Chip-Veredlung hat Ähnlichkeit mit Okulieren. Bei beiden Arten der Veredlung wird ein Auge der Edelsorte - die weiter vermehrt werden soll - verwendet.
Okulieren - bedeutet, dass dieses Auge vom Edelreis abgeschnitten , das darin befindliche Holz - meist ein dünner Holzspan - ausgelöst wird und dann an der Unterlage - die dafür vorgesehene Wildform oder Wildling - in einen T - Schnitt eingeschoben wird, nachdem die Rinde vorher leicht gelöst wurde.
Anschließend verbinden - fest und dicht - mit Bast, so dass nur das Auge aus dem Verband rausschaut.
Beste Zeit - je nach Art und Sorte bzw. Verfügbarkeit von Edelreis und Wildling - Juli bis September -, weil das die Rinde sich am besten vom Holz löst.
Bei der Chip-Veredlung wird sowohl das Auge vom Edelreis abgeschnitten, wie auch ein ähnliches Stück der Rinde an der Unterlage. Beide müssen gut aufeinander passen - also an der Unterlage darf der Schnitt nicht größer sein wie der des Auges -.
Verbinden wie oben beschrieben und mit Baumwachs verstreichen, damit das Ganze nicht austrocknet. Dabei wird das Holz nicht ausgelöst!
Der Zeitpunkt kann anders gewählt werden; am besten wenn die Unterlage durch ihren Wuchs die Voraussetzung schafft, die Veredlung - das aufgesetzte Auge - gut mit zu versorgen.
Beginnende Wachstumszeit.
Wichtig - vorhandene Wildform (Sämling z.B.) Unterlage, sowie das entsprechende Edelreis der bestimmten Sorte.
Wichtig - scharfes Messer und unbedingt auf Sauberkeit achten; kommt Schmutz in die Veredlung, oder werden die Schnittflächen mit den Fingern berührt, ist der Erfolg nicht gegeben.
Die Zeiten können natürlich - bei Pflanzen im Hause - auch völlig anders sein; jedoch das Grundprinzip bleibt.
In diesem Sinne - frohes Schaffen.