Vogelnährgehölze

Autor: Frank   
Veröffentlicht: 17.12.2008 - 07:42 Uhr
 
 
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Ökologisch wertvoll

Mit den richtigen Pflanzen wird der Garten auch für Tiere zu einem kleinen Paradies. Fruchttragende Gehölze sind nicht nur ein Blickfang im Herbstgarten, im Winter sind sie eine wichtige Nahrungsquelle für die heimische Tierwelt und locken viele in hiesigen Gefilden überwinternde Vogelarten an. Von großer ökologischer Bedeutung sind unter anderem der Feuerdorn, die Eberesche und verschiedene Berberitzen-Arten. Die Grüne Hecken-Berberitze (Berberis thunbergii) beispielsweise schmückt sich im Herbst und Winter - genau wie der heimische Sauerdorn (Berberis vulgaris) - mit unzähligen auffallenden roten Früchten. Diese Berberitzen sind aber nicht nur eine wertvolle Nahrungsquelle für Vögel, die im Mai erscheinenden Blüten machen sie auch zu einer wichtigen Bienenweide. Dicht verzweigt und bedornt, bieten sie Vögeln zudem Nist- und Schutzmöglichkeiten. Auch für den Menschen sind Berberitzen wertvoll, denn einige Arten eignen sich sehr gut für geschnittene oder lockere, freiwachsende Hecken.

Kontrastreicher Fruchtschmuck


Zwergmispeln (Cotoneaster) dienen ebenfalls als winterliche Futterquelle: Einige Cotoneaster-Arten und -Sorten sind in der kalten Jahreszeit überreich mit leuchtend roten Beeren besetzt und werden so zu einem Schlaraffenland für hier überwinternde Vögel. Besonderen Wert erhalten die Zwergmispeln durch ihre in großer Zahl erscheinenden kleinen Früchte, die sie bis weit in den Winter hinein schmücken. Zumeist sind es rote, an winzige Äpfel erinnernde Früchte, die einen schönen Kontrast zu den intensiv grünen Blättern bilden. Zwergmispeln haben ganz unterschiedliche Gesichter, denn es gibt sowohl immergrüne als auch sommergrüne Arten. Vielfältig sind auch die Wuchsformen, die vom niedrigen Bodendecker bis hin zum malerisch gewachsenen, mehrere Meter hohen Zierstrauch reichen, der am besten in Einzelstellung zur Geltung kommt.

Für Hecken und zur Fassadenbegrünung

Auch der Feuerdorn (Pyracantha) schmückt sich bis weit in den Winter hinein mit zahlreichen erbsengroßen Früchten. Ihr Farbspektrum umfasst die unterschiedlichsten Nuancen von strahlendem Gelb über Orange bis zu leuchtendem Rot. Die dunkelgrünen, länglichen Blätter bleiben je nach Temperatur bis in den Winter oder sogar bis zum Neuaustrieb im Frühjahr an den dornigen Trieben haften. Der Feuerdorn kann etwa 1 bis 3 m hoch werden. Dieser anspruchslose Zierstrauch eignet sich für die unterschiedlichsten Gartensituationen und kommt sowohl einzeln als auch in einer Gruppe gut zur Geltung. Er ist gut schnittverträglich und eignet sich deshalb nicht nur für freigewachsene, sondern auch für geschnittene Hecken. Sehr schöne herbstliche Bilder entstehen, wenn man den Feuerdorn mit Hilfe eines Spaliers an einer Hauswand in die Höhe wachsen lässt.

Ein Hausbaum mit vielen Gesichtern


Die Eberesche (Sorbus), auch als Vogelbeere bezeichnet, ist ebenfalls eine Pflanze, die bis weit in den Winter hinein Freude bereitet. Es sind zumeist kleinere, malerisch wachsende Bäume, die zu jeder Jahreszeit reizvoll sind: Im Frühjahr erscheinen dekorative, schirmförmige Blütenstände, die aus zahllosen winzigen, cremefarbenen Blüten bestehen. Dekorativ sind auch die schönen, je nach Art ganz unterschiedlich geformten Blätter, die zum Teil eine eindrucksvolle Herbstfärbung aufweisen. Die ab September reifenden Früchte bleiben bis zum Winter an den Zweigen. Die Palette der Fruchtfarben ist außergewöhnlich umfangreich und umfasst sowohl kräftige Orange- und Rottöne als auch weiße, gelbe und rosafarbene Nuancen. Ebereschen eignen sich ausgezeichnet als Hausbäume. Sie können das Gesicht eines Hauses prägen und den Wechsel der Jahreszeiten in besonderer Weise erlebbar machen. Es gibt sogar schmale, säulenförmig wachsende Sorten, die selbst in kleinen Vorgärten noch Platz finden. Früher wurden Ebereschen oft zum Schutz vor Unglück in die Nähe eine Hauses gepflanzt, denn ihnen wurden von unseren Vorfahren magische Eigenschaften zugeschrieben.

Dichtes Blütenkleid im Frühling

Ein weiteres schönes Blüten- und Fruchtgehölz ist der Weißdorn (Crataegus). Auch er hat zum Teil eine auffallende gelbe oder rotorange Herbstfärbung. Besonders attraktiv sind diese Sträucher oder Bäume im Frühjahr, wenn sie manchmal so dicht mit Blüten bedeckt sind, dass die Blätter kaum mehr zu sehen sind. Es gibt nicht nur Sorten mit weißen, sondern auch mit rosafarbenen oder roten Blüten, die den Weißdorn in ein weithin sichtbares Schmuckstück für den Frühlingsgarten verwandeln. Der Weißdorn ist auf Grund seiner tiefreichenden Wurzeln und der kräftigen, ledrigen Blätter gut an trockene und warme Standorte angepasst. Die kugeligen, leuchtend roten Früchte erscheinen ab August oder September und sind in der kalten Jahreszeit eine wertvolle Futterquelle für hier überwinternde Vögel.


Für einen schönen Blick nach draußen:
Immergrüne Laubgehölze


Blüten im Winter

In der kalten Jahreszeit brauchen Balkon und Terrasse nicht grau und kahl auszusehen. In Kästen, Kübel und Tröge gepflanzt können kleine Nadelbäume, immergrüne Laubgehölze und auffallende Winterblüher wie die Schneeheide (Erica carnea-Sorten) und die Christrose (Helleborus niger) dazu beitragen, dass Balkon und Terrasse auch im Winter ein freundliches Gesicht haben.

Ganzjährig schön

Ein ganzjähriges Schmuckstück für den Balkonkasten ist die Kriechspindel (Euonymus fortunei-Sorten). Bei manchen Sorten sind die zierlichen, hell- bis dunkelgrünen Blättchen sogar silbrig, weiß oder gelb gerandet oder gefleckt. Die Blätter einiger Kriechspindeln haben zudem eine reizvolle rötliche Winterfärbung.

Auffallende Knospen

Die Skimmie (Skimmia japonica `Rubella`) besitzt glänzend grüne, ledrige Blätter. Sie ist den ganzen Winter über sehr zierend, denn sie entwickelt zahlreiche Blütenknospen, die in dieser Zeit eine auffallende und sehr dekorative braunrote Färbung aufweisen.

Ränder geschickt kaschieren

Efeu (Hedera helix) ist mit seinen schönen, herzförmigen Blättern an langen Trieben ideal, um elegant über die Ränder der Pflanzgefäße zu ranken. Auf diese Weise lässt sich das Gesamtbild eines mobilen Gartens geschickt auflockern. Auch kriechend wachsende Zwergwacholder wie der Blaue Teppichwacholder haben diesen Effekt, wenn man die Triebe über den Rand herüberwachsen lässt.

Quelle: PdM
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Diskussion

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Kassandra980

Ich bin ein großer Fan vom Holunder. Ich habe zwei im Garten. Jeden Herbst sind die Sträucher die ersten, die von Vögelscharen leergefressen werden. Und dann kann man sie zurückschneiden. Im nächsten Frühjahr / Sommer sind sie wieder da, wachsen schnell und sorgen für Wind - und Sichtschutz. Und die Holunderblüten versorgen Schmetterlinge und andere Insekten mit Nahrung.
Auch die Felsenbirne ist ein wunderbares Vogelnährgehölz und sieht zudem im Frühling und im Herbst traumhaft aus.
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Blüten: 10

DieterR

Die Vogelbeere oder Eberesche ist ebenfalls ein guter Futterlieferant für die heimische Tierwelt.

Zitat
Die Eberesche ist eine wichtige Futterpflanze für Tiere. Nachgewiesen wurde dies bislang für 31 Säugetier- und 72 Insektenarten, darunter 41 Kleinschmetterlinge und zwölf Rüsselkäfer. Insgesamt wurden 63 Vogel- und 20 Säugetierarten als Nutzer der Früchte festgestellt. Insbesondere Singdrossel, Misteldrossel, Rotkehlchen, Mönchsgrasmücke, Kleiber und Gimpel schätzen die Früchte der Eberesche und nutzen den Baum, ebenso wie der Grünspecht als Nistgehölz. Eine wichtige Rolle spielen die Früchte in der Ernährung von Rotdrossel und Seidenschwanz, die aus Nordeuropa kommend, den Winter in unseren Breiten verbringen. Aber auch Fuchs und Dachs verschmähen die Früchte nicht. Da die Samen unverdaut wieder ausgeschieden werden, wird die Verbreitung der Eberesche effektiv sichergestellt...


Quelle Wikipedia.de
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Tetrodotoxin

Im Garten zwar eingeschränkt nutzbar (Stichwort Wurzelausläufer), aber die Schlehe ist noch als wichtiges Vogelnähegehölz zu erwähnen.
Auch Apfelbeeren (Aronia) und das Pfaffenhütchen werden von Vögeln geliebt. Als Heckenpflanze ist auf jeden Fall noch Liguster zu nennen.

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