Im Reich des Baumes

 
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Im Reich des Baumes

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Gepostet: 11.04.2007 - 15:24 Uhr  ·  #1
Sanfte Riesen, starke Zwerge:
Im Reich des Baumes



Keiner kennt die Angewohnheiten der Hausbewohner so gut wie er, der imposante Baum, der seit Jahrtausenden das Leben der Menschen begleitet. Ein Blick in seine grüne Krone entspannt, das Rauschen seiner Blätter im lauen Sommerwind beruhigt und unter seinem grünen Dach sind sogar die heißen Sommernachmittage angenehm.

Hier fühlt man sich geborgen. Als Kind kann man herrlich in ihm klettern oder an den tiefen Ästen die Hängematte aufhängen und sich gemütlich von der Welt zurückziehen. Welch eine Lust, solch einen wunderschönen Begleiter auch im eigenen Garten zu haben!

Bewahre mich vor dem Bösen
Bäume hatten von jeher eine große Bedeutung für den Menschen und wurden in vielen Kulturen als mythische Wesen und Schutzbringer verehrt. Kaum sesshaft pflanzten Menschen Bäume ? als Nahrungs-, Medizin- und Holzlieferanten ? in der Nähe ihrer Häuser. Eine besonders enge Verbindung zwischen Baum und Mensch entstand durch Hausbäume, die mit dem Wohnhaus und dem umliegenden Garten eine Einheit bildeten. Sie wurden traditionell zu bestimmten Anlässen gepflanzt, zum Beispiel zu Hochzeiten, bei Geburten oder beim Neubau eines Hauses. Sie dienten als Schutz vor Sonne, Wind, Regen und Schnee und waren natürliche Blitzableiter. Seit Jahrhunderten beliebte Hausbäume sind Linden und Eichen, die beide ein hohes Alter erreichen und die Hausbesitzer über mehrere Generationen begleiten können. Die Linde galt als Schutz- und Familienbaum, der den Hausbewohnern Glück und Gesundheit garantieren sollte. Der Eiche wurden magische Kräfte und Willensstärke zugeschrieben, die sich auf die Bewohner übertragen sollten.

Spiegel der Jahreszeiten
Heutzutage erleben Hausbäume eine Renaissance in der Gartengestaltung und das aus gutem Grund. Ein Baum kann dem Haus seinen typischen Charakter geben und seine Individualität unterstreichen. Das Grundstück gewinnt nicht nur an Schönheit, sondern auch an Wert. Bäume zeigen den Wechsel der Jahreszeiten besonders gut und bieten immer ein anderes Bild. Im Frühjahr sind sie mit einem zartgrünen Flaum überzogen, wenn sich die ersten Knospen unter der wärmenden Sonne öffnen. Im Sommer spenden sie mit ihren kräftig grünen, unzähligen Blättern Schatten, wenn die Sonne richtig vom Himmel lacht. Wenn die Tage wieder kürzer werden, zeigen sie ihre Früchte und veranstalten mit ihrem Herbstlaub wahre Leuchtfeuer im Garten. Im Winter schließlich ragen die kahlen Bäume als markante Skulpturen in den Himmel. Bäume bilden schon allein durch ihre Größe das Gerüst eines Gartens, wenn es um die Frage einer harmonischen Gartengestaltung geht. Während große Exemplare Fixpunkte bilden, bringen Blütensträucher und kleine Bäume mit reicher Blüte Farbe in die Beete. Zwiebelblumen und schattenverträgliche Stauden eignen sich als Unterpflanzung und runden das Gesamtbild ab.

Jedem seinen Baum
Wer keinen alten Baumbestand auf seinem Grundstück hat, kann sich seinen Hausbaum selber pflanzen, denn im breiten Sortiment des Fachhandels findet sich der Richtige für den Garten. Bäume im Container können sogar das ganze Jahr hindurch gepflanzt werden. Für kleine Gärten, Hauseingänge oder Vorgärten eignen sich klein bleibende Bäume mit schmaler, säulenförmiger Krone, beispielsweise Säulen-Kirsche und Säulen-Eiche, oder mit kompakter, kugelförmiger Krone, zum Beispiel Kugel-Ahorn und Kugel-Akazie. Auch Eberesche sowie Rot- und Weißdorn bleiben relativ klein. Wer etwas mehr Platz im Garten hat, greift zu größeren Obstbäumen wie Birne, Apfel, Pflaume und Kirsche oder zu stattlichen, als Einzelgänger wunderbar geeigneten Exemplaren, zum Beispiel Linde, Eiche, Rosskastanie oder Walnuss. Wer seinen Hausbaum gefunden hat, wird sich über viele Jahre hinweg an ihm erfreuen und seine Nähe genießen. Denn: Bäume im Garten sehen nicht nur wunderschön aus, sie leisten ? wie auch die übrigen Pflanzen ? einen wichtigen Beitrag zum Naturhaushalt. Sie binden Schadstoffe, bilden den lebenswichtigen Sauerstoff und sorgen durch die Verdunstung von Wasser für erhöhte Luftfeuchtigkeit. An heißen Sommertagen spenden sie wohltuenden Schatten und schaffen ein gutes Mikroklima im Garten. Je nach Standort sind sie außerdem ein natürlicher Wind-, Sicht- und Lärmschutz und bieten vielen Tieren einen Lebensraum.

Übrigens, haben Sie?s gewusst?

Der 25. April ist der Tag des Baumes!
Bereits 1872 gab es in den USA den ersten ?Arbor Day? zum Schutz der Wälder. 1951 empfahl die FAO, die ?Food and Agriculture Organisation? der UNO, einen internationalen ?Weltfesttag des Baumes?. Seit 1952 ist die Bundesrepublik Deutschland jeweils am 25. April ? vertreten durch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), die Städte, Gemeinden und Forstämter ? aktiv an der Durchführung des Tag des Baumes beteiligt. Ziel dieses Tages ist es, durch symbolhafte Pflanzungen und Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet der Bevölkerung die hohe Bedeutung von Bäumen für das Ökosystem Erde bewusst zu machen. Seit 1989 ist es zudem üblich, den 25. April vor allem dem jeweiligen ?Baum des Jahres? zu widmen. 2007 steht die Wald-Kiefer (Pinus sylvestris L.) im Mittelpunkt des Interesses.
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Ein Baum im Vorgarten lässt den Wechsel der Jahreszeiten besonders gut miterleben. Er bildet mit dem Haus eine Einheit und unterstreicht seine Individualität.
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