Ein Gründach als Isolierung

Autor: Frank   
Veröffentlicht: 07.12.2007 - 06:39 Uhr
 
Ausgeglichene Temperatur unterm Gründach

Gründächer minimieren Temperaturschwankungen
Wer unter einem Flachdach wohnt, hat dieses Phänomen selbst schon erlebt: An heißen Sommertagen wird es dort unerträglich heiß. Die Temperatur des mit Kies abgedeckten Flachdaches klettert mühelos auf 50° C. Noch schlimmer wird die Temperatur beim Dach, das nur durch schwarze Bitumenpappe geschützt ist. Hier steigt das Thermometer sogar bis auf 90° C. Nur eine dicke Isolierung schützt die Räume direkt unter dem Dach vor der unerträglichen Hitze. Beim Gründach ist das anders. Selbst wenn Pflanzen, Erde und Dränageschicht zusammen nicht dicker als 14 cm sind, erreicht die Temperatur des Daches nur angenehme 20 bis 25° C. Ein Hitzestau, wie er bei den anderen Dächern die Regel ist, tritt hier nicht auf.

Ein Gründach sorgt für angenehme Temperaturen.
So heiß unbepflanzte Dächer im Sommer werden, so stark kühlen sie sich im Winter ab. Bis -20° C wurden gemessen. Bei begrünten Dächern fällt die Temperatur jedoch nur knapp unter 0° C. Die Pflanzen verhindern die Abstrahlung der Wärme. Außerdem ist Erde ein schlechter Wärmeleiter. Nimmt man Sommer- und Wintertemperaturen zusammen, so müssen unbepflanzte Flachdächer im schlechtesten Fall Temperaturschwankungen von bis zu 100° C aushalten. Daher werden sie nach rund 10 Jahren regelmäßig undicht. Nicht so bei begrünten Dächern: Dort treten höchstens Temperaturschwankungen von etwa 30° C auf. Für die Dachhaut ist dies keine Belastungsprobe und die Lebensqualität für die Bewohner wird umso besser.
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Diskussion

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pflanzenfreund

Danke,
mit Hilfe deines Berichtes will ich versuchen meinen Mann zur Begrünung unserer Garage zu überreden
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Yaksini

Solch ein begrüntes Dach ist natürlich ein Augenschmaus und gleichzeitig wie du schreibst eine wundervolle Art der Isolierung .
Mir fällt auf , das wir in den letzten Jahren immer heftigere Stürme haben und die Wetterlage ändert sich ja immens immer weiter ins Extrem. Wie sieht es bei diesen begrünten Dächern aus . Halten die denn diesen Wetterverhältnissen stand ?
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Frank

 [A]
Hallo,
in den letzten Jahren wurden ja viele Bereiche von Stürmen und sinnflutartigen Regenfällen heimgesucht. Hierbei ist uns jedoch kein Fall bekannt, der eine (fachgerechte) Dachbegrünung wirklich beschädigt hat.
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Zitat geschrieben von Frank

Nimmt man Sommer- und Wintertemperaturen zusammen, so müssen unbepflanzte Flachdächer im schlechtesten Fall Temperaturschwankungen von bis zu 100° C aushalten. Daher werden sie nach rund 10 Jahren regelmäßig undicht. Nicht so bei begrünten Dächern: Dort treten höchstens Temperaturschwankungen von etwa 30° C auf. Für die Dachhaut ist dies keine Belastungsprobe und die Lebensqualität für die Bewohner wird umso besser.


Diese Aussage ist für mich mit der wichtigste Punkt für eine überzeugende Argumentation, der für eine Begrünung spricht, zumal immer wieder argumentiert wird, eine Dachbegrünung zerstört auf Dauer ein Pappdach.
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Joringel

Hallo Frank!

Es ist toll, dass Du dieses Thema ansprichst. DIe (in den Pflanzen gespeicherte) Feuchtigkeit wirkt wie ein Temperaturausgleicher. Im Winter nicht zu kalt und im Sommer nicht zu warm. Obwohl das Wissen um das Ausgleichen von Temperaturen durch Wasser vielen Menschen geläufig ist, gibt es immer noch jedemenge Vorurteile gegen Begrünung von Gebäuden, als würde diesen bekannte Gesetzmäßigkeit beim Häuserbau nicht gelten. (Verringern der Heizkosten) Statt dessen versiegeln wir die Erde durch Gebäude-, Auffahrts- und Wegebau und schaffen viel zu wenig Ersatzflächen.
Es gibt nicht nur wie in Norwegen immer noch das Wissen um die Dachbegrünung. Meterhoch wächst dort im Sommer das Gras. Wenn die Dächer sich bis zur Erde neigen, dann werden sie vom Vieh soger beweidet. Die Statik der Dächer ist auf die Erd- Grasschicht und die zusätzliche Schneelast und den Winddruck abgestimmt.
Ebenso gibt es immer noch hartneckige Vorurteile gegenüber der Hauswandbegrünung. Efeu zB. macht nur kaputte Wände noch kaputter. An einer gut gefugten Klinkerwand würde er das gesamte Hausklima verbessern. Er hält Regen ab und wirkt ebenso wie das Gründach als Temperaturausgleicher. Außerdem könnte man auch daran denken, dass sich auf dem grünen Dach, wie auch an der bewachsenen Wand ein eigenes Biotop entwickelt. Meisen und andere Singvögel finden zwischen den immergrünen Efeublättern. auch noch im Spätwinter ihr Futter und Schutz. Dort leben im Sommer auch jedemenge Spinnen, die uns die Insekten aus der Wohnung halten.
An diese Stelle passt auch der Hinweis, dass ZB. hat eine 100-jährige Buche ein Blätterdach von ca. der Fläche eines Fußballfeldes hat . Trotzdem werden immer noch bedenkenlos "Grüne Lungen" abgeholzt oder sonst wie vernichtet.
Die Dachbegrünung ist ein so toller Aspekt, der Natur "Genommenes" wenigstens teilweise wieder zurückzugeben. Denken wir diesen Aspekt weiter, so müssten wir uns auch überlegen, mehr Gitterseine auf der Autoauffahrt zu verlegen. Die Fläche wirkte immer grün, ohne dass gemäht werden musste. Satt dessen sieht man häufig Leute mit Flammenwerfern oder Fugenkratzern, damit sich in den Pflastersteinritzen nur ja kein grünes Leben zeigt. Es könnte ja sonst ein Absatz hängen bleiben oder bei Regen glitschig werden.
Dieses Thema hat einiges an Brisanz und es ist gut, dass Du mit Deinem Beitrag einen Anstoß zum Nach-und Weiterdenken gegeben hast.
Grüße Joringel
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Herkunft: Graz
Beiträge: 106
Dabei seit: 05 / 2007

KayoZ

das wollte ich als kind schon immer,
jetzt brauch ich meine eltern nicht mehr fragen *g*

habt ihr evtl. eine anleitung zur errichtung einer fachgerechten dachbegrünung ?

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