Hat meine Hanfpalme einen Winterschaden erlitten?

 
Azubi
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Hat meine Hanfpalme einen Winterschaden erlitten?

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Gepostet: 13.04.2022 - 01:10 Uhr  ·  #1
Hallo Leute,

bin ganz neu hier und würde mich über Meinungen und Tips sehr freuen.

Habe letztes Jahr im Frühjahr meine erste Hanfpalme bekommen und in den Garten gepflanzt.
Als dann der Winter näher rückte habe ich mich so gut es ging Informiert und die Palme so gut wie möglich Vorbereitet. Ein Holzgestell rundherum aufgebaut und da eine Vlies Decke darüber gestülpt die bis zum Boden ging. Den kleinen Stamm habe ich mit einem Heizschlauch umwickelt den ich angeschaltet habe sobald weniger als -6 Grad vorhergesagt waren. Ausserdem Wurde der Stamm noch separat mit Vlies umwickelt. Den Wurzelbereich habe ich mit Laub und Tannenzweigen gut bedeckt.

Jetzt nach dem Winter sieht die Palme leider so aus wie auf den angehängten Bildern. (Wer sich über das kleine Zäunchen wundert. Das ist eigentlich zum Schutz der Palme vor meiner Katze gedacht :) )

Jetzt bin ich mir nicht sicher ob das ein Frostschaden ist oder sie zu wenig Licht bekommen hat unter dem Vlies oder doch Schädlingsbefall.
Die Blätter schätze ich werden demnächst dann ganz absterben?
Ich bin mir total unsicher ob die Palme den Winter überlebt hat oder ich die leider abschreiben muss was sehr sehr schade wäre.
Ich hoffe die Fragen sind nicht zu dämlich aber es ist wie gesagt meine erste Hanfpalme und unser erster gemeinsamer Winter und ich bin etwas verzweifelt.

Soll ich sie vielleicht düngen?

Lg
Manuel
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Die Palme ist rechts!
Azubi
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Re: Hat meine Hanfpalme einen Winterschaden erlitten?

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Gepostet: 13.04.2022 - 07:46 Uhr  ·  #2
Würde ich nicht für Frostschäden halten, jedenfalls sieht das ganz anders aus, als bei unseren Hanfpalmen mit Frostschaden, und da kam es definitiv vom Frost. Insgesamt hatten/haben wir 3 mit Frostschaden, der allerdings ist vom letzten Winter davor, der zumindest bei uns einige überdurchschnittlich tief kalte Nächte hatte.

Eine Palme war sofort kaputt, da starb gegen Frühjahr auch restliches Grün ab, bis in die Blattstängel. Die stand unter dem Vordach, richtig weit überdacht, aber einigermaßen hell, in einem riesigen Topf, aber mit direkten Bodenkontakt. War die Winter davor okay, genau so. Zwei standen in großen Kübeln auf dem Balkon, unter dem Vordach, recht warm direkt vor der Scheibe. War sonst nie ein Problem. Die haben soweit auch überlebt. Aber mit deutlichem Frostschaden, der bei uns so aussieht: Die Wedel, die nun nach dem Winter neu kamen, sind in der Länge der Blattstängel deutlich verkürzt. Und einige Blätter gehen gar nicht richtig auf, die Fiederchen spreizen nicht richtig auseinander, oder sind wie verklebt, krusselig aneinander gepappt.. Teils sind die Stiele der Blätter so verkürzt, dass sie schon direkt nach Austritt aus dem Stamm aufspreizen, oder das zumindest versuchen, teils so kurz, dass sie quasi noch im Stamm spreizen, oder es halt versuchen. Eine der beiden Palmen ist nun Ende dieses nächsten Winters noch kaputt gegangen, ohne neuen Frostschaden diesmal. Und die 3. Palme, auch ohne neuen Schaden diesen Winter, macht noch immer verkruppelte Wedel.

Dass eine Trachycarpus wirklich kaputt ist, siehst du daran, dass nicht nur die Spitzen der Wedel kaputt sind, was eh normaler Verschleiß ist und Blätter werden ja auch alt und ersetzt, sondern es wird braun trocken bis in die Handfläche der Wedel und dann bis in den Stiel. Vor allem passiert das nicht nur bei alten Wedeln unten, sondern auch bei neuen Wedeln. Bis alles braun und tot aussieht. Bis da lebt die Palme aber schon noch. Irgendwann kommt dann aber meist der Punkt, wo das Palmherz auch abstirbt, was man erkennt daran, dass man die Wedel plötzlich leicht nach oben rausziehen kann. Dann ist das Palmherz tot und fault.

Meine Schlussfolgerungen bezüglich Fehlern und Lehren wären nun die: Die -15°C um den Dreh, die man für Trachys so finden kann, sind durchaus richtig, aber Todestemperatur, und nicht, ab wo die Pflanze Schaden nimmt. Der scheint so ab -7°C anzufangen, erst die Wedelspitzen, dann immer mehr. Die Palme, die im großen Kübel unter dem Vordach stand, stand da, wo sie sonst auch stand und wo schon andere Pflanzen überwintert haben. Nur wie gesagt, der vorletzte Winter ging hier bis deutlich unter -10°, ungewöhnlich tief. Da weit überdacht, windgeschützt, nah in relativ warmer Hausecke, bin ich mir sicher, dass der Frostschaden von unten gekommen sein muss.
Als Lehren ziehe ich daraus für mich und was hier machbar ist, dass die Kübel dann auf eine Styroporplatte kommen als Kältesperre, dann dürfte das nicht passieren. Generell sind Pflanzen im Kübel gefährdeter, da der Frost von der Seite an die Wurzel kann. Hat die Frostschaden und ist reduziert, ist der Frostschaden für die Pflanze vor allem ein Trockhenheitsproblem in der Folge. Ab so -7 bis -9° sollte man die Pflanze aber definitiv reinholen, wenn im Kübel, zumindest in unserem Sommergarten (oder wie das offiziell heißt? wie Wintergarten, aber nicht beheizt) ist noch nie was kaputt gegangen, der hält knapp über 0°, meist um 5°. Da haben bisher auch alle Bougainvillea überlebt, Dipladenien, Zitronengras und was sonst so noch gar keinen Winter mag.
Auspflanzen bietet außer hübsch vor allem den Vorteil, dass die Wurzel gut geschützt ist rundrum, aber den Nachteil, dass man dann alles vermummen muss, Heizung, sontwas. Fragt sich, was praktikabel ist, jeweils. Ich würde die Trachy daher nur als "bedingt frosthart" ansehen, und nicht, was Blumenläden behaupten. Die wollen nur verkaufen, und geht was kaputt, verkaufen sie noch mehr.

Alles in allem, verglichen mit den Krüppelwedeln hier, sieht deine Trachy blendend gut aus. Was ich da auf den Bildern an Blattschaden sehe, sieht aus, wie normaler Verschleiß. Frosttote Wedel sind eher hellbraun und einheitliche Farbe. Deine sieht aus, wie frisch aus dem Winterurlaub in der Südsee zurück im noch kühlen Frühjahr, beim Frühjahrsputz. :) Der am schlimmsten aussehende Wedel (Bild 2) ist unten, also alt, und sieht dafür auch noch okay aus. Ich denke, du hast gut auf deine Palme aufgepasst.
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Re: Hat meine Hanfpalme einen Winterschaden erlitten?

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Gepostet: 13.04.2022 - 08:26 Uhr  ·  #3
Vanessa, vergiss deine Styroporunterlage bei Kübelpflanzen. Wenn es richtig knackt bringt die auch nicht viel. Da wäre es besser, dass man den Topf mit Wurzelstock komplett einhaust und zusätzlich "beheizt".
Auch in geschützten Ecken!
Besser wäre, wenn die Möglichkeit besteht, die Überwinterung in einem Wintergarten.

mseiwald: Willkommen hier.
Ich würde die Hoffnung noch nicht aufgeben, sondern der Hanfpalme eine Chance geben.
Die Heizung war zwar lieb gemeint, allerdings hätte ich den "Bodenschutz" komplett bis hoch mit Laub gefüllt, um die Pflanze zu schützen. Nach meiner Erfahrung mit exotischen Pflanzen vertragen die die "natürlichen" Heizungen besser, denn das Laub hält Temperaturen konstanter. Die zusätzliche Heizung müsste ja sonst bei längeren Frostperioden ständig laufen.
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Re: Hat meine Hanfpalme einen Winterschaden erlitten?

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Gepostet: 13.04.2022 - 18:01 Uhr  ·  #4
Hi,

für eine Palme in unseren Breiten ist das ein Minimal-Schaden.
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Re: Hat meine Hanfpalme einen Winterschaden erlitten?

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Gepostet: 13.04.2022 - 20:26 Uhr  ·  #5
Also, ich finde, die sieht bestens aus. Meine Hanfpalmen hab ich reingeholt, bevor es unter 0° ging. Die haben auch so braune Stellen. Ich denke, das ist normal. Alte Wedel vertrocknen, neue kommen nach. :-/
Azubi
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Re: Hat meine Hanfpalme einen Winterschaden erlitten?

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Gepostet: 14.04.2022 - 04:36 Uhr  ·  #6
Vielen Dank für die vielen Nachrichten!
Jetzt bin ich doch Gott sei Dank wieder etwas beruhigt.
Nachdem es der erste Winter draußen war bin ich beim auspacken doch etwas nervös geworden :)

Ich habe so eine Freude mit der Palme und es wäre unendlich Schade wenn sie mir eingehen würde.
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Neben den verbreiteten Schädlingen wie Blattläuse, Spinnmilben, Wollläuse, Schmierläuse, Schildläuse, Thripse, Weiße Fliege und Trauermücken gibt es auch häufige Pilzerkrankungen wie echten und falschen Mehltau, Rost und Schimmel, die zu Flecken und Schäden an der Pflanze führen. Neben den chemischen Mitteln wie Insektizide und Fungizide gibt es auch oft gute Hausmittel zu Bekämpfung der Krankheiten oder Schädlinge. Ein optimaler Standort bezüglich Licht und Boden, die richtige Erde oder ein neues Substrat sowie regelmäßiges Düngen können eine Pflanze stärken und unanfälliger gegen Schädlingsbefall und Krankheiten machen.

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