Hey,
Also, eine private Nachricht schreibe ich jetzt nicht, weil ich der Meinung bin, dass es so vll noch anderen hier hilft.
Für mich liegen bei der Orchidee 2 verschiedene Probleme vor (und von der Meinung wirst du mich nur durch ein Foto der Wurzeln abbringen können )
Erstens hat sie Frost bekommen und zweitens hat sie vermutlich ein Wurzelproblem.
Ersteres ist durch den - wenn auch kurzzeitigen - Aufenhalt im Freien passiert. Phalaenopsis sind ursprünglich tropische Pflanzen und auch wenn sie inzwischen so hybridisiert und verändert sind, dass sie ohne Probleme im Wohnzimmer wachsen und blühen haben sie ihre Wärmeliebe behalten. Eine dauerhafte Temperatur von unter 15 Grad ist nicht gut. Im Winter verkraften meine Pflanzen auch mal zwischen 10 und 15 Grad in der Nacht und setzen dann schön Blüten an, aber dauerhaft würde ich keine Phal unter 15 Grad stellen. (Du hast hier für einige Sekunden den Toleranzbereich der Pflanze um fast 30 Grad unterschritten!)
Man kann es nicht oft genug sagen, aber für Zimmerpflanzen ist teilweise schon der kürzeste Frost (Lüften bei Wintertemperaturen oder das tragen vom Baumarkt über die Straße ins Auto) gefährlich. Pflanzen sind wechselwarme Lebewesen und die Blätter hauchdünn - innerhalb von Sekunden sterben da durch kalte Luft die Zellen ab - der Schaden wird aber erst nach ein paar Stunden oder Tagen richtig sichtbar. Packt die Pflanzen im Winter beim Transport ein, heizt das Auto vor und lasst sie beim lüften nicht in der Zugluft stehen, dann passiert sowas nicht.
Das zweite Problem (trockene Luftwurzelspitzen) denke ich, hängt mit dem Platz über der Heizung zusammen. Der ist zwar generell für die Phal nicht ungeeignet, aber einmal täglich besprühen reicht nicht aus - die Luftfeuchte wird kurz angehoben, das Wasser verdunstet und die Phal steht bis zum nächsten Tag wieder im Wüstenklima, denn gerade ÜBER der Heizung steigt die trockene Warmluft auf.
Nimm ein großes Glas oder besser noch eine flache Schüssel oder einen Blumenuntersetzer, fülle den mit Wasser und Kies/Blähton und stelle die Phal so auf den Blähton, dass sie nicht im Wasser steht, also keine Staunässe hat. Das Wasser wird verdunsten und die Luftfeuchte um die Pflanze anheben, dadurch sterben keine Luftwurzelspitzen durch trockene Luft mehr ab.
Nebenbei bemerkt gilt für Wurzeln das gleiche wie für Blätter: Kälte tötet sie ab.
Übrigens würde ich die Phal nicht gießen sondern, sobald die Wurzeln silbrig und nicht mehr grünlich sind und der Topf innen nichtmehr beschlagen ist einfach 10 Minuten in kalkarmes (Regenwasser zB) stellen. Die Wurzeln werden dann wieder giftgrün (oder günlich-lila bei manchen Phals). Dann nimmst du sie aus dem Wasser, lässt alles schön ablaufen und stellst sie wieder zurück. Dann erst wieder tauchen, wenn die Wurzeln wieder silbrig werden.
Der Vorteil ist, dass die Phal so an allen Wurzeln immer wieder Feuchtigkeit bekommt - beim Gießen erhalten nie alle Wurzeln Wasser und die, die der Pflanze nichts nützen stößt sie dann ab.
Je mehr Wurzeln aber, um so mehr Blüten.
Ich hoffe ich konnte helfen.
Ach ja, je nach Schwere des Schadens kann es sein, dass die Phal die Blätter retten kann. Die werden dann wieder fest werden, ihre komische Form aber vermutlich behalten. Ich hab eine Phal hier, die ich schwer Staunässegeschadet letztes Jahr bekommen habe und die jetzt nach einem neuen Blatt zwei schöne Blütenstile treibt - da sieht man auch gut, dass die alten Blätter ihre knautschige Form behalten haben, aber wieder fest sind - ich werde dir heute Abend mal ein Foto zeigen wie das aussieht.
Grüße,
*edit* anbei mal das Bild - wie man sieht hat sie oben ein - noch kleineres aber gesundes - Blatt gebildet nachdem sie lange nur neue Wurzeln gebildet hatte und seit einiger Zeit treibt sie nun die beiden Blütenrispen. Im VErgleich sieht man die alten, geschädigten Blätter, die sie zwar wieder aufgerichtet hat, die aber ihre "Beulen" behalten haben.