Metasequoia glyptostroboides - Urwelt-Mammutbaum

 
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Metasequoia glyptostroboides - Urwelt-Mammutbaum

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Gepostet: 12.01.2014 - 13:09 Uhr  ·  #1
Metasequoia glyptostroboides - Urwelt-Mammutbaum

Weitere Namen: Chinesisches Rotholz, Metasequoie, Wassertanne

Familie: Cupressaceae (Zypressengewächse)

Unterfamilie: Sequoioideae (Mammutbäume)

Pflanzengruppe: Metasequoia (Erst 1941 wurde die Gattung von der "Sequoia" getrennt).
Er ist der einzige Vertreter seiner Gattung (Metasequoia).

Herkunft:
Erst im Jahre 1941 wurde er in einer unzugänglichen Bergregion Chinas entdeckt. Sein Ursprungsgebiet sind die Bergwälder Chinas, dort ist er im Bezirk Shizhu im östlichen Sichuan, im Bezirk Lichuan im westlichen Hubei sowie im Bezirk Longshan und im Bezirk Sangzhi im nordwestlichen Hunan zu finden.

Verbreitung:
Seit der Entdeckung der Urwelt-Mammuts werden diese weltweit gerne in Gärten und Parks angepflanzt.

Habitus:
Der Urwelt - Mammut ist sommergrün. Er kann eine Höhe von 30 - 40 Metern erreichen, selten bis 50. Sein Stammdurchmesser (BHD) liegt bei 1 - 2,20 m. Während sein Stammfuß oft weitverbreitet wächst, ist sein Stamm gerade.

Die Krone jüngerer Bäume ist oft pyramidenartig geformt, bei älteren eher breit und abgerundet. Sein Astwerk ist häufig weitausladend, weiter unten mehr hängend. Er bildet Kurz- wie Langtriebe aus, die beide vor dem Winter abfallen.

Alter: Sein Höchstalter ist mit ca. 400 Jahren bekundet.

Blätter/Nadeln:
Er ist ein sommergrüner Nadelbaum und verliert zum Winter hin seine Blätter/Fächer/Nadeln.
Die flachen Nadeln der Metasequoia sind im Mai bereits voll entwickelt. Sie sind 1 - 3 cm lang und etwa 1 - 2,5 mm breit. Sie entstehen aus eiförmigen ca. 4 mm langen und 3 mm breiten Winterknospen. Die Nadeln des Baumes sind an den Langtrieben spiralig angeordnet, während die an den Kurztrieben eher gescheitelt und gegenständig liegen. So kann man ihn am Besten von der ihm ähnlichen Sumpfzypresse unterscheiden. Ihre Benadelung ist wechselständig. Nadeln wie Kurztriebe fallen vor Winterbeginn ab.

Blüte/Frucht/Fruchtbildung:
Der Urwelt-Mammut wird mit etwa 30 Jahren mannbar, ist getrenntgechlechtig (monözisch) und blüht je nach Standort zwischen Februar und März. An den Kurztrieben befinden sich die weiblichen Blütenzapfen. Sie stehen endständig einzeln oder zu zweit.
Die 5 - 10 cm langen männlichen Blütenzapfen sind kätzchenartig. Sie stehen an den Blattachseln von einjährigen Langtrieben. Die ca. 2,5 cm großen, ballförmigen Zapfen haben einen bis zu 4 cm langen Stiel. Anfangs noch grün werden sie zur Reife hin braun. Sie reifen im selben Jahr der Blüte, im Nov/Dez. In jeder einzelnen Zapfenschuppe sind 5- 9 Samen zu finden. Sie werden bis zu 5 mm lang.

Borke/Rinde:
Die Rinde der Zweige ist erst grün und wird im Laufe der Zeit dann grau bis graubraun. Altbäume besitzen eine gefurchte, grau bis graubraune Borke, die sich in ganzen Streifen ablöst. Dort tritt dann eine rotbraune, innere Rinde zutage.

Holz/Verwendung:
Kern- und Splintholz sind verschiedenfarbig. Während das eine hell ist, ist das andere rotbraun. Es ist weich, leicht und gut zu verarbeiten. Das grobfaserige Holz nimmt gut Farbe auf.
Ansonsten wird es forstlich eher wenig genutzt.

Wurzeln:
Er hat ein mehr breitgefächertes Wurzelsystem und dringt bis 0,5 - 1 Meter Tiefe vor.

Standortsbedingungen:
Er ist sehr raschwüchsig, kann im Alter von 5 Jahren schon über 3 Meter hoch werden. Meist kommt er in artenreichen Mischwäldern vor. Er wächst in sonnigen Lagen zwischen 700 - 1500 Metern. Wasserdurchlässige, tiefgründige, nährstoffreiche Lehmböden bevorzugt er. Bis - 30° Grad toleriert er. Aber er ist empfindlich bei Spätfrösten. Staunässe verträgt er nicht. Man findet ihn häufig an Bach- und Flussufern und in feuchten Senken. Ein Ph-Wert von leicht sauer bis neutral ist ideal.

Schädlinge und Krankheiten:
Im Sämlingsalter ist er sehr empfindlich gegen pilzliche Erreger, die gerne die Umfallkrankheit auslösen. Später ist er gegen blattfressende Schadinsekten anfällig. Holz- und wurzelbewohnende Insekten können Totalausfälle hervorrufen. Im Schatten stehende Bäume sind dabei besonders anfällig, sie wachsen dann kaum noch und sterben schließlich ab.

Wissenswertes:
Der Urwelt - Mammutbaum gilt als lebendes Fossil. In der Kreidezeit gab es noch 10 Metasequoia-Arten, übrig blieb davon nur der Urwelt-Mammutbaum. Es gilt heute als unwahrscheinlich, daß die Gattung Sequoia aus der Gattung Metasequoia hervorgegangen ist.
1941 wurde die Gattung Metasequoia von der Gattung Sequoia getrennt.

Allgemeine Anzuchtsanleitung:
Baumsamen, zumindest solcher von Arten der gemäßigten Breiten, tragen keimhemmende Stoffe in sich, die es abzubauen gilt. Dieses Abbauen wird stratifizieren genannt. Der Samen kommt dabei für eine bestimmte Zeit (von Baumart zu Baumart verschieden) bei einer Temperatur von 2-4 Grad in den Kühlschrank. Hinterher sollte man den Samen bei Zimmertemperatur im Wasserbad für 24 Stunden vorquellen lassen. Der Same bedarf zur Keimung eines bestimmten Wassergehalts.

Dann wird der Same in Kokosfaser oder in Anzuchtserde ausgesät und je nach Baumart mehr oder weniger mit Erde bedeckt. Hier kann eine Faustregel angewendet werden. Ein 5 mm großer Same kommt 5 mm unter die Erde. Es gibt auch hier Ausnahmen, wenn auch nicht viele.

Das Erdreich des Anzuchtgefäßes muss nach der Aussaat immer feucht gehalten werden, nass sollte es aber nicht sein, sonst tritt Schimmel auf.


Für Urwelt-Mammutbaum:
Saatgut muss nicht vorbehandelt werden. Ein Stratifizieren lässt jedoch die Samen zeitgleicher keimen. Nur leicht mit Erde bedecken und möglichst unter Glas in einem Zimmergewächshaus aussäen.
Der Urwelt-Mammutbaumsamen keimt gern bei feuchten Bedingungen. Jungbäume sind nur bedingt winterhart. Mit zunehmendem Alter ändert sich das.


Quellen: Stichpunkte aus Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Urweltmammutbaum
Druidin
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Re: Metasequoia glyptostroboides - Urwelt-Mammutbaum

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Gepostet: 11.05.2014 - 18:59 Uhr  ·  #2






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Re: Metasequoia glyptostroboides - Urwelt-Mammutbaum

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Gepostet: 14.06.2014 - 08:58 Uhr  ·  #3
Samen des Urwelt-Mammutbaums:




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