Wasser im Garten fasziniert seit jeher. Doch nicht nur große Gärten bieten genug Platz für einen Gartenteich. Auch – oder vielleicht gerade – kleine Gärten lassen sich durch einen Teich ungemein bereichern.
Nichtdestotrotz müssen beim Anlegen eines Teiches gewisse Regeln eingehalten werden, um ein gesundes Biotop zu schaffen, in dem sich Pflanzen und Tiere wohlfühlen – und das nicht zuletzt auch der Gärtner selbst genießen kann.
Es reicht also nicht, einfach ein Loch in den Boden zu graben, es mit Folie auszulegen und Wasser hinein zu füllen. Stattdessen müssen verschiedene Wassertiefen vorhanden sein, damit ein artenreiches Zusammenleben von Pflanzen und Tieren gewährleistet werden kann.
Richtig angelegt ist der Teich in verschiedene Bereiche untergliedert:
Die Seerosenzone mit einer Wassertiefe von 80 bis 120 Zentimetern, die Flachwasserzone mit etwa 15 bis 50 Zentimetern Tiefe, die Sumpfzone, die bis zu zehn Zentimeter überflutet ist, und das Ufer.
Jeder dieser Bereiche bietet Platz für ganz bestimmte Pflanzen, die nur dort gut gedeihen.
Teich ist nicht gleich Teich
Bevor mit der Gestaltung eines Teichs begonnen werden kann, muss die Lage bedacht werden: Die meisten Wasserpflanzen lieben die Sonne, schattieren den Teich nicht nur, sondern verschmutzen das Wasser zusätzlich mit Laub. Zuviel Sonne ist allerdings auch nicht gut, da sich sonst das Wasser zu stark erwärmt und der Teich „umzukippen“ droht. Zwei bis drei Schattenstunden im Hochsommer sind ideal.
Sind Form und die Tiefenbereiche festgelegt, besteht noch die Wahl der Art des Teiches, bei der auch einige Dinge zu beachten sind: Bei Folienteichen beispielweise sollte man eine nicht zu dünne Folie wählen, da sonst Wurzeln die Folie durchdringen könnten und der Teich somit leck wäre.
Die Wände sollten nicht zu steil gestaltet werden, da sie sonst eine tödliche Falle für viele kleinere Tiere darstellen. Außerdem bieten steile Wände keinen Halt für Pflanzen.
Ist das Teichbecken fertig, eine Pumpe – beispielsweise in Verbindung mit einem Springbrunnen – für die notwendige Wasserzirkulation installiert oder die Wasserbewegung durch Bachläufe oder ähnliches gewährleistet, kann mit der Bepflanzung begonnen werden. Hierbei empfiehlt es sich, die Wasserpflanzen in Gittertöpfe zu setzen, da diese eine zu starke Ausbreitung verhindern und auch ein Umtopfen leichter machen.
Die optimale Bepflanzung für jeden Bereich
Im tiefsten Teil des Teiches fühlen sich Seerosen (Nymphaea) und Wasseraloen (Stratiotes aloides) wohl. Des Weiteren können hier Unterwasserpflanzen wie das Rauhe Hornkraut (Ceratophyllum demersum), das Ährige Tausendblatt (Myriophyllum spicatum) und Laichkräuter gepflanzt werden.
Schwimmpflanzen wie der Froschbiss (Hydrocharis morsus-ranae) und Wasserlinsen (Lemna) verteilen sich gerne über die gesamte überflutete Teichfläche. Nehmen sie Überhand, können solche Schwimmblattpflanzen leicht mit einem Kescher abgefischt werden.
Im flacheren Wasser leben die Kleine Teichrose (Nuphar pumila), die Seekanne (Nymphoides peltata), die Wasserpest (Elodea) und nicht winterharte Schönheiten wie die Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes).
Die Sumpfzone kann mit Simsen (Eleocharis), Seggen (Carex), Binsen (Juncus), Wollgras (Eriophorum) und Fieberklee (Menyanthes trifolia) gestaltet werden. Besonderheiten wie die Sumpfcalla (Calla palustris) und die Wasserschwertlilie (Iris pseudacorus) machen diesen Bereich des Teiches zu einem echten Hingucker. Im Übergang zum Ufer können Sumpfdotterblumen (Caltha palustris) und Schlauchpflanzen (Sarracenia) Akzente setzen.
Am feuchten Ufer gedeihen Blutweiderich (Lythrum salicaria), Wasserminze (Mentha aquatica) und Gauklerblumen (Mimulus ringens) gut. Schachbrettblumen (Fritillaria meleagris) und Sumpfgladiolen (Gladiolus palustris) ergeben ebenfalls interessante Farbtupfer.
Am trockeneren Ufer können Taglilien (Hemerocallis), Sibirische Wieseniris (Iris sibirica), Schwertlilien (Iris germanica, Iris barbata) und Chinaschilf (Miscanthus sinensis) und weitere Gräser den Teich stilvoll in Szene setzen. Bei geeigneten Bedingungen kann ein Orchideenbeet mit seltenen Schönheiten wie Frauenschuhorchideen (Cypripedium), Knabenkräutern (Dactylorhiza) und Stendelwurzen (Epipactis) angelegt werden. Da diese Orchideen recht anspruchsvoll in der Pflege sind, empfiehlt es sich, auf robustere Hybriden, wie sie im Handel erhältlich sind, zurückzugreifen.
Ist nun der Teich und seine Umgebung bepflanzt, wird er sicher ein einzigartiger Hingucker sein. Auf einer Gartenbank lässt sich hier herrlich entspannen und Tiere wie Frösche, Molche, Wasserkäfer und Libellen, die sich sicher bald einstellen, lassen sich so auch gut beobachten. -jsch-
[size=117]Dies ist ein Artikel aus unserer Zeitschrift Pflanzen wunderschön. Von Mitgliedern für Pflanzenfreunde geschrieben.... Den kompletten Artikel mit Bildern findest Du in der Ausgabe 5[/size]