Heckenfrage, wie und wo

 
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Neugärtnerin

Hallo zusammen,
bin ganz neu hier und hab promt ein paar Fragen

Bin ab August stolze Besitzerin eines kleinen, aber feinen Gartens. Naja, fein soll er werden, da es ein Neubaugebiet ist und im Garten noch nichts drin ist
Er ist auch nicht besonders groß, nur 130 qm, aber immerhin... Links und rechts davon sind noch andere Gärten. So ne Art Reihenhaussiedlung.
Am Anfang war ich hellauf begeistert, aber je mehr ich mich damit beschäftige, umso mehr verunsichert bin ich. Gänzlich unwissend komm ich mir vor

Ich möchte auf der linken Seite eine Blutbuchenhecke pflanzen (Kindheitserinnerungen). Erste Frage: Wie weit vom Zaun entfernt muß ich pflanzen? 3 Pflanzen pro qm sind laut meiner Nachforschung richtig, oder?

Damit nicht alles gleich aussieht, möchte ich auf der rechten Seite so eine Art blühende Strauchhecke pflanzen. Gefallen würde mir Weigelie, Spiere, Hibiskus, Schneeball und Felsenbirne.
Sind die Pflanzen dafür geeignet?
Zu breit soll das ganze nicht werden, da der Garten doch recht klein ist und sonst alles erdrückt.

Fragen über Fragen, ich hoffe, ihr könnt mir Tipps geben.

Danke schonmal

Monica

Achja, der Garten ist sonnig, von morgens bis abends würde die Sonne auf die Hecke scheinen.
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Junie

Hallo Monica,

ganz einfach sind deine Fragen nicht. Erst einmal informiere dich auf deiner Gemeinde wegen dem Grenzabstand. Da ist normalerweise ein Abstand von 50 cm vorgeschrieben, aber da gibt es auch verschiedene Auslegungen, also ob vom Stamm ab gemessen wird oder von dem Rand der Hecke. Wobei letzteres nicht so ungünstig ist, da man die Hecke schließlich auch noch schneiden muss und bei einem Abstand von 50 cm zur Grenze hat man wenigstens genug Platz. Eine andere Möglichkeit wäre es, die Hecke auf die Grenze zu pflanzen, wenn du dich mit deinem Nachbarn gut verstehst. Aber das ist natürlich auch mit einem gewissen Risiko verbunden..

Der Platzabstand hängt ab von der Größe der Blutbuchen, die du setzen möchtest. Also da kann man dir auch keine gute Antwort geben. Zudem träum nun noch eine Weile von der Gestaltung deines Gartens, pflanzen sollest du sie im Spätsommer/Herbst, wenn die Temperaturen wieder sinken, der Boden aber noch warm ist und es feuchter ist als jetzt. Jetzt gerade ist eine denkbar ungünstige Zeit zum Pflanzen..

Wegen der gemischten Hecke, da musst du dir im Klaren sein, dass sie nie eine dichten Sichtschutz bieten wird. Sie schaut in erster Linie gut aus und blüht. Wenn man es geschickt gestaltet, dann blüht sie fast das ganze Jahr über. Zudem solltest du bei deiner Gartengröße darauf achten, adss die Pflanzen nicht zu groß werden. Also Zuchtformen verwenden, die kleiner bleiben. Das ist vor allem bei der Felsenbirne wichtig, die ein meterhoher Strauch werden kann und wenn man dann nur noch mit der Schere dagegen ankämpfen muss..

Ansonsten kann ich dir nur den Tipp geben, dass du dir jetzt Zeit nimmst und deinen Garten planst. Zum Pflanzen ist die Zeit denkbar ungünstig. Überleg dir mal, ob du deinen Garten wirklich so aufbauen möchtest wie ich ihn mir dank deiner Schilderung so ausmale. Also auf der einen Seite eine strenge Blutbuchenhecke und auf der anderen eine locker wachsende Hecke mit Blühsträuchern..Also zwei Linien rechts und links. Warum nicht aus der Blütenhecke ein geschwungenes Beet mit Stauden, Rosen etc machen? Die Blütensträucher blühen eben meist nicht lang und Stauden überbrücken die Blütenlose Zeit der Sträucher..

Viel Spaß und Erfolg beim Planen,

Liebe Grüße,
Junie
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Mel
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Mel

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Neugärtnerin

Danke schonmal...
Pflanzen werde ich eh erst ab Oktober, weil vorher die Zeit echt ungünstig ist.
Solange werde ich mich noch gedulden

Werd mir einen Plan machen und alles mal ausmessen und aufzeichnen.
Auf der linken Seite möchte ich die Buchenhecke haben. Hab mit einer Nachbarin geredet und die hat mir gesagt, dass es seltsamerweise keine Auflagen gibt. Sie hat sich erkundigt. Versteh das auch nicht so recht, aber hier hat jeder gepflanzt wie er will. Teilweise recht wunderlich...

Werd aber sicherheitshalber einen Abstand zum Zaun einhalten, denn wer weiß, was noch kommt.

Die Sträucher auf der rechten Seite will ich nicht als gerade Linie pflanzen sondern etwas versetzt, damit der Garten nicht so "eingekastelt" wirkt.

Das wär nur das Grundgerüst, dass ich heuer im Herbst noch anpflanzen kann, alles andere kommt erst nächstes Frühjahr dran.

Deswegen würde mich interessieren welche Sträucher für eine leichte Strauchhecke geeignet wären. Die nicht zu hoch und vor allem zu breit werden.
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Junie

München - ok, das sagt schon mehr aus. Also es gibt überall Pflanzabstände, die gesetzlich festgelegt sind. Jedes Bundesland hat welche und teils gibt es eben Feinheiten in manchen Gemeinden. In München beträgt der Abstand zur Grenze 50 cm bei einer Hecke, die maximal 200 cm hoch werden wird. Wird sie über 200 cm hoch dann vergrößert sich der Abstand auf 200 cm. In Bayern gilt das übrigens für alle Pflanzen und nicht nur für Hecken, also einen Baum darfst du maximal mit 2 m Abstand zum Nachbarn pflanzen..

Bei deiner Kirschlorbeerhecke ist es dann sehr wichtig, dass du eine sehr frostverträgliche Sorte verwendest, weil es bei uns sehr kalt werden kann. Frostschäden sieht amn leider sehr gut beim Kirschlorbeer. Zudem denke im Winter ans Gießen, die meisten Schäden entstehen, weil die Pflanzen im WInter verdursten. Würde mich bei der Auswahl an den Standort Weihenstephan halten (Gehölzsichtung)

Was mir sehr gut in Strauchhecken gefällt sind Heckenrosen, weil diese blühen wenn die meisten Sträucher nicht mehr blühen. Dann würde ich dazu tendieren, Sträucher zu pflanzen, die mehr als nur die Blüte zu bieten haben, also welche die buntlaubig sind, die eine wunderschöne Herbstfärbung haben, Früchte tragen, einen besonderern Austrieb haben. Man hat wenig Platz und diesen sollte man entsprechend nutzen.

Ich hab zB die Felsenbirne Amelanchier laevis 'Ballerina', die nicht ganz so breit und groß wird wie die A. laevis oder lamarckii, aber größere Blüten hat, auch einen wunderschönen Austrieb und eine tolle Herbstfärbung. Wirklich klein bleibt sie natürlich auch nicht.

Was gar nicht fehlen sollte wäre der Sommerflieder Buddleja davidii, als Schmetterlingsmagnet und auch weil man ihn duch Schnitt sehr gut in der Größe einschränken kann. Aber zu bedenken gibt es, dass er serh spät erst austreibt, also er ist recht lange kahl und bietet keinen Sichtschutz, wobei man diesen Nachteil mit Stauden oder allgemein Frülingsblühern wie Tulpen, Narzissen ausgleichen kann.. Ähnliches gilt für den Hibiscus, wunderschöne Blüte, nur bis er blüht vergeht doch eine Weile und vor allem eben auch bis er austreibt.

Ein besonderer Hingucker wäre ein Blumenhartriegel, wie Cornus kousa chinensis, jedoch benötigt er auch recht viel Platz, vor allem wenn er gut zur Wirkung kommen soll. Neben den Blüten hat er noch eine wunderschöne Herbstfärbung und Früchte zu bieten..

Im Winter sind blüten leider Mangelware, deswegen sollte man sich irgendeinen Winterblüher vielleicht auch überlegen wie zB Viburnum bodnantense 'Dawn', der je nach Witterung von November bis April blüht. Wenn du ein Rankgitter hast würde sich noch Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) anbieten.

Zierkirschen sind natürlich auch eine Augenweide im Frühling und im Herbst haben sie idR noch eine wunderschöne Herbstfärbung. Als kleiner Hausbaum wäre die eine oder andere Sorte sicherlich gut geeignet - falls du über einen Baum überhaupt nachdenkst..

Liebe Grüße,
Junie
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Niklas

Au Backe - was soll denn da alles in 130m² Gartenfläche rein?

Wie lange wird es dauern, bis kaum noch die Spatzen durch fliegen können?

Alles an Pflanzen sollte so ausgesucht werden, dass nicht nach kurzer Zeit schon wieder ausgeholzt werden muß.
Also - Pflanzen - sowohl die Einzelnen als auch die der Hecken - die nicht so fürchterlich schnell wachsen

Rosen - ohne Frage ja dazu, aber Heckenrosen - darin sehe ich Kletterrosen oder Parkrosen - die einfach riesig werden können. Beetrosen, Floribundarosen sind da sicher ausreichend.

Hecken - langsam wachsende Arten, die über Schnitt auch im Griff gehalten werden können - ganz sicher bevorzugen. Kirschlorbeer und Blutbuche decken einen doch zu, bei einer Fläche von 130m².

Größere Sträucher als Einzelstücke - mit Vorsicht verwenden - zu schnell werden - Bäume - daraus die den ganzen Garten überdecken und beschatten.

Für eine Hecke aus blühenden Sträuchern benötigt man - wenn sie sich ansehnlich entwickeln sollen - einen Streifen von wenigstens 2m Breite. Ob da so viel zur Verfügung steht möchte ich in Frage stellen.

In diesem Sinne - eine gut bedachte Auswahl treffen.

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