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Alles von Biologie bis Zytologie, Natur und Umwelt, neue Energien, Ökologie...
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Acker- und Wiesen-Wildpflanzen |
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pachizefalos  Gärtnermeister

Beiträge: 1235
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vom: Di 02 Jun, 2009 10:43 |
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1998 wurde 80% der Gelder, die vom Bund bewilligt wurden für Pflanzenzüchtung, verwendet für die Züchtung Spritzmittel-resistenter Nutzpflanzen. Ich bin nicht auf dem Laufenden und weiß nicht, wie in diesem Sektor die aktuelle Situation ist, befürchte aber , dass Monsanto und andere ein großes Interesse daran haben, dass es so bleibt. Und wenn ich mir die Äcker und Wiesen der agrarchemisch orientierten Landwirte anschaue, graut es mir...
Die artenreichsten Biotope sind längst die Großstadt-Regionen.
Pflanzen wie Venusspiegel, Adonisröschen, Wildes Stiefmütterchen, Kornrade etc sind Raritäten geworden. Und eigentlich müsste man sagen: Sie sind wieder Raritäten geworden. Denn bevor Menschen anfingen, Ackerbau zu betreiben, war nur an seltenen Erdrutschen und ähnlichen natürlichen Brachen Platz für diese Wildpflanzen. Selbst der Löwenzahn wird vor 3000 Jahren eine ziemlich seltene Pflanze gewesen sein, ähnlich wie die Amsel, die noch vor 200 Jahren ein eher seltener und scheuer Wald-Lichtungs-Vogel war.
Wenn diese Acker-Begleitpflanzen ursprünglich entstanden sind auf solchen in der Natur seltenen Stellen mit offenem Boden, dann bedarf es zu ihrer Erhaltung auch keiner großen Flächen und die kleinen Beete der alten Botanischen Gärten waren durchaus ausreichend.
Ich möchte diesen Gedanken hier noch einmal aufgreifen und dafür werben, dass viele Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Beete machen mit selten gewordenen Pflanzen, denen "moderne" Landwirtschaft keine Heimat mehr bietet.
In den neunziger Jahren hatte ich schon einmal eine ähnliche Aktion gestartet und für Schulklassen solche Planzen angezogen und deren Samen ausgegeben für Schüler zum Aussäen.
Leider ist in meinem Garten nur wenig davon übrig geblieben. Ich hatte jahrelang keine Zeit, mich um den Garten zu kümmern und ihn der Sukzession überlassen. Adonisröschen habe ich noch, wilde Malve, wilde Karde, Färberkamille. Davon werde ich im Herbst wohl auch wieder Saaatgut weitergeben können (vom Adonisröschen schon jetzt).
Ich suche aber auch Saatgut von anderen Wildpflanzen.
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Titel: Karde-mit-Distelfalter.JPG |
Beschreibung:
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Titel: Färberkamille.JPG |
Beschreibung:
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Titel: wilde-Malve.JPG |
Beschreibung:
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Titel: Adonis-aestivalis-in-der-Morgensonne.JPG |
Beschreibung:
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pachizefalos  Gärtnermeister

Beiträge: 1235
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vom: Di 02 Jun, 2009 22:05 |
Ich zeige noch ein paar Fotos von selten gewordenen Ackerwildpflanzen, von denen ich leider kein Saatgut mehr habe, die ich aber gern wieder in meinem Garten wachsen lassen möchte.
http://de.wikipedia.org/wiki/Venus-Frauenspiegel
http://www.heilkraeuter.de/lexikon/acker-ringelblume.htm
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Titel: Myosurus-minimus-Mäuseschwanz.jpg |
Beschreibung: Das Mäuseschwänzchen ist ein kleines Hahnenfuß-Gewächs, das leicht sauren, tonigen, feuchten Boden liebt. |
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Titel: Venusspiegel.-Legousia-speculum-veneris.jpg |
Beschreibung: Der Venusspiegel ist ein Glockenblumengewächs, das kalkigen Boden bevorzugt, aber auch in neutraler Erde wächst |
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Titel: Kümmerform-von-Calendula-arvensis.jpg |
Beschreibung: Calendula arvensis, die Acker-Ringelblume, habe ich in Deutschland noch nie gefunden, obwohl es die auch bei uns gegeben hat. Dieses Foto stammt von Eivissa (Ibizza) |
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Junie  Pflanzendoktorin

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Naturnahe Bepflanzung von öffentlichen Grünanlagen |
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pachizefalos  Gärtnermeister

Beiträge: 1235
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vom: Do 04 Jun, 2009 14:28 |
@Junie - Ja, das ist bestimmt ein guter Beitrag!
Eins schließt das andere nicht aus...
Wie wäre es denn, wenn Leute in vielen Orten kleine Vereine gründen zur Pflege von öffentlichen Grünflächen?
Dann könnte man den Prozess umkehren.
Früher wurden (und werden auch noch) exotische Pflanzen bestaunt, weil sie anders aussehen, als unsere einheimischen.
Wilhelm Busch hat Folgendes geschrieben:
Schön ist es wo anders wo,
denn hier, da bin ich so wie so
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In dem Maße, wie die Landschaft mit Roundup und Konsorten, durch Düngung und Flurbereinigung egalisiert wird, werden die fast vergessenen heimischen Pflanzen zu den "Exoten", die noch nie jemand gesehen hat.
Da müsste man z. B. verhandeln mit dem Straßenbauamt und dem Gartenamt (oder wie es in der betreffenden Gemeinde heißt) dass bei der nächsten Verkehrsberuhigungsmaßnahme mit einem Kreisverkehr, die freie Fläche im Inneren statt mit Mutterboden nur mit Splitt-Schotter-Schotter-Gemisch 2-56 verfüllt wird und mit einigen großen (findlingsähnlichen) Brocken gestaltet wird, so dass dann auf den freien Flächen Pflanzen wie diese wachsen können.
Diese Fotos stammen noch aus der Zeit, wo ich Saatgut von solchen Pflanzen an Schulklassen verteilt habe.
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Titel: Verbascum-densiflorum-1.jpg |
Beschreibung: Großblütige Königskerze |
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Titel: VERBASCUM-PHOENICEUM1.JPG |
Beschreibung: Violette Königskerze. Diese wunderschöne Blume öffnet ihre Blüten früh morgens und ist an heißen Tagen um 10 schon verblüht. |
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Titel: Verbascum-nigrum-4.jpg |
Beschreibung: Schwarze Königskerze |
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cloud  Gärtnermeister

Beiträge: 1417
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vom: Fr 17 Jul, 2009 17:39 |
Deine Bilder sind wunderschön, und ich finde die ganze Idee super!
Mittlerwweile gibt es auch bei uns ein paar Gärtnereien die einheimische, wobei ich mich nicht gut mit der eigentlich einheimischen Flora auskenne (kommt noch ), Pflanzen anbieten.
Die Stadt luzern macht momentan ein Projekt "luzerngrünt", wo man sich zT gratis einheimische Pflanzen für den Garten holen kann die bei uns (bei all den Forsythien.. ) fehlen und die zB für Schmetterlinge gut sind. Solche Projekte sind toll und sollte es auch mehr geben!
Allerdings muss dazu gesagt werden (wie stella im monsantothread unten) dass das leider meistens am fehlenden Interesse/faulheit der Leute scheitert, bzw zu wenig atraktiv gemacht wird, da sich viele offensichtlich zu wenig gedanken darum machen.
Noch dazu (ich kenne mich zu wenig aus, aber es erscheint mir trotzdem logisch) denke ich dass bei endemischen bepflanzungen, und wenn echt ein wenig darauf achtet (..vielleicht ein winterharter exot der eigentlich nicht hierher gehört und aus unerfindlichen Gründen viele schädlinge anzieht einfach im grossen Topf lassen) und in den Boden setzt was hier auch eigentlich hingehört (ist mir schon klar dass das sehr komplizeiert ist, und das kein Mensch ein von der Natur perfektes "mikroklima" nachbilden kann) , dass sich dann viele Schädlingsplagen stichwort schnecken erledigen würden ..nur so ein Gedanke
Liebe Grüsse, Cloud
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Rouge  Hadassa

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cantharellus  Gärtnermeisterin

Beiträge: 2277
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vom: Sa 18 Jul, 2009 8:52 |
Ich finde es toll, dass sich hier noch einige für Wildpflanzen interessieren! Einige Arten stehen immer noch auf meiner Wunschliste, bei denen habe ich es noch nicht geschafft, sie hier anzusiedeln - in meinem Garten wachsen aber sehr viele Wildarten auch schon jetzt, und ich würde selbstverständlich auch Samen sammeln, wenn die jemand haben will! Nur ist natürlich für dieses Jahr manches schon der Mähaktion zum Opfer gefallen...
Was mir immer noch fehlt und was ich mir wünsche, ist
Seifenkraut
Färberwaid
Beinwell
Ich habe hier schon sehr viele Arten - ich hab vor Jahren mal zusammen mit einigen Pflanzenfreaks aus der Familie eine Bestandsaufnahme des Gartens gemacht, dabei fanden wir über 300 Arten auf unserem Grundstück, allerdings ist da alles mitgerechnet, auch die gärtnerisch angepflanzten Arten und Sorten. Trotzdem waren wir damals überrascht, wie viel doch tatsächlich da ist! Inzwischen sind z.B. meine mühsam selbst gezogenen Trollblumen von den Wühlmäusen gefressen worden, und auch sonst hat sich manches verändert - die Bestandsaufnahme müßte mal wiederholt werden, das ist aber etwas aufwendig...
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Rouge  Hadassa

Beiträge: 11334
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vom: Sa 18 Jul, 2009 9:09 |
cantharellus ... natürlich sind "Exoten" im Garten toll ... ich hab da auch schon einige, aber genauso toll ist doch z.B. die Blüte der Kleinen Braunelle! In einer "normalen" Wiese geht sie ja ein wenig unter, aber bei mir blüht sie unter meinem Flieder, da hab ich auch ein Stückchen Wiese stehn lassen, weil der aus den Wurzeln austreibt. Und das sieht so hübsch aus, diese kleinen blauen Blüten mitten in dem Grün ...
Auch bin ich net so fleißig mit "Unkrautjäten", so daß die meisten Pflanzen erst mal 'ne Chance haben, zu zeigen, was sie mal werden sollen ... hätte ich immer gleich die Keimlinge ausgerupft, hätte ich ganz bestimmt keine wilden Stiefmütterchen mehr im Garten ... oder meine ganzen (durch Wind gesäten) Habichtskräuter ... ich bin mal mit Tante Google auf Bestimmungssuche gegangen und ich habe sage und schreibe 6 (!) verschiedene Arten davon im Garten ...
Und ich hab schon mal in 'nem anderen Thread (ich glaub da ging's um Rasen) geschrieben, daß ich froh bin, so viele "Unkräuter" in meiner Wiese zu haben!! Die sind wenigstens strapazierfähiger, was das Drauflaufen betrifft, als normaler Rasen! Ich hab 4 Kinder, die sehr aktiv sind, wenn sie draußen sind, entlischer Rasen wäre bei uns eh nur Wunschdenken ... und ich finde, der sieht auch gar net natürlich aus ... da kann ich gleich Kunstrasen ausrollen
Und heimische Wildkräuter im Garten zu haben hat auch noch DEN Vorteil, daß man seinen Kids zeigen kann, was Breit- und Spitzwegerich sind und daß die super gegen Mückenstiche sind. Meine Kinder hatten Riesenfreude im Frühling, Gänseblümchen, Löwenzahn u.ä. Pflanzen zu probieren. Ich konnte es ihnen zeigen und konnte mir auch sicher sein, daß diese Pflanzen sauber sind ...
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cantharellus  Gärtnermeisterin

Beiträge: 2277
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vom: Sa 18 Jul, 2009 9:44 |
@Rouge: Ich glaube, da liegen wir auf ähnlicher Wellenlänge!
Ich lasse niemand in meinem Garten jäten, der nicht erkennt, wenn da etwas besonderes oder schönes keimt! Ich jäte sehr selektiv und lasse viele Wildkräuter in Ruhe - und dann gibt es große Bereiche, wo ich mich sowieso weitgehend heraushalte und nur darauf achte, dass sie nicht von Brennesseln komplett zugewuchert werden (ein paar für die Raupen hab ich natürlich!) und dass die Brombeeren und die Gehölze nicht zu sehr hochkommen. Überall Wald muss ja nicht sein.
Und ich versuche, möglichst vielfältige Standortbedingungen zu schaffen, weil dadurch die Artenvielfalt enorm zunimmt. Also schattige Plätze unter Gehölzen, Wiese (der ehemalige Rasen), trockene und sonnige Stellen, Teich, Uferbereich, Beete, in denen man mehr eingreifen muss, weil sonst die Stauden verschwinden u.s.w.
Das einzige, was mit der Zeit sehr rar wird, sind Stellen mit offenem Boden für Sommerblumen und Ruderalpflanzen - die verschwinden eben mit den Jahren, und man muss sie immer wieder neu schaffen, sonst hat man keine Chance auf Mohn oder ähnliches.
Ein Kompromiss zwischen eingreifen und wachsen lassen, der möglichst viele Arten ein Plätzchen finden lässt - manchmal nicht einfach zu realisieren!
Aber ich liebe nun mal Wildpflanzen, und auch Gartenblumen wie Phlox oder Helenium will ich irgendwo haben....
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Rouge  Hadassa

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stella_riamedia  Pflanzendoktorin

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blumenbiene  Gärtnermeisterin

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