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Ein schöner Garten verleiht einem Haus Persönlichkeit und macht es unverwechselbar.
Er wird auch von vielen Menschen als Ort der Ruhe und Erholung geschätzt – ideal um der Hektik des Alltags zu entfliehen. Mit immergrünen Gehölzen wie z.B. Buchsbaum und ganzjährig grünen Kletterpflanzen hat das Zuhause das ganze Jahr über ein freundliches Gesicht.
Ausfahrt! Endlich dem Stau der regennassen Autobahn und dem hektischen Tag den Rücken kehren. Nicht mehr lange, und der Feierabend kann beginnen. Und dann ab ins Wohnzimmer und die Füße hochgelegt. Was auch sonst? Denn der Blick durch das Fenster zeigt gedeckte Farben und Tristesse. Eine Einladung bald ins Bett zu gehen, um das Ritual am nächsten Tag zu wiederholen. Wie anders wird es erst im Sommer sein! Dann wartet hinter dem Haus beruhigendes Grün, duften blühende Schönheiten um die Wette, säuseln wippende Baumkronen ein Lied, taumeln Schmetterlinge spielerisch in den Abend hinein. Glücklich, wer sich im eigenen Garten entspannen kann!
Und genau das ist der Anspruch, den viele Menschen an ihren Garten stellen. Laut einer Studie der CMA schätzt mehr als die Hälfte von 1000 Gartenbesitzern ihren Garten als Ort der Ruhe und Erholung – als reinen Genuss. Für 32 Prozent der Befragten ist der Garten eine Möglichkeit, um mit der Natur in Kontakt zu bleiben. Und damit liegen die Gartenbesitzer voll im Trend. In Zeiten, in denen die Natur immer mehr aus dem Alltag verbannt wird, ist das private Grün ein wichtiger Ausgleich. Dabei ist nur jeder Dritte auch wirklich zufrieden mit seinem Garten. Die meisten wünschen sich mehr Blüten und Duft - und das bei einfacher Pflege. Pflanzen sollen neben ihren dekorativen Eigenschaften möglichst robust sein.
Natur als Quelle und Ausgleich
Der Garten ist eine Projektion der Sehnsucht nach Idylle und Frieden. Nicht umsonst ist die christliche Vorstellung vom Paradies mit einem Garten verbunden. In der arabischen Sprache existiert für Garten und Paradies gar nur ein und das gleiche Wort. Für viele bietet der Garten die Möglichkeit, allein zu sein sowie aus dem Stress des Berufslebens zu fliehen und zu sich selbst zu finden. Ganz eins zu sein mit Blumen, Sonnenlicht und Pflanzen ist ein Erlebnis, welches viele Menschen auch bei der Arbeit in ihrem Garten erleben. Die Studie ergab, dass 40 Prozent der Gartenbesitzer täglich in ihrem Garten arbeiten. Jeder Fünfte tut es noch fast jedes Wochenende. Entspannung und Stressabbau stehen dabei im Vordergrund. Auch als Bewegungsausgleich ist Gartenarbeit nicht zu unterschätzen. Sie schützt durch moderate Anstrengung das Herz und bringt den Kreislauf in Schwung. Man muss es ja nicht übertreiben: Droht der Garten über den Kopf zu wachsen, helfen Fachleute wie Landschaftsgärtner als Experten für Garten und Landschaft, weiter. Der Garten bewegt in jedem Falle: im emotionalen wie auch im motorischen Sinne und darüber hinaus ist er bestens geeignet, um Geselligkeit zu pflegen. In fast allen Gärten gibt es Möbel, die dafür sorgen, dass der Sommerabend draußen stattfinden kann.
Mein Haus, mein Auto, mein Garten...
Das Verhältnis des Hobby-Gärtners zu seinem Garten ist höchst persönlich. Da gibt es Bäume, die einen ein Leben lang begleitet haben und deren Wipfeln die Kinder auf der Schaukel entgegengeflogen sind. Da gibt es besonders schöne Blumen, auf die Gartenbesitzer ebenso stolz sind wie auf persönliche Schmuckstücke aus Stein, Wasser und Terrakotta. Der Garten ist eine idyllische Gegenwelt, nach eigenen Bedürfnissen und Geschmack geformt. Für viele ist der Garten zu einem Statussymbol avanciert.
Gibt es gar ein Recht auf Natur?
Nicht jeder kennt den Weg in diese Welt. Traurig, aber wahr: Es gibt viele Menschen, die die Natur nicht mehr (er-)kennen. Bundesweite Befragungen ergaben, dass gerade einmal jeder dritte Jugendliche fünf heimische Kräuter benennen kann. Sollten Bäume und Blumen nicht jedem zugänglich sein? Der Marburger Soziologe Dr. Rainer Brämer postuliert gar ein „Menschenrecht auf Natur“. Und das zu gewährleisten ist gar nicht schwer! Bunte Oasen lassen sich auch auf kleinstem Raum erschaffen. Ob im Garten angepflanzt oder eben nur in Töpfen auf Balkon und Terrasse: Schon mit wenig Aufwand lassen sich Quellen des Wohlbefindens zaubern, die alle Sinne berühren. Einzige Voraussetzung: Die Bereitschaft, sich bewegen zu lassen. Und das schaffen leuchtendes Grün, Rot, Blau und Gelb sowie Vogelgezwitscher, die sinnliche Begegnung mit Erde, Licht, Duft und Klang spielend! Die Natur meint es gut mit den Menschen und beschenkt sie reich - wenn sie es nur wollen.
Langweilig wird es nie! Ein Garten bleibt immer in Bewegung - sei es durch Eingriffe des Menschen in die Gartengestaltung oder durch den natürlichen Lebenszyklus der Pflanzen.
Eben noch standen die Ideen nur auf dem Papier. Nun sieht man das Ergebnis: Bäume und Sträucher haben Wurzeln geschlagen, die Stauden treiben die ersten Blüten, der Rasen zeigt bereits grüne Spitzen und die Terrasse verlockt zum Entspannen nach all der Arbeit. Endlich ist der Garten fertig – oder etwa nicht?
Perfekt ist nicht genug
Spricht man mit Besitzern von noch so perfekten Gärten, fällt meist irgendwann ein Satz wie "der Felberich ist viel zu mächtig geworden, der muss im Herbst geteilt werden" oder "in dem Bereich dort hinten soll im nächsten Jahr ein blauer Garten entstehen", gefolgt von „die Spielecke brauchen wir jetzt natürlich nicht mehr, aus dem Alter sind die Kinder längst raus". Der Garten, so scheint es, führt ein Eigenleben, dessen Gestaltung niemals abgeschlossen ist. Veränderung als Grundprinzip des Gartens – teils von den Menschen so gewollt, teils vom Garten selbst vorgegeben.
Platz da!
Pflanzen haben eine starke Dynamik in sich. Wo eben noch ein paar Pflänzchen die kahlen Flächen zierten, breitet sich schon wenige Wochen später ein grüner oder blühender Teppich aus. Schmale Sträucher werden zum dichten Sichtschutz, zarte Bäume gewinnen Kontur. Nicht jeder Gartenbesitzer kann den Zuwachs gut einschätzen: Gerade von Gartenlaien angelegte Gärten sind oftmals zu dicht bepflanzt. Mit dem Wunsch, möglichst schnell einen schönen Garten zu besitzen, werden Bäume, Sträucher und Stauden zu eng gesetzt. Denn die Pflanzen sehen beim Kauf noch so zart aus, dass es schwer fällt, sich ihre endgültige Größe vorzustellen. Schon nach ein paar Wochen behindern sich die Pflanzen dann gegenseitig und es heißt Entscheidungen zu treffen: was darf sich weiterentwickeln, was muss umgepflanzt werden oder was ist einfach zu viel für die Pflanzung und muss ganz entfernt werden?
Ab in die Maske!
Der Garten verändert sich auch durch den natürlichen Lebenszyklus der Pflanzen. Einige kurzlebige Arten wie Akelei, Jakobsleiter oder Kokardenblume (Gaillardien) haben eine durchschnittliche Lebensdauer von drei bis fünf Jahren. Wenn sie sich in der Zwischenzeit nicht auf natürlichem Weg ausgesät haben, empfiehlt es sich, sie durch neue Exemplare zu ersetzen. Knäuelglockenblume, Sterndolde, Rittersporn und viele andere Stauden sehen die ersten sieben bis zehn Jahre nach der Pflanzung wunderschön aus, dann lässt ihre Kraft langsam nach. Herbstanemonen, Lavendel und Palmlilie leben länger, aber nach ungefähr zehn bis fünfzehn Jahren wird es auch mit ihnen Zeit, über eine Veränderung im Beet nachzudenken. Die entstandenen Lücken eröffnen Chancen, denn sie lassen sich wunderbar mit neuen und ungewohnten Arten und Sorten aus dem Fachhandel füllen. Durch Neukäufe, die in die bestehende Pflanzung integriert werden, und durch Umpflanzen verbliebener Exemplare entstehen bisher ungewohnte Gartenräume und der Garten bekommt wieder ein anderes Gesicht.
Mit dem Garten wachsen
Während die Stauden alle Jahre wieder zu gleicher Pracht heranwachsen, nimmt das Volumen der Gehölze stetig zu. Im Laufe der Jahre beanspruchen sie immer mehr Platz im Garten und tauchen mehr und mehr Bereiche in den Schatten. Manchmal heißt es dann ungeliebte Entscheidungen treffen, denn oft widersprechen sich die angestrebten Gestaltungsziele und die Freude über einen besonders stattlichen Baum oder Strauch. Doch ursprünglicher Plan hin oder her, der sechs Meter hohe und ziemlich breite Tulpenbaum zum Beispiel, der ursprünglich gerade einmal einen Meter maß, die mächtige Zaubernuss oder die stattlichen Rhododendren sind es wert, bleiben zu dürfen. Bekommen sie die Chance, als auffälliges Gestaltungselement den Charakter des Gartens dauerhaft zu bestimmen, vollziehen sich auch die übrigen Veränderungen im Garten langsamer und vor allem in einem überschaubaren Rahmen.
CMA
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