backofen auf 220 Grad vorheizen und zwei Backbleche leicht einfetten.
Teig noch mal gut durchkneten, in zwei Hälften teilen. Zwei runde Laibe formen und auf die Backbleche legen. Nochmals abdecken und gehen lassen.
Die Brote mit einem scharfen Messer mehrfach oben einschneiden und 40 Minuten backen bis sie hohl klingen, wenn man darauf klopft. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.-rb-
[size=117]Dies ist ein Artikel aus unserer Zeitschrift Pflanzen wunderschön. Von Mitgliedern für Pflanzenfreunde geschrieben.... Den kompletten Artikel mit Bildern findest Du in der Ausgabe 5[/size]