Dahlien - Dahlia - Von der Wildblume zum Gartenstar

 
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Dahlien - Dahlia - Von der Wildblume zum Gartenstar

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Gepostet: 17.07.2007 - 07:15 Uhr  ·  #1
Von der Wildblume zum Gartenstar:
Dahlien ? Vielfalt für Garten und Balkon


Dahlien blühen bis zum Frost
Kaum zu glauben, welchen Weg die 1789 aus Mexiko nach Europa eingeführte Dahlie hinter sich hat: Anfangs glaubte man, dass ihre Wurzelknollen eine gute Alternative zur Kartoffel wären. Doch ihr Geschmack war weniger überzeugend und statt dessen machte die damals noch recht unscheinbare Dahlie als Zierpflanze Karriere. Durch züchterischen Fleiß bietet sie nur etwa zwei Jahrhunderte später einen beeindruckenden Farben- und Formenreichtum. Den Verwendungsmöglichkeiten sind dadurch kaum Grenzen gesetzt; das Sortiment reicht heutzutage vom nur 30 bis 40 cm hohen Dahlienzwerg für den Balkonkasten bis hin zu über einen Meter hohen Dahlien, die sich sowohl für die Rabatte als auch für das Schnittblumenbeet eignen. Diese farbenfrohen Knollengewächse haben eine ungewöhnlich lange Blütezeit: Sie kann von Juli bis Oktober reichen; wenn Verblühtes regelmäßig entfernt wird, bilden sich bis zu den ersten Frösten im Herbst immer wieder neue Blüten.

Blühender Schatz der kaiserlichen Gärten
Die Geschichte der Dahlien in Europa beginnt 1789, als Abbé Cavanilles in Madrid von seinem Freund und Kollegen Vincente Cervantes, dem damaligen Leiter der botanischen Gärten in Mexiko, die ersten Dahliensamen erhielt. Cavanilles benannte die aus diesen Samen gezogenen Pflanzen nach Dr. Andreas Dahl, einem führenden Botaniker der damaligen Zeit. Diese Dahlien besaßen einfache Blüten und hatten nur wenig Ähnlichkeit mit den heutigen farbenfrohen und dichtgefüllten Sorten. Die anfängliche Idee, Dahlien als Nutzpflanzen anzubauen, konnte sich nicht durchsetzen, statt dessen entwickelten sie sich in Frankreich zu vielbeachteten Zierpflanzen. Anfangs wuchsen sie in den Gärten der Kaiserin Joséphine in Malmaison. Die Ehefrau von Napoleon hütete ihre Dahlien-Sammlung wie einen Schatz. Dies steigerte das Interesse an diesen exotischen Blumen und die Dahlie fand im Laufe der Zeit immer mehr Liebhaber. Es traten Blütenveränderungen auf und die ersten gefüllten Sorten entstanden. Zeitweise ging das Interesse an diesen Pflanzen wieder zurück, bis Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Kaktus-Dahlien in Holland auftauchten. Sie stammten wie die Dahlien des Abbé Cavanilles aus Mexiko, doch sie unterschieden sich deutlich von allen anderen damals bekannten Dahlien und bildeten die Grundlage für zahlreiche neue Sorten.

Erst nach den Eisheiligen ins Freie
Ein Blick auf das Ursprungsland der Dahlien lässt erahnen, an welchem Standort sich diese unermüdlichen Sommerblüher wohl fühlen: Sie gedeihen am besten an sonnigen, geschützten Stellen im Garten auf durchlässigem, nährstoffreichem Boden. Dahlien sind frostempfindlich und sollten deshalb erst nach den Eisheiligen ab Mitte Mai in den Gartenboden gepflanzt werden. In Gefäße kann man sie eher pflanzen, wenn man sie vor Frost geschützt im Hause aufstellt. Wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, können sie nach draußen. Weil Dahlien nicht winterhart sind, müssen sie im Herbst ausgegraben werden und im Haus überwintern. Wachsen sie in einem Gefäß, können sie auch bequem mitsamt Kübel in ihr Winterquartier umziehen.
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Die Päonienblütige Dahlie ?Fascination? und die zart duftenden Abessinischen Gladiolen lassen sich ausgezeichnet mit Stauden und Sommerblumen kombinieren.
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